Bastelspaß im Pocket-Format!

Es ist weniger als eineinhalb Jahre her, seit dem Nintendo mit dem hauseigenen Mario Level-Designer jeden eingefleischten Retro- und 2D-Jump and Run Mario-Fan mit Super Mario Maker für die Wii U begeistern konnte. Einerseits erinnerte der Aufbau des Programms sehr stark an Nintendos legendären Mario Paint (Super Nintendo, 1992), bedingt durch eine ähnliche, simple Struktur, aber andererseits bot es etwas noch nie da Gewesenes: Das Erstellen des eigenen offiziellen 2D-Super Mario-Spiels.

Griff in die Keksdosen-Trickkiste

Super Mario Maker 3DS ist, wie sein großer Bruder für die Wii U, ein tolles Programm zum Erstellen der eigenen Levels in einem simplen, aber mächtigen Baukasten. Da es sich bei der Nintendo 3DS-Fassung um eine Portierung handelt, ist jeder Interessierte eingeladen unseren Bericht zur Wii U aus dem vergangenen Jahr zu lesen. Wir werden in diesem Bericht hauptsächlich auf die Änderungen eingehen.

Wie fühlt sich Super Mario Maker auf dem Handheld an? Ganz gut, eigentlich! Das Stylus-basierte Spiel erlaubt es kinderleicht eigene Levels zu Erstellen, diese mit bizarren Fallen oder auch einfach nur mit zu vielen Gegnern vollzustopfen und anschließend mit Familie und Freunden zu teilen. Natürlicher muss das Spiel bei der kleineren Bildschirmgröße (im Vergleich zum Wii U-Gamepad) einige Kompromisse eingehen, so dass der Arbeitsbereich enger und überladener wirkt und das Platzieren der einzelnen Pixelgrafiken ein wenig mehr Präzision erfordert, jedoch gewöhnt man sich sehr schnell an die kleinere Oberfläche. Besitzern eines Nintendo 3DS XL wird es natürlich leichter fallen, die kleinen Symbole zu erkennen, dies fiel im Laufe des Spieletests aber kaum negativ auf.

Gameplay

Spielerisch lassen sich bei dem Erstellen von Levels auch keine großen Unterschiede zur Wii U-Fassung erkennen: Jede der vier bekannten Super Mario-Engines (Super Mario Bros./Super Mario Bros. 3/Super Mario World/New Super Mario Bros. U) fühlt sich ganz getreu dem Originalspiel an, weshalb man ohne schlechtem Gewissen sagen kann, dass das Kernkonzept des Makers auch in der portablen Version bestens überzeugen kann. Jedoch beinhaltet Super Mario Maker 3DS einige gravierende und fragwürdige Änderungen, die dem einen oder anderen Spieler sauer aufstoßen könnten:

Wer bis heute noch nicht zum Kauf der Wii U-Version gekommen ist, aber nun die Wahl zwischen beiden Versionen hat, der sollte bei der Ursprungsidee bleiben und zum stationären Pendant greifen.

Wichtigster und empfindlichster Wundpunkt ist das Fehlen des Online-Upload Features aus der Konsolen-Version. Wie Fans des Bastelspieles bereits wissen, erlaubt es Super Mario Maker Wii U die eigenen Levels online zu stellen und diese mit der Welt zu teilen. Dieses Feature wurde für die Nintendo 3DS-Version zwar nicht komplett gestrichen, aber in eine Art Spotpass-Feature recycled. Diese stellt, bei aller Liebe zu Nintendo, keinen vernünftigen Ersatz für die Ursprungsidee dar, besonders da ein Onlinemodus technisch betrachtet auch auf der portablen Konsole realisierbar gewesen wäre. Eigene erstellte Levels lassen sich in Super Mario Maker 3DS nur mit jenen Leuten teilen, die man während des Standby-Betriebs auf der Straße trifft und zufällig ebenfalls im Besitz des Spieles sind. In der Praxis hört sich das nach einem sehr tollen Feature an, welches die Stärken des Nintendo 3DS vollsten auskosten könnte – vor allem für Bewohner in großen Metropolen – jedoch spricht absolut nichts gegen beide Optionen. Wer einen ständigen Nachschub an frischen Levels haben möchte, der muss sich wortwörtlich auf die Straße begeben. Nintendo scheint sich dieses Mankos vollstens bewusst zu sein, weshalb sie zumindest dem Spieler erlauben eine Hand voll User-Levels der Wii U-Version auf die eigene SD-Karte zu speichern und zu spielen. Dabei gilt zu beachten, dass man nicht gezielt nach speziellen Levels suchen kann, wie es auf der Wii U möglich ist. Was die Sache noch komplizierter macht, ist eine fehlende Austauschfunktion eigener erstellter Levels zwischen der Wii U- und Nintendo 3DS-Version des Makers, was beide Versionen zu isolierten Inselfestungen machen. Wer also die Idee hatte ältere Levels nun auf dem Nintendo 3DS weiter bearbeiten zu wollen, der wird hier auf alle Fälle enttäuscht.

Ein weiteres kurioses Feature stellt das Erspielen neuer Tools, Gegnern und Mario-Fähigkeiten für den eigentlichen Bastelspaß dar. Während in der Wii U-Version über Zeit immer neue Features freigeschaltet wurden, müssen Nintendo 3DS-Besitzer nun diverse (herunterladbare) Herausforderungen meistern, um an jedes Power-Ups oder Gegner zu gelangen. Diese Levels dienen als eine Art Einstieg in die Möglichkeiten des Makers und rangieren vom Besiegen diverser Gegner bis hin zum Bewältigen einer Stage in Bestzeit.

Grafik und Sound

Grafisch und musikalisch bleibt die Darstellung von Super Mario Maker 3DS seinem großem Bruder treu. Da es sich bei dem Spiel um einen Baukasten handelt, gibt es im Vergleich zur Wii U-Version keinen Unterschied bei den verwendeten Assets. Die portable Fassung macht für ein Handheld-Spiel durchgehend eine gute Figur und lässt zudem die Frage offen, warum man nicht gleich die Wii U-Fassung auf den Nintendo 3DS portiert hat – technisch wären 60 fps auf jeden Fall möglich gewesen. Musikalisch ist das Spiel ein direkter Port der Wii U-Version mit identischen Tracks aus der Mario Paint-Zeit und neuen Eigenkompositionen im typischen Mario-Stil.

Abschließende Worte

Nintendo versäumte es mit der Nintendo 3DS-Version etwas Sinnvolles zu machen. Super Mario Maker 3DS ist eine Lite-Version der Wii U-Version und gewinnt am Ende nur einen Nutzen für den Spieler, wenn man selbst keine Wii U besitzt oder gerne eigene Levels unterwegs erstellen möchte. Es ist ein exzellentes und leicht benutzbares Programm, welches den Spieler mit einem ausgeprägten Tutorial, einer typischen Mario Paint-Darstellungen und mit viel Liebe und Detail bei (nostalgischer) Laune hält. Kurz gesagt; es ist noch immer ein tolles Spiel. Dennoch hätte man mit einer Suchfunktion und der Möglichkeit, Levels über das Internet herunterzuladen sowie Kreationen zwischen der Wii U- und Nintendo 3DS-Version tauschen zu können, viele offen gebliebenen Wünsche erfüllt. Wer bis heute noch nicht zum Kauf der Wii U-Version gekommen ist, aber nun die Wahl zwischen beiden Versionen hat, der sollte bei der Ursprungsidee bleiben und zum stationären Pendant greifen. Nintendo 3DS-only Besitzer hingegen sind willkommen in den Genuss der Keksdosen-Version zu kommen.

– Super Mario Maker für unterwegs

– Kernprinzip komplett erhalten geblieben

– Flüssiges Gameplay

– Anspruchsvolle Optik & Sound

– Fehlende Gimmicks

– Fehlende Suchfunktion

– Keine Online-Features der Wii U-Version

– Umständliches Freischalten neuer Inhalte

Eure Meinung dazu?

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