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This War of Mine: The Little Ones
Follow Publisher: Deep Silver
Entwickler: 11 bit studios
Altersfreigabe: 18+
Release: 14. Nov 2014 (PC), 20. Jän 2016 (PS4, XBO)

This War of Mine: The Little Ones

Site Score
8.0
Good: Realistische Entscheidungen/ Szenarien, Ziviles Kriegsleiden hautnah erleben
Bad: Fragwürdige Reaktionen bei Diebstahl, NPCs lernen nicht unbedingt dazu
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Im Krieg leidet jeder. Besonders die Zivilisten.

Gerade in Zeiten in denen der Westen im Frieden fast schon vor sich hin vegetiert und Flüchtlinge aus den östlichen Teilen der Welt in unsere Breitengrade zu entkommen versuchen, taucht ein Videospiel auf dem Markt auf, das den Nerv der Zeit nicht passender treffen könnte; es erzählt von den eher unbekannten Szenen eines Bürgerkrieges und wie die Bewohner einer fiktiven Stadt nach und nach dem Wahnsinn verfallen. Wie sie Nachbarn bestehlen oder, schlimmer noch, ihr Leben bedrohen, nur um die Ressourcen für ihr eigenes Dasein aufrecht erhalten zu können.

Der polnische Entwickler 11 bit studios veröffentlichte bereits 2013 mit This War of Mine aufgrund seines Realitätsbezugs ein wertvolles aber dennoch sehr trauriges Spiel. Zwei Jahre später feiert dieses in einer überarbeiteten Version und mit dem Beinamen The Little Ones seine Neuveröffentlichung auf den Konsolen. Und im Mittelpunkt stehen dieses Mal die unschuldigsten Opfer des Krieges. Die Kinder.

Krieg, Plünderung und das Überlebensdrama

Schießereien, Schreie, Explosionen – obwohl sie nur leise zu vernehmen sind, signalisieren sie in der sicheren Unterkunft, dass die Menschen sich an die eigentlich schrecklichen Geräusche gewöhnt haben.

Nach knapp einem Jahrzehnt des Bürgerkriegs liegt die fiktive Stadt Pogoren größtenteils in Schutt und Asche. Die Bewohner befinden sich am Rande des Wahnsinns und kurz vor dem Ruin. In This War of Mine: The Little Ones schlüpft man in die Rolle von vorgegebenen Charakteren und versucht im Rahmen der zivilen Ausschreitungen das letzte Stück Menschlichkeit zu bewahren, nicht wissend, dass der Krieg in den nächsten 10-40 Tagen endet. Tagsüber übt man sich in dem Jonglieren der vorhandenen Ressourcen, um lebensnotwendige Einrichtungen zu bauen, wogegen man in der Nacht selbst zum Plünderer wird und in der nahe liegenden Umgebung nach Baumaterialien, Nahrungsmittel und Medikamenten sucht. Zu Beginn des Spiels durchforstet man noch leerstehende Gebäude, sieht sich in späterer Folge jedoch mit einem moralischen Gerangel konfrontiert, wenn es um das eigene Überleben geht und man somit von anderen Menschen stehlen oder diese sogar töten muss.

Im Mittelpunkt steht dabei nicht die eigene Entscheidung, sondern wie die Spielfigur (eine von 18 unterschiedlichen Charakteren – darunter auch Familien mit Kindern) in den jeweiligen Momenten handeln würden. Dazu besitzt jede Person eine eigene Biografie, in der die Vorgeschichte und sämtliche Erlebnisse im Spielverlauf gelistet werden. Dementsprechend hat auch jeder seine Stärken und Schwächen; Pavle war einst ein berühmter Star des örtlichen Fußballteams und läuft somit schneller als alle anderen. Karia, eine Lokalreporterin kann sehr gut mit Menschen umgehen und ist bei Tauschgeschäften somit in der Lage einen besseren Deal auszuhandeln.

This War of Mine: The Little Ones besitzt einen sehr hohen Wiederspielwert, da jede Tag-/ Nacht-Runde und durchforstete Umgebung unerwartete Überraschungen mit sich bringt, die unter Umständen den Tod der Spielfigur bedeuten können. Die zahlreichen Entscheidungsmöglichkeiten sorgen dafür, dass man das Verhalten der spielbaren Personen je nach Situation einschätzen muss. Es kommt somit auch mal vor, dass die eigentlich gesunden und ausgeschlafenen Charaktere plötzlich am Boden zerstört sind, da einer ihrer Erkundungsläufer am Abend eine Großfamilie ausgeraubt hat, damit die eigene Gruppe sich das Überleben sichern kann.

Hat man einen Durchgang absolviert, werden neue Figuren-Konstellationen freigeschaltet, sodass die Möglichkeit besteht neue Szenarien auszuprobieren. Wer bereits alle Varianten hinter sich hat, kann sich zudem selbst neue Missionsabläufe überlegen und Figuren, Ortschaften und Vorgeschichte mit den 18 Charakteren im Story-Editor zusammen stellen. Die Charakter-Biografien und Locations bleiben dabei stets die gleichen, nur vereinzelte Einstellungen zu den erkundbaren Orten (spezielle Situationen, wie beispielsweise plötzlich auftauchende Soldaten oder Handelsmöglichkeiten) können alterniert werden.

Gameplay

This War of Mine: The Little Ones besitzt einen sehr hohen Wiederspielwert, da jede Tag-/ Nacht-Runde und durchforstete Umgebung unerwartete Überraschungen mit sich bringt, die unter Umständen den Tod der Spielfigur bedeuten können.

Jede Spielfigur wird mit dem linken Analogstick in der Seitenansicht durch die einzelnen Areale gesteuert, wobei man mit dem rechten Stick noch anliegende Räumlichkeiten begutachten kann. Jede Figur hat seine, für die Umgebung spezifischen, Stärken daher schaltet man tagsüber je nach Situation mit dem R1-Knopf zwischen den Charakteren herum. Zu Beginn arbeitet man von einer Werkbank ausgehend und baut sich, abhängig davon wieviele Ressourcen man zur Verfügung stehen hat, neue, für das Überleben notwendige Arbeitsplätze zusammen. In späterer Folge ist es auch möglich Arbeitsplätze auszubauen, damit diese effizienter mit Ressourcen umgehen und sich das Sortiment an erstellbaren Produkten vergrößert. Wenn man geschickt mit den Baumaterialien agiert, ist es durchaus möglich sich binnen wenigen Tagen so selbsterhaltend aufzubauen, dass man einen Großteil der lebensnotwendigen Utensilien durch Tauschhandel erwirbt. Das Leben in Pogoren ist allerdings hart, so ist man immer wieder gezwungen nachts auf die Straße zu gehen und die unmittelbare Ungebung zu durchforsten.

Die Tage enden stets um 20:00, sodass man sich immer beeilen muss, Neubauten, das Ausruhen der Spielcharaktere, den Handel mit anderen Zivilisten oder Verbesserungen in der Umgebung möglichst schnell abzuschließen. In der Nacht kann lediglich eine Person zum Plündern ausgeschickt werden. Man konzentriert sich in dieser Situation immerhin auch mehr darauf das Überleben in der gefährlichen Zone zu sichern, während dem die restlichen Überlebenden das Camp sichern. Dabei werden Fähigkeiten und Items angewendet, die zuvor in der Basis gebaut oder erlernt wurden. Dietriche und Messer dienen dem Öffnen von Türen beziehungsweise der Selbstverteidigung, Schaufeln und Sägeblätter hingegen beschleunigen das Vorankommen in der zerstörten Umgebung – dass diese Utensilien nicht von Beginn an verfügbar sind und allesamt selbst erstellt werden müssen, versteht sich von selbst. Auch in der Nacht wird stets gegen die Zeit gearbeitet, denn egal wie viele Materialien die Spielfigur findet, der Platz im Rucksack ist begrenzt und wenn man den sicheren Heimweg zu spät antritt, erreicht die Spielfigur erst am späten Vormittag das eigene Lager – übermüdet und unfähig weitere Aufgaben zu erledigen.

Das Spiel orientiert sich zweifellos an Fans von Survival-Spielen oder realistischen Sidescrolling-Adventures, die einen Einblick in die Geschehnisse eines Bürgerkrieges geboten bekommen wollen.

Auf der Straße trachten jedoch nicht nur andere Plünderer nach übrig gebliebenen Ressourcen, auch harmlose aber dennoch bewaffnete Überlebende, die einfach nur in Ruhe leben wollen, sind in der bürgerlichen Gegend von Pogoren zu finden. Somit schleicht man sich durch zerstörte Bauten, bricht unter Umständen in Wohnungen ein, stiehlt den privaten Besitz anderer Bedürftigter und wehrt sich im schlimmsten Fall mit den zur Verfügung stehenden Waffen. Denn wenn eine Spielfigur einmal stirbt, fehlt diese nicht nur im Herzen des Spielers, die gesamte Microplanwirtschaft bricht zusammen. Im schlimmsten Falle sind die zurückbleibenden Überlebenden zudem so sehr von dem Erlebten mitgenommen, dass sie am nächsten Tag am Boden zerstört sind und kaum Aktivitäten verrichten können. Die Charaktere können sich aber auch gegenseitig unterstützen, mit einander reden, um sie bei Laune zu halten oder ihnen Medikamente, gekochte Nahrungsmittel und ähnliche Verbrauchsgegenstände zu bringen. Der allgemeine Zustand der Figur wird dabei in Form von Worten rechts in dem Biografie-Fenster in der unteren, rechten Ecke des Screens dargestellt. Dort kann man auch anhand der Interpretation des Erlebten ungefähr einschätzen, wie eine Spielfigur tickt und sein Spielverhalten dementsprechend anpassen. Bruno macht es beispielsweise wenig aus, wenn andere Menschen bestohlen werden, um sein eigenes Überleben zu sichern, könnte seine Mitbewohner am nächsten Tag wieder aufmuntern und seine Taten durch tröstende Worte rechtfertigen, um die am Boden zerstörten Kollegen wieder zum Weiterleben zu motivieren. Dies ist sehr wichtig, denn neben dem Tod durch Plünderer und Angreifer der eigenen Basis, können Teammitglieder das Camp auch verlassen, wenn sie sich im Klima der sicheren vier Wände nicht mehr wohl fühlen.

Es gibt gute Gründe die unzähligen Locations des Öfteren zu besuchen, immerhin hat man oftmals nicht das richtige Werkzeug parat, um im jeweiligen Areal voran zu kommen oder die notwendigen Güter, um einen Tauschhandel erfolgreich abzuschließen. Zudem ist der Platz im Rucksack begrenzt, sodass geübte Charaktere höchstens zwölf unterschiedliche Items mit sich führen können – und nur die wenigsten Gegenstände lassen sich zu einem gesammelten Bündel kombinieren, um Platz zu sparen.

This War of Mine: The Little Ones orientiert sich zweifellos an Fans von Survival-Spielen oder realistischen Sidescrolling-Adventures, die einen Einblick in die Geschehnisse eines Bürgerkrieges geboten bekommen wollen. Trotz der optimal adaptierten Steuerung für Konsolen, hat man des Öfteren seine Schwierigkeiten beim Hinauf- und Hinabgehen bei Treppen, wenn der Analogstick nicht eindeutig nach oben oder unten gerichtet wird, sondern nur schräg. Ebenso knifflig gestaltet sich manchmal das Schließen von Türen in der Nacht, besonders, wenn es mal hektisch wird. Da kommt es vor, dass man sich schnell von einem Verfolger verstecken möchte, die Türe aber ungewollt von der falschen Seite verschließt. Darüber hinaus ist die Reaktion der Spielfiguren im Falle eines Diebstahls oder eines Mordes sehr fragwürdig; während dem Ausüben der Tat zeigt diese kaum Reue, erst im Camp sind diese am Boden zerstört. Ebenso enttäuschend ist, dass die bestohlenen Zivilisten keine Gegenmaßnahmen treffen, um weiteren Diebstahl zu verhindern (Türen wieder verschließen/ verbarrikadieren oder öfters Wache halten). Aktionen wie diese rauben dem Spiel leider ein wenig die Glaubwürdigkeit und deuten darauf hin, dass die Entwickler nicht einen realen Blickwinkel, sondern eine korrekte Ansicht zu vermitteln versuchen (nicht noch einmal stehlen/ morden – noch dazu am gleichen Ort!).

Grafik

Die melancholische Kriegsstimmung wird mittels dunklen Grautönen untermalt. Passend dazu vermittelt der Comic-artige Touch einen wirren Look, der durch leichte Pinselstriche Unwetter verdeutlichen und Gefahrensituationen hervorheben kann. Im Kontrast dazu bieten Fotoaufnahmen der Spielfiguren eine Verbindung zur Realität – man fühlt sich automatisch mehr mit den Charakteren verbunden, da diese den Spieler in den Biografie-Karten kontinuierlich ansehen und gelegentlich sogar blinzeln. Der allgemeine Gemütszustand der einzelnen Figuren lässt sich jedoch nicht nur über die Statusanzeige ablesen, denn die Körperhaltung trägt sehr viel dazu bei, dass man bereits mit einem Blick über dessen Verfassung Bescheid weiß.

Die Besonderheiten an der Sichtweise der Spielfigur in This War of Mine: The Little Ones fallen einem erst beim Plündern in der Nacht auf; das Sichtfeld ist durch die verschlossenen Räumlichkeiten und den mangelnden Lichtverhältnissen begrenzt. Man sieht zwar anhand von roten Kreisen (das Gehörte wird visualisiert), dass sich etwas in den angrenzenden Räumen bewegt, ob es sich hierbei um einen Menschen oder eine Ratte handelt, wird erst klar, wenn man sich durch das Schlüsselloch Klarheit verschafft hat.

Obwohl This War of Mine: The Little Ones während dem Testen auf einem ausgesprochen großen Bildschirm gespielt wurde, war es gerade zu Beginn sehr schwer vereinzelte Icons auch wirklich zu erkennen und bestimmte Schriften zu lesen, da diese mitunter zu klein waren. Man gewöhnt sich mit der Zeit daran und weiß im Endeffekt auch, welche Icons für welche Ressourcen stehen, allerdings hat man anfangs noch Schwierigkeiten die Items von einander zu unterscheiden.

Sound

Mit sehr bedrückend ruhigen und somit eher beklemmenden Tönen gestaltet This War of Mine: The Little Ones die allgemeine Kulisse des kurzen Aufenthalts in der vom Bürgerkrieg gekennzeichneten Szenerie. Dadurch treten wesentlich wichtigere Details mehr in den Vordergrund; Schießereien, Schreie, Explosionen – obwohl sie nur leise zu vernehmen sind, signalisieren sie in der sicheren Unterkunft, dass die Menschen sich an die eigentlich schrecklichen Geräusche gewöhnt haben. So hört man bespielsweise auch die leisesten Bewegungen der Gegner, wenn man sich nachts beim Plündern durch fremde Gebäude bewegt.

Trotz vieler Texte und Konversationen besitzt das Spiel keine Sprachausgabe, benötigt aber auch nicht unbedingt eine. Dazu lebt das Spiel mehr von seiner Körpersprache und vermittelt viel durch wenige Mimiken, die durch ein Integrieren einer Synchronisation vermutlich komplett untergegangen wären.

Abschließende Worte

30 virtuelle Tage hat mich This War of Mine: The Little Ones in den Bann gezogen, dann war der Bürgerkrieg für mich vorbei und ich konnte mich wieder gemütlich meinem normalen Tagesablauf widmen. Das Spiel hat aber auf jeden Fall eine lehrreiche Botschaft und schreckliche Eindrücke hinterlassen, für die man den Entwicklern von 11 bit studios dankbar sein kann. Das Gameplay stellt Gamer in vielerlei Hinsicht auf eine harte Probe, allen voran da das eigene Überleben nicht zwangsweise das einzige Ziel in dem überarbeiteten PC-Titel darstellt.

– Realistische Entscheidungen/ Szenarien

– Ziviles Kriegsleiden hautnah erleben

– Micromanagement unter Zeitdruck

– Viele Möglichkeiten zu überleben

– Fragwürdige Reaktionen bei Diebstahl

– NPCs lernen nicht unbedingt dazu

– Ein Happy Ending ist immer optional

– Treppensteigen & Türenschließen knifflig

Geektor


"Meister der Grimassen", "vollkommen durchgeknallter Gamer" und ähnliche Namen wurden Geektor bereits zugesprochen. Aber wenn es jemanden gibt, mit dem man gerne objektiv über Videospiele und deren Entstehungsgeschichte diskutiert, dann ist es mit hoher Wahrscheinlichkeit dieser vollkommen durchgeknallte Meister der Grimassen!

Eure Meinung dazu?

Launchtrailer zu This War of Mine: The Little Ones

Launchtrailer zu This War of Mine: The Little Ones

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This War of Mine – Fakten