Auch dieses Jahr war Tobii Tech mit der Eye Tracking Technologie für Spiele auf der Game Developer Conference anzutreffen. Mit der Unterstützung von Dan Thornstrom von Avalanche Studios präsentierte Oscar Werner den breiten Nutzungsgrad von Tobii EyeX für die Gamingindustrie.

Neben der Möglichkeit das Interesse der Spieler an der digitalen Umwelt mittels Blickaufzeichnung und Gesichtserkennung zu verfolgen, hob Tobii Tech vor allem die interaktiven Elemente zur Implementierung ins Spielgeschehen hervor. Dem Spieler steht laut den Entwicklern sozusagen eine dritte Hand zur Verfügung, dessen Steuerungsbreite mit einer einfachen Maus nicht erreicht werden kann. Dabei sollen intuitive Handlungen des Menschen so genau wie möglich imitiert werden.

Dies wurde von Avalanche Studios mit der Demo ‘The Hunter’ näher erläutert. Nicht nur die Kameraführung lässt sich dabei durch das Eye Tracking System mit den Augen steuern; Tobii EyeX möchte das Gamingerlebnis von Grund auf verbessern und vor allem ein natürlicheres Gefühl in der Steuerung schaffen. Gelingen soll dies zum Beispiel mit Features wie der Aktivierung des User Interface durch einen Blick in die Ecken, oder Einblendungen von Informationen, sowie dem Zoomen auf der Map durch Vorwärts- oder Rückwärtsbewegen des Kopfes. Demonstriert wurde auch, wie durch das Schließen eines Auges automatisch in den Scope-Modus der Waffe gewechselt werden kann.

Oscar Werner spricht in seiner Präsentation nicht nur über die Integration von Eye Tracking als technologisches Gadget, sondern von einem weitreichenden Umdenken des Gesamtkonzepts. Mit dem Einfügen der Blicksteuerung ergeben sich für Spielentwickler auch in anderen Bereichen, wie Sound-Lokalisierung, Bewegungsabläufen oder Spielstruktur neue Herausforderungen. Um den Programmieren die Entwicklung möglichst zugänglich zu machen, setzt Tobii EyeX auf die Unity Engine und Unreal Engine 4.

Bis das System aber zur Freude des Endnutzers eingesetzt werden kann, ist es wohl noch ein weiter Weg. Obwohl die Technik ein einzigartiges Gamefeeling verspricht, scheint die Markttauglichkeit derzeit noch in Frage zu stehen. Immerhin liegt das Risiko vor, dass bei mangelnder Umsetzung, ähnlich wie bei Xbox Kinect, das Eye Tracking seine volle Funktionstüchtigkeit im Spielealltag nicht aufrecht erhalten kann und das Gaming-Erlebnis mehr trübt als aufblühen lässt.

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