Von Casual Games über Shooter zu Sportspielen

Während dem das Holländische Studio von Guerilla Games mit den großen Blockbustern, wie Killzone: Shadow Fall und aktuell Horizon: Zero Dawn, beschäftigt war, entwickelte die Tochtergesellschaft Guerilla Cambridge die kleinen, versteckten Gamingperlen die zwar ebenfalls ein bisschen aber nie ganz so viel Aufmerksamkeit erhielten (Primal, Killzone: Mercenaries). Nun meldet sich der Entwickler mit dem sportlichen Shooter RIGS: Mechanized Combat League auf der PlayStation 4 zurück und soll die hauseigene Virtual Reality-Brille zum Einsatz bringen.

Metal Gear + Football + Call of Duty = RIGS

RIGS: Mechanized Combat League ist schnell und actionlastig – genau das was man von einem Sportspiel mit Robotern erwartet.

Vorbei sind die Zeiten, in denen Menschen sich von Fußball, Baseball oder Paintball beeindrucken haben lassen, denn sie wollen mehr Action als Unterhaltung geboten bekommen. Mit Maschinen lässt sich so gut wie alles aufpeppen, deswegen stellt die Mechanized Combat League in “nicht allzu ferner Zukunft” diverse Sportarten mit mobilen Kampfrobotern zur Schau. Der Spieler, ein bisher semi-professioneller RIG-Pilot, ist dabei auf dem Weg einer der neuen Stars der Liga zu werden und soll im Rahmen diverser Disziplinen Match für Match den Ruhm erlangen.

Gameplay

Gespielt wird im Sitzen und mit PlayStation 4-Controller, schließlich muss man als Pilot eines RIGs lediglich den Kopf zum Zielen und höchstens gelegentlich den Oberkörper zum Bewundern der Umgebung bewegen. Man befindet sich dabei durchgehend in den mobilen Robotern und bewegt das Sichtfeld und gleichzeitig auch das Fadenkreuz entweder mit dem Kopf oder mit dem rechten Analogstick. Geschossen wird mit den beiden unteren Schultertasten, wobei L2 das linke und R2 das rechte Maschinengewehr aktiviert. Passend dazu ist es möglich gegnerischen Geschossen durch das Drücken der jeweiligen oberen Schultertasten plötzlich auszuweichen. Damit sich die Gefechte an jeden Spieler individuell anpassen, ändert sich das Verhalten der Maschine ganz abhängig davon welche Aktionstaste gedrückt wurde. Viereck aktiviert den Turbo-Modus, mit dessen Hilfe man sich wesentlich schneller bewegt und somit Gegner schneller verfolgen oder ihnen entkommen kann. Drückt man den Kreis-Knopf werden automatisch alle eigenen Angriffe um einen Tick stärker – es empfiehlt sich diese Einstellung bei einem offensiven Manöver zu wählen. Ist der Kampfroboter beschädigt, kann dieser durch Betätigen der Dreieck-Taste repariert werden. Das rechtzeitige Hin- und Herschalten in die einzelnen Modi ist ausschlaggebend für ein erfolgreiches Gefecht. Nimmt der RIG zu viel Schaden, wird der Spieler aus der Maschine katapultiert und betrachtet das Spielgeschehen und die gesamte Karte aus der Vogelperspektive. Von hier aus kann der nächste Respawnpunkt gewählt werden, bei dem der Spieler mit seinem Roboter erscheint.

Noch bevor man in die Online-/ Offlinegefechte geworfen wird, übt man sämtliche Mechaniken an Test-Robotern, anschließend erhält man vom Sponsor genügend Geld um sich zumindest einen eigenen RIG zu kaufen. Zur Auswahl stehen dabei vier unterschiedliche Typen, deren Fokus jeweils auf Geschwindigkeit, Verteidigung, Angriff oder Flug unterteilt sind. Die Typen sind in Klassen eingeteilt, wobei jede Klasse zusätzliche Fähigkeiten hat, wie beispielsweise dem Heilen von in der Nähe stehenden Verbündeten. Da nur der erste Kampfroboter vom Sponsor finanziert wird, muss man zumindest die ersten Matches mit diesem auskommen, bis man sich weitere Maschinen zulegen kann. Unterschiedliche Spielmodi wie Endzone (der Ball muss ins gegnerische Tor befördert werden), Powerslam (nachdem der Overdrive-Status erreicht wurde, muss man durch einen Zielkreis springen) gesellen sich zu klassischen Modi wie Team Deathmatches, wo die Kampfroboter sich gegenseitig blindlings zerstören müssen.

Multiplayer

Das Besondere an RIGS: Mechanized Combat League ist, dass das Spiel von Beginn an sowohl offline im Rahmen der Kampagne aber auch online gegen andere Spieler bestritten werden kann. In den rasanten Gefechten steht somit nicht nur die Fähigkeit die Kampfmaschinen geübt zu steuern im Vordergrund, sondern auch gleichzeitig im Team Punkte zu generieren.

Das kompetitive Spiel geht dabei überraschend flüssig von der Hand – die Ladezeiten halten sich in Grenzen und die Übertragungsrate an die Headsets ist solide. Man kann also getrost davon sprechen, dass man mit dem PlayStation VR-Titel einen der ersten wirklich originellen Sportspiele an Land gezogen hat.

Grafik

Die Software aus dem Hause Guerilla Cambridge ist eine der wenigen VR-Titel in welchen man den gesamten Körper der eigenen Spielfigur zu sehen bekommt; Schulter, Füße und Hände des Spielers sind also aus der sitzenden Position zu sehen und vermitteln somit ein realistisches Gefühl in der virtuellen Welt zu sitzen. Zwar ist das Katapultieren aus dem Kampfroboter mittels Schleudersitz nicht ganz so ein beeindruckendes und erfreuliches Erlebnis (da schließlich die Gravitationskräfte nicht 1:1 vermittelt werden), die Bemühungen des Spiels, auch diesen Teil möglichst realistisch darzustellen sind dennoch beachtlich.

Mit Arenen in Dubai und Rio de Janeiro und zahlreichen anderen Location gibt es in dem Sportspiel eine Handvoll unterschiedlicher Orte an denen die Robotergefechte ausgetragen werden können. Die jeweiligen Austragungsorte sind dabei sehr umfangreich ausgefallen – es geht wortwörtlich drunter und drüber, da die Gefechte mal unterirdisch und manchmal in der Luft ausgetragen werden. Die Entwickler achten dabei darauf, dass möglichst viel Action zu sehen ist und dennoch viel Aufmerksamkeit auf Kleinigkeiten wie moderne Gadgets, ein variierendes Design der High Tech-Roboter und eine hohe Detailverliebtheit bei den Kampfanzügen gelegt wird.

Sound

Bereits beim Starten des Spieles wird man von seinem Tutor mit freundlichen Worten empfangen, welcher den angehenden Sportlerstar im Rahmen seiner gesamten Karriere begleitet. Jede Konversation ist dabei mit Sprachausgabe versehen und sämtliche Gefechte mit realistisch wirkenden Kommentatoren vertont worden, wodurch die Roboter-Auseinandersetzungen wie reale Sport-Events wirken.

Abschließende Worte

RIGS: Mechanized Combat League ist schnell und actionlastig – genau das was man von einem Sportspiel mit Robotern erwartet. Trotz der ersten Befürchtungen, dass Motion Sickness die Oberhand gewinnen könnte, waren auch längere Spielesessions möglich ohne von Schwindelgefühl oder Übelkeit begleitet zu werden. Da das Spiel ein kompetitiver Titel ist, ist man aber dennoch ein wenig erschöpft, da die 3 gegen 3-Spielepartien sehr viel Aufmerksamkeit und schnelles Reagieren voraussetzen. Das VR-Spiel bleibt dabei durchgehend flüssig und kann sogar mit online Multiplayer-Duellen begeistern. Kompetitionsscheue Gamer können dafür von einer ebenso soliden Einzelspielerkampagne Gebrauch machen, welche die geübten Fähigkeiten nicht weniger auf die Probe stellen wird.

– Rasante Robotergefechte

– Optisch anspruchsvoll

– Originelle Spielmodi

– Motion Sickness blieb (bei mir) aus

– Sportkommentatoren klingen realistisch

– Beansprucht sehr viel Konzentration

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Szenen zum Singleplayer-Modus von RIGS

Neben dem vielseitigen Mehrspielermodus wird RIGS: Mechanized Combat League auch eine Singleplayer-Kampagne besitzen, in dem man versucht die Spitze der Elite im Rahmen der Meisterschaften zu erlangen. Mehr dazu gibt es in dem Trailer zu sehen. RIGS: Mechanized Combat League ist hierzulande ab 13. Oktober 2016 exklusiv für PlayStation VR auf der PlayStation 4 erhältlich. Quelle:...