Sonic Boom 2.0 – Ein Update mit Wirkung!

Manchmal müssen die Entwickler auf die Finger geklopft bekommen, damit aus den Folgeprojekt etwas Anständiges wird. Dies trifft auch auf SEGAs und Sanzuru Games’ Sonic Boom: Feuer & Eis zu, bei welchem einige Wehwehchen des Vorgängers ausgemerzt wurden, was den Titel zu einem der angenehmeren Sonic-Spiele der letzten Jahre macht.

Dr. Eggmans Kampf gegen den Blauen Igel, Folge 120.

Der Plot von Feuer & Eis könnte direkt aus einer Sonic Boom-Folge entsprungen sein: Über Zufall stößt Dr. Eggman über ein Element namens Ragnium, welches sich bei genauerer Untersuchung als ein intensiver Treibstoff für seine Roboter herausstellt, der diese noch agiler macht, als Sonic es ohnehin ist. Doch während den Grabungen nach zusätzlichem Ragnium kommt es bei einem von Dr. Eggmans Minenrobotern zu einer Störung. Diese hat zur Folge, dass er neue und ungeahnte Kräfte erhält, welche ihn zu einer Bedrohung für jeweils Team Sonic und Dr. Eggman machen.

Sonic Booms Writing war schon immer etwas zu Eigen für die traditionelle Sonic-Reihe. Die Charaktere wirken lebendiger, intelligenter und konnten auch ganz schön verbale Retourkutschen von sich geben. Diese Tradition möchte man auch in der neuesten Sonic Boom-Episode, ähm, ich meine, dem neuesten Sonic Boom-Spiel beibehalten und verspricht dabei dem geneigten Sonic Boom-Fan und auch Neulingen des Franchise mit einem unterhaltsamen Abenteuer bei Stange zu halten.

Gameplay

Das Wichtigste vorweg: Fans und Kritiker des Vorgängers dürfen entspannt aufatmen. Der aufgezwungene Erkundungsaspekt, welcher den Spieler dazu nötigte ältere Stages mehrmals zu wiederholen um neue Welten freizuschalten, gehört endlich der Vergangenheit an. Feuer & Eis fühlt und spielt sich vor allem mehr wie ein richtiges Sonic-Spiel.

Feuer & Eis’ neuer spielerischer Fokus liegt bei den namensgebenden Fähigkeiten. Der Feuer- und Eisaspekt erlaubt es Sonic und seinen Freunden Plattformen einzufrieren oder wieder auftauen zu lassen, so dass ein Großteil der ‘Puzzles’, wenn man sie so nennen möchte, daraus bestehen im richtigen Moment Wege zu Öffnen/Schließen. Leider wurde dieses Feature nicht sonderlich gut gefördert, wenn man einmal von einer spezifischen Spielewelt absieht, so dass diese Swap-Mechanik oft nur zum Erscheinen oder Verschwinden lassen von Plattformen eingesetzt werden kann.

Das Leveldesign fällt besonders gnädig aus, so dass auch die jüngsten oder ungeschicktesten Spieler irgendwann jeden der zahlreichen und abwechslungsreichen Bossgegner zu besiegen vermag. Glücklicherweise gibt es aber noch die zahlreichen versteckten Challenge Stages, welche den Spieler durch Geschicklichkeitsparcours lotsen und doch Einiges an Können verlangen.

Grafik

Sanzuru Games baut mit dem aktuellstem Sonic Boom-Spiel auf ihre etablierte 3DS-Engine auf und verwendet dabei die bereits bekannten Assets und Grafiken für den Neulingstitel.

Trotz des schnelleren Gameplays bleibt die Framerate konstant flüssig spielbar und man sucht Ruckler und andere technische Aussetzer glücklicherweise vergebens. Highlight sind abermals die etlichen Zwischensequenzen, die direkt aus der Sonic Boom-Animationsserie stammen können und die Story vorantreiben.

Sound

Langzeitkomponist der Sonic-Reihe Richard Jacque meldet sich, wie bei den meisten amerikanischen und europäischen Sonic-Produktionen, abermals mit einem angenehmen und dennoch unspektakulären Jump and Run-Soundtrack zurück und verspricht weder erinnerungswürdige, noch belanglose Stücke zu präsentieren. Sprich, es ist alles beim Alten geblieben.

Abschließende Worte

Was ein wenig konstruktive Kritik (und ein paar gezielte Peitschenhiebe) alles anrichten kann: Obwohl Sanzuru Games mit Feuer & Eis das Rad nicht wirklich neu erfindet, so hat der Entwickler zumindest endlich verstanden, was wir Fans an Sonic so sehr mögen: In langgezogenen Levels einem Geschwindigkeitsrausch verfallen, abwechslungsreiche Bosskämpfe bestehen und nach geheimen Kammern und Verstecken suchen.

Wer den Vorgänger Der zerbrochene Kristall gespielt hat und von diesem enttäuscht war, der sollte diesem Sequel abermals eine faire Chance geben. Gerade die älteren Semestern unter uns dürfte es freuen zu hören, dass der aktuelle Sonic Boom-Ableger sich mehr wie die klassischen Sonic the Hedgehog 2 und Sonic 3 & Knuckles-Teile der glorreichen Mega Drive-Zeit anfühlen und weniger wie ein Metroid-Titel.

Aber nicht alles ist Gold, was glänzt: Das Feuer/Eis-Spielprinzip bringt zwar einen frischen Wind in das angestaubte Sonic-Genre, jedoch ist der blitzschnelle Wechsel zwischen den Elementen und dem dazugehörigen Ausweichen der Fallen dennoch ein wenig zu extrem ausgefallen. Es fehlt hier noch der Feinschliff und der schmale Grad zwischen Reaktionsfreudigkeit und dem Auswendiglernen der Stages. So ertappt man sich selbst dabei, dass man vielleicht doch ein wenig langsamer unterwegs sein sollte, damit man sich nicht ins eigene Verderben stürzt. Dies ist auch einer der größten Kritikpunkte, weshalb sich die Boom-Reihe noch immer nicht so ganz mit DIMPs der Sonic Rush und Advance-Reihe messen kann, welche ironischerweise teils knochenhart waren, wohingegen Feuer & Eis zu einfach ist. Nichtsdestotrotz gibt es von unserer Seite nur Lob für die dritte Reinkarnation des blauen und viel zu bandagierten Flitze-Igels.

– Deutliche Qualitätssteigerung zum Vorgänger

– Frei erkundbare Stages, viele Geheimnisse

– Cutscenes wieder unterhaltsam

– Namensgebendes Gameplay eher schwach

– Grafisch/Musikalisch komplett unverändert

– Story abermals nebensächlich

Eure Meinung dazu?

Frischer Trailer zu Sonic Boom: Feuer und Eis

Sega und Nintendo stellen gemeinsam einen neuen Trailer zu Sonic Boom: Feuer und Eis vor. Dieser präsentiert vereinzelte Gameplay-Elemente aus dem portablen Abenteuer und die Action-Skills näher bringt. Sonic Boom: Feuer und Eis erscheint hierzulande am 30. September 2016 exklusiv für Nintendo 3DS im Handel. Quelle: Youtube...