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Tokyo Mirage Sessions #FE
Follow Publisher: Nintendo
Entwickler: Atlus
Altersfreigabe: 12+
Release: 24. Juni 2016

Tokyo Mirage Sessions #FE

Site Score
8.0
Good: Erhabener Mix aus zwei jRPG-Serien, Gelungener Grafikstil, Musikalische jPop-Präsentation
Bad: Langweilige Dungeons, Nur japanische Sprachausgabe, Künstliche Pacingprobleme
User Score
9.5
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Rating: 9.5/10 (2 votes cast)

Fire Emblem x Shin Megami Tensei

Manche Ideen oder Wunschvorstellungen hören sich einfach zu verrückt an, um jemals Wirklichkeit zu werden. Nachdem aber bereits Square Enix und Disney mit Kingdom Hearts und später auch Level 5 und Capcom mit Professor Layton VS Phoenix Wright: Ace Attorney bewiesen haben, dass etwaige Kooperationen zwischen Entwicklergiganten durchaus spielerisch umsetzbar sind, möchten sich nun Nintendo und Atlus mit ihrem neuesten Crossover Tokyo Mirage Sessions #FE ebenfalls in dieser Disziplin mit einem knallbunten, jPop-thematisierten Turnbased RPG beweisen.

Heldenhafte Unterstützung aus einer anderen Welt

Tokyo Mirage Sessions #FEs Geschichte dreht sich um die beiden Hauptcharaktere Itsuki Aoi, einem 18-jährigen Schüler, welcher widerwillig in die Welt japanischer Idols geworfen wird und seiner Sandkastenfreundin Tsubasa Oribe, der weiblichen Hauptrolle, welche den großen Wunsch verfolgt ein Idol, wie es einst ihre Schwester war, zu werden. Während einer Idol-Audition kommt es, wie könnte es für ein jRPG auch anders sein, zu einem mysteriösen Zwischenfall, bei dem Tsubasa durch eine böse Macht in ein geheimnisvolles Portal gezogen wird und Itsuki ihr folgt um sie zu retten.

Tokyo Mirage Sessions #FE ist wahrlich ein buntes Spiel, welches den akrobatischen Spagat aus hellen und farbenfrohen Locations mit einem realistischen Charakterstil mixt und sich, trotz detailarmer Texturen, durch und durch lebendig präsentiert.

Dabei treffen beide Schüler auf ‘Mirages’, einst mächtige Kriegerseelen aus einer anderen Welt (sprich: dem Fire Emblem-Universum). Diese treiben nun besessen ihr Unwesen und freunden sich mit den beiden Menschen an. Im späteren Spielverlauf können sich diese sogar mit den Kriegerseelen vereinen, um der örtlichen Bedrohung den Garaus zu machen. Kurze Zeit später finden sich sowohl Itsuki als auch Tsubasa bei einer Talentargentur namens Fortuna Entertainment wieder, welche Teenager für Acts und Performances engagiert. Dass die Agentur jedoch nebenbei auch andere Mirage-Nutzer, so genannte Mirage Masters, bewertet und diese alle gemeinsam Tokyo und die Idolwelt vor dem Bösen beschützen, ist natürlich ein anderer Aspekt in ihrem zukünftigen Job als aufsteigende Idole Tokios.

Trotz des verrückten jPop-RPG Prämise weiß Tokyo Mirage Sessions #FE dank seiner guten Inszenierung zu überzeugen. Für den westlichen Markt (oder besser gesagt im deutschsprachigen Anime-Raum) erinnert der Plot sehr stark an die einstigen Digimon-Serien ‘Frontier’ und ‘Savers’, in der sich einige junge Menschen mit Digimon-Seelen anfreunden, deren Kräfte in den Kämpfen übernehmen und obendrein noch mit einem Konzern für das Wohle der Menschheit arbeiten um, ein großes Übel aufzuhalten.

Neben direkten Anspielungen zu Tokusatsu (Power Rangers-artige Sendungen), werden Europäer auch behutsam in Thematiken wie Vocaloids und der japanischen Idolkultur eingeführt, so dass man oft eher mit einem ‘Aha’ vor dem Bildschirm sitzt, als sich konkret Sorgen über die doch berechenbare Handlungsstruktur zu machen. Obwohl man dies noch mit den obligatorischen Anime-Charaktertypen zusammen mischt (der Erwachsene, die Naive, der übereifrige bester Freund, die gefühlslose Königin mit einem Herz aus Gold, etc.) und dabei diversen Nintendo-Helden aus Fire Emblem: Awakening und Fire Emblem: Shadow Dragon eine Power Rangers-artige Mentorrolle mit eigenen Persönlichkeiten gibt, wird man doch sehr von dieser erfrischenden Bizzarität unterhalten.

Gameplay

Das Grundgerüst des Kampfsystemes stellt die Shin Megami Tensei-Reihe dar, welche einen kompletten Fire Emblem-Anstrich verpasst bekommen hat. Gekämpft wird rundenbasiert aus einer Third Person-Perspektive, doch wurde in Tokyo Mirage Sessions #FE auf das infamose Fire Emblem-Perma Death-Feature verzichtet. Sprich, hier können gefallene Spielcharakter jederzeit wiederbelebt werden, falls sie zu Boden gehen. Wie es bei Fire Emblem und den darin existierenden Jobklassen üblich ist, verfügt jeder Held über unterschiedliche Stärken und Schwächen in einem festgelegten Stein-Schere-Papier-System. Zum Beispiel nehmen Schwertkämpfer durch Gegner mit Lanzen mehr Schaden, wobei sie wiederum bei Gegnern mit Äxten mehr Schaden anrichten. Dieses Grundprinzip zieht sich durch alle physischen und magischen Fertigkeiten, so dass der Spieler in jedem Kampf taktisch vorgehen muss.

Neben direkten Anspielungen zu Tokusatsu (Power Rangers-artige Sendungen), werden Europäer auch behutsam in Thematiken wie Vocaloids und der japanischen Idolkultur eingeführt, so dass man oft eher mit einem ‘Aha’ vor dem Bildschirm sitzt, als sich konkret Sorgen über die doch berechenbare Handlungsstruktur zu machen.

Was für frischen Wind sorgt, ist das Combo-System, welches ein zentraler Bestandteil des Kampfes ist. Da jeder spielbare Held nur über ein eingeschränktes Repertoire an klassengebundenen Fähigkeiten und Waffen verfügt, müssen diverse Schwächen durch Comboangriffe ausgeglichen werden. Wenn wir an unserem oben erklärten Stein-Schere-Papier Prinzip festhalten, so wird der Spieler binnen kürzester Zeit einsehen müssen, dass ein Schwertkämpfer, gegen einen Gegner mit Lanze oder Schwert, niemals so viel Schaden anrichten können wird, wie eine andere Klasse. Um das Maximum aus den Kämpfen rausholen zu können, müssen die Charaktere zusammenarbeiten und ihre Schwächen durch den Erstschlag eines effektiven Charakters ausgleichen, so dass der angeschlagene Gegner nun mehr Schaden nimmt. Im Falle des oben genannten Beispiels müsste zuerst ein Held mit einer Lanze auf den Schwertkämpfer einschlagen, damit der Rest der Gruppe ihm mit weiteren Angriffen automatisch folgen kann, um so mehr Schaden, als mit einem gewöhnlichen Angriff, zu verursachen. Diese Art von Kampfsystem hört sich auf dem Papier zwar kompliziert an, lässt sich aber in der Praxis sehr schnell meistern, da Tokyo Mirage Sessions #FE es sich zur Angewohnheit macht, den Spieler mit optischen Hinweisen an der Hand zu nehmen, so dass sich der Frustfaktor eines SaGa-Spieles (Square Enix) in Grenzen hält. Sollte es wirklich einmal keinen Ausweg geben, so kann man mit den später freispielbaren Limit-Attacken einen bedingungslosen Angriff starten, der dieses Stein-Schere-Papier Prinzip für einen Angriff negiert und immer eine Gruppenaktion auslöst.

Das Kampfsystem wird zusätzlich noch dadurch verfeinert, dass man nur durch solche Teamkombinationen und guten Performances nötige Items bekommen, mit denen sich der Spieler neue Waffen und passive Fähigkeiten schmieden kann. Gerade bei den Waffen gilt zu beachten, dass hier das bekannte Final Fantasy IX-Prinzip mit den auflevelbaren Waffen übernommen wurde, wobei Itsuki und seine Freunde neue Fähigkeiten erlernen können. Daher lohnt es sich erst eine Waffe komplett zu meistern, bevor man auf die nächste Superwaffe umsteigt, welche es wiederum erlaubt neue Angriffstechniken zu erlernen oder gar ältere Skills aufzuwerten und sie dadurch effizienter zu machen. Als ob dass dies nicht schon genug wäre, muss das eigene Idol-Level auch gefördert werden, welches ebenfalls für den Kampf wichtig ist, um neue Fähigkeiten zu erlernen. Im Großen und Ganzen verbringt der Spieler sehr viel Zeit damit seine Teen-Popgruppe in Dungeons zu pflegen und zu trainieren. Rüstungen hingegen nehmen in Tokyo Mirage Sessions #FE eine passive Rolle, ähnlich dem kaufbaren Schmuck, ein. Nichts desto trotz sind sie ein integraler Bestandteil der Abwehr eines Charakters, das nicht als billiges Accessoire abgetan werden sollte.

Wenn der Spieler sich nicht gerade in einem permanenten Upgrade-Wahn verfängt, so darf er in der kleinen Hub-Welt von Ort zu Ort wechseln, mit den Haupt- und Nebenhandlungen für neue spielbare Charaktere und Fähigkeiten voranschreiten und sich unterhaltsame Smartphone Dialoge zwischen einzelnen Charakteren oder der Gruppe auf dem WiiU-Gamepad durchlesen. Besondere Anerkennung gilt dabei vor allem der englischen Lokalisation, welche bewusst auf bekannte Internet-Smilies und Memes zurückgreift und dem Spiel einen zeitgemäßen Anstrich verpasst. Als Spieler sollte man sich aber nicht von folgendem täuschen lassen: Itsukis Smartphone ist ein wichtiger Teil der Handlung, durch welches man beim Erkunden eines Dungeon oftmals herausgerissen wird. Einmal lässt uns Tokyo Mirage Sessions #FE wissen, dass wir eine neue Waffen schmieden können, ein anderes Mal ist es ein wenig Offtopic mit einem Helden oder auch eine Einladung jetzt das Dungeon zu verlassen und einen zeitlich begrenzten Sidequest zu machen.

Diese künstliche Streckung mitsamt Backtracking stellt sich spätestens nach sieben Stunden inGame Zeit als eine Geduldprobe heraus, belohnt den Spieler aber zugleich mit einigen besonderen Fähigkeiten, anziehbaren Kostümen für die Kämpfe oder auch Charakterentwicklungen. Glücklicherweise waren Atlus und Nintendo sich über diese Schwäche doch im Klaren, weswegen das Spiel es erlaubt ganze Dialoge oder gameplay-technische Videosequenzen problemlos vorzuspulen, beziehungsweise die Kämpfe automatisch auszuführen. Zu den Dungeons selbst sei gesagt, dass die antreffbaren Monster mit einer Schwertattacke außer Gefecht gesetzt werden können, wenn sie im 3rd Person-View vor Itsuki erscheinen. Besondere Vorsicht hingegen ist bei ‘Savage’-Gegnern geboten, die ca. 5-10 Levels über den eigentlichen Charakterlevel angesiedelt sind und eine besondere Herausforderung (bei allen drei Schwierigkeitsgraden) darstellen.

Ansonsten gibt es nicht viel mehr zu tun, als von Punkt A nach Punkt B zu rennen und neue Cutscenes auszulösen. Der RPG-Part fällt besonders simpel aus, wenn man sich einmal in Shibuya eingelebt hat. Neben einem Supermarkt für kaufbare Items und einem Lotteriesystem gibt es sonst nur ein besuchbares Café oder die überall platzierten Kaufautomaten für Drinks (= Übernachten/komplette Gruppenheilung) zu entdecken. Das Spiel richtet sich in erster Linie an eine simple Käuferschicht, die es liebt die Story voranzubringen und nebenbei ein wenig Charakterpflege zu betreiben. Wer hier die Tiefen eines Fire Emblem-Ablegers sucht, in dem man seine Rekruten wirklich bis auf das Blut trainieren muss oder sie gar verheiratet und die Kinder die besten Fähigkeiten und Werte übernehmen, der ist bei Tokyo Mirage Sessions #FE an der falschen Adresse gelandet. Das Spiel ist ein leichtköstiger Mix aus zwei IPs, ohne jemals wirklich tief in die jeweiligen Marterien einzutauchen.

Grafik

Tokyo Mirage Sessions #FE ist wahrlich ein buntes Spiel, welches den akrobatischen Spagat aus hellen und farbenfrohen Locations mit einem realistischen Charakterstil mixt und sich, trotz detailarmer Texturen, durch und durch lebendig präsentiert. Das beginnt mit einer getreuen Darstellung des zentralen Ortes Shibuya, mit vielen bunten Silhouetten, welche die normalen Bürger präsentieren sollen und endet in stylischen Kampf- und Kamerafahrt-Inszenierungen, ohne dabei jemals die 60fps auszubremsen. Die auftretenden Charaktere mitsamt ihren Outfits sind mit Liebe designt worden und können mit angenehmen Ladezeiten über die Schwächen der generell leistungsschwachen Wii U problemlos hinwegtäuschen und faszinieren. Dies trifft vor allem bei diversen Musikvideos zu, die immer wieder im Spielverlauf zur Geltung kommen.

Wo allerdings das Spiel nicht glänzt, sind die Dungeons; simple Design-Assets die aus einem Lego-Baukasten stammen könnten. Die Idolosphere-Welten wirken zudem lieblos und schnell zusammengekleistert und stehen stark im Kontrast zu der recht hübsch gestalteten Hubwelt, in der sich der Spieler bewegen kann.

Sound

Ein Spiel über singende Idols verlangt dementsprechend auch einen fetzigen Vocal-Soundtrack, welcher das Spiel problemlos an den Käufer bringt. Neben dem ohrwurmigen Titelsong ‘Reincarnation’ gesellen sich bis zu 17 weitere Vocal Songs im Spiel dazu, die mal mehr mal weniger gelungen sind. Zu dem eigentlichen Instrumental Soundtrack von Yoshiaki Fujisawa sei gesagt, dass er seinen Zweck erfüllt, aber nur über wenige hitverdächtige Tracks verfügt.

Worin Tokyo Mirage Sessions #FE jedoch glänzt, ist die nahezu komplett synchronisierte Spielewelt, die bis auf einzelne NPCs und gewöhnliche Monster komplett untertont ist. Itsuki, Chrom und der restliche Cast geben eine sehr gute und glaubwürdige Leistung in ihren Rollen ab und spornen in den Kämpfen immer weiter an das Bestes zu geben. Einziger Wehrmutstropfen ist jedoch, dass das Spiel komplett in japanisch gehalten wurde, was aber wiederum bedingt durch das Handlungssetting in Tokyo sowieso authentischer werden lässt, als eine komplett neue englische Synchronisation. Die Untertitel begleiten den Spieler nahezu durch das komplette Geschehen, fehlen aber überraschenderweise in den Kämpfen, wo es auch einige interessante Dialoge zu erleben gäbe und das Vertrauen zwischen Mirage und ihren Meistern widerspiegelt.

Abschließende Worte

Tokyo Mirage Sessions #FE ist ein gutes jRPG mit einigen kleinen Schwächen, die dem interessierten Spieler jetzt nicht unbedingt abschrecken sollten. Neben ewig langen Laufpassagen samt Backtracking, dem umständlichen Upgradesystem und teils stupider Such-Quests, überzeugt am Ende doch das Mischlings-Gesamtpaket zweier Franchises. Die Handlung holt jRPG-Fans zwar nicht vom Ofen hervor, aber das muss sie auch nicht, weil die Charaktere mit ihrem alltäglichen Banter durch Dialoge und über dem Wii U-Gamepad zu unterhalten wissen. Das Kampfsystem wirkt anfangs unübersichtlich und überladen, kann aber nach kürzester Zeit recht schnell verstanden oder gar als simpel betrachtet werden, ohne den Spieler jemals spielerisch zu überfordern. Im Großen und Ganzen ist es deshalb ein lohnenswerter Titel, welcher seine Stärken im schwachen Wii U-Lineup vollstens ausspielen kann und Fans beider Serien zufriedenstellen wird.

– Erhabener Mix aus zwei jRPG-Serien

– Gelungener Grafikstil

– Musikalische jPop-Präsentation

– Spaßiges Upgrade-System…

– Langweilige Dungeons

– Nur japanische Sprachausgabe

– Backtracking & stark limitierte Hub-Welt

– … nur ungünstig untergebracht

– Künstliche Pacingprobleme

Miles


Miles ist ein Oldschool Gamer Extraordinaire, Liebhaber & Sammler von Videogame Soundtracks und neuerdings auch Stammkunde bei diversen offiziellen und inoffiziellen Gaming Clothing Stores. Wenn er nicht gerade Sklave seines eigenen Konsumwahnes ist, spielt er mit Freunden auf Nintendo & Sony Konsolen/Handhelds aktuelle Spiele und Klassiker.

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Frischer Trailer zu Tokyo Mirage Session #FE

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