Neuigkeiten››
Liket uns auf Facebook und abonniert unseren Youtube-Kanal um die neuesten Informationen zu Videospielen zu verfolgen! Resident Evil 3Doom EternalLuigi’s Mansion 3The Surge 2The Legend of Zelda: Link’s Awakening
Ori and the Blind Forest
Follow Entwickler: Moon Studios
Publisher: Microsoft
Altersfreigabe: 6+
Release: 11. März 2015

Ori and the Blind Forest

Site Score
9.0
Good: Märchenhaftes Design, Schöne, angenehme Musik - “Made in Austria”
Bad: Anfangs schnell frustrierend, Keine wirklichen Gameplay-Neuerungen, Abstürze beim Spielstart
User Score
10.0
(3 votes)
Click to vote
VN:F [1.9.22_1171]
Rating: 10.0/10 (3 votes cast)

Ein Funken, der die Welt erstrahlen lässt!

Es gibt selten Spiele, die einer gesamte Menschenmasse bereits bei der ersten Präsentation den Atem verschlagen. Ori and the Blind Forest aus der österreichischen Spieleschmiede Moon Studios ist eines dieser besagten Softwares und ist bisher, ebenso wie seine Entwickler,  eher aufgrund seiner mysteriösen Art im Rampenlicht gestanden. Nun heißt es Licht ins Dunkel zu bringen und mehr über den niedlichen Waldgeist und sein Abenteuer im Wald in Erfahrung zu bringen. 

Ein kleiner Waldgeist – Das Licht im Dunkel

In einer stürmischen Nacht wird das mutige, kleine Geisterwesen Ori durch einen heftigen Windstoß vom Geisterbaum getrennt und verirrt sich im großen Wald von Nibel. Zum Glück findet das Waldwesen namens Naru den kleinen Lichtgeist und nimmt diesen fürsorglich bei sich auf. Doch das familiäre Zuhause, das Ori gefunden hat, bleibt ihm nicht lange vergönnt.

In diesem Spiel kann man sich verlieren wie in einem Fantasiebuch. 

Auf der Suche nach seinem Kind, erleuchtet der Geisterbaum eines Nachts den gesamten Himmel – sein Ruf nach Ori bleibt allerdings unerwidert. Vom hellen Schein aufgewühlt, lässt die Eule Kuro noch in der selben, schicksalhaften Nacht ihren Hass schweifen – sie greift den Geisterbaum und seine Lichtwesen an und löscht damit jegliches Licht aus. Daraufhin herrscht im Wald Finsternis und Ungleichgewicht, die Pflanzen verderben und tragen kaum noch Früchte. Naru und Ori bekommen dies unmittelbar zu spüren und finden schließlich keine Nahrung mehr. Als Ori eines Tages hoffnungsvoll vereinzelt Früchte findet und nach Hause bringt, ist es für das liebevolle Waldwesen jedoch bereits zu spät. Voll Traurigkeit und Schmerz verlässt Ori das einsame Nest, um sich auf die Suche nach dem Geisterbaum zu begeben. Doch die anstrengende Reise und der qualvolle Verlust rauben dem kleinen Lichtgeist jegliche Lebensenergie und schon bald ist sein letzter Atemzug getan. In diesem Moment wendet der Geisterbaum seine noch übrigen Kräfte auf, um sein einzig verbliebenes Kind zu retten. Ori beschließt nach seinem Erwachen das Gleichgewicht des Waldes wiederherzustellen und das Licht des Geisterbaums zurück zu bringen.

Gameplay

Nach dem gefühlvollen Prolog begibt man sich direkt auf Entdeckungstour durch die verflochtene Welt von Nibel. Da die Fähigkeiten anfänglich noch begrenzt sind, können nur wenige Bereiche erforscht werden. Bis man sich an die Steuerung gewöhnt hat und da man zu Beginn nur selten speichern kann, was oftmals sehr lange, sich wiederholende Sequenzen mit sich bringt, liegt die Frustrationsgrenze vorerst noch etwas niedrig. Das Spiel legt seinen Fokus dabei fast ausschließlich auf die Jump’n’Run-Kompetenzen des Spielers. Je mehr Fähigkeiten man im Verlauf des Spiels freischaltet, umso spannender und interessanter wird es. Die Levels sind entsprechend der Skills immer wieder unterschiedlich designt und bieten somit jede Menge Abwechslung. Beinahe der gesamte Wald ist als offene Welt zugänglich und je nach Fortschritt immer weitgreifender erkundbar. Ob spielerische Verwirrung der Gravitation oder Wege die sich sporadisch verändern – an kreativem Umgebungsdesign fehlt es hier nicht. Etwas monoton wirkt hingegen der platte Spielverlauf, indem sich die selben Aufgaben auf die gleiche Art und Weise wiederholen. Abseits der neuwertigen Schussmechanik, mit deren Hilfe man springen und gleichzeitig Schalter und Gegner umlegen kann, ist also mit keinen sonderlich großartigen Spielneuerungen zu rechnen.

Um Nibel wieder ins Gleichgewicht zu bringen, besucht man drei besondere Ortschaften: Den Ginsobaum, die Elendsruinen und den Horuberg. Im Unterschied zum restlichen Wald können diese jedoch nur einmalig besucht werden, daher sollte hier besonders auf das Aufdecken aller Geheimgänge und versteckten Items geachtet werden.

Die drei Levels stehen jeweils für ein Element, welches wiederhergestellt werden muss. Der Ginsobaum verkörpert das Wasser. Da er von giftigen Pflanzen befallen ist, die den Baum innerlich faulen lassen, ist das Wasser in ganz Nibel vergiftet. Hat man den Ginsobaum von seinem Leid befreit, ist es möglich im sauberen Wasser zu schwimmen. Die Elendsruinen beinhalten den Wind und sorgen nach seiner Säuberung wieder für frische Luft, die Ori in neue Höhen gleiten lässt. Der Horuberg ist für die Wärme verantwortlich, sorgt aber in seinem Ungleichgewicht für Lavaströme und bildet das abschließende Kapitel des Spiels.

Nach circa 10 Spielstunden ist man nicht nur von der Entwicklung der Charaktere gerührt, sondern auch ein bisschen traurig, dass der liebenswerte Plattformer schon wieder zu Ende ist.

So simpel sich das Vorhaben, das Abenteuer mit Leichtigkeit zu bewältigen, auch anhören mag, vom Kinderspiel sind es weit entfernt. Nur wenn Timing und Präzision perfektioniert werden, sind die Missionen schaffbar, wobei nicht selten auch Multitasking-Geschicklichkeiten gefragt sind. In den Abschlusssequenzen der 3 Levels wird jeder Fehler bestraft und da das Speichern in diesen Abschnitten nicht möglich ist, kehrt man immer wieder zum Startpunkt zurück, um sein Glück erneut zu versuchen.

Um die unterschiedlichsten Rätsel und Aufgaben zu meistern und die Gegner zu bekämpfen, stehen verschiedene hilfreiche Fertigkeiten zur Verfügung. Prinzipiell gibt es nein Grundfähigkeiten, die im Verlauf freigeschalten werden. Dazu zählen zum Beispiel an der Wand laufen, an rutschigen Wänden hinaufklettern, schweben und vieles mehr. Außerdem gibt es einen Fähigkeiten-Baum mit drei Ausprägungen, der nach belieben gestaltet werden kann. Der erste Strang bezieht sich darauf Angriffe zu erweitern oder zu verbessern, der zweite Strang beschäftigt sich mit Sammeln, Aufspüren und Effizienzsteigerung von Gegenständen, der dritte Strang beinhaltet sonstige Fähigkeiten im Bezug auf Energie, wie beispielsweise der schnelleren Herstellung der Seelenverbindungen, dem Atmen unter Wasser oder einer simplen Erweiterung zum 3-fach Sprung. Um diesen Fähigkeitenbaum zu füllen, müssen entweder Erfahrungspunkte, durch das Besiegen von Gegnern gesammelt oder man findet so genannte Fähigkeitenzellen, die einem sofort einen Fähigkeitspunkt einbringen. Als praktisch erweisen sich außerdem Lebenszellen – sie erweitern die Lebensleiste, und Energiezellen, entsprechend für die Energieleiste. Energie wird vor allem zum Erzeugen von Seelenverbindungen (Speicherpunkt und Zugriff auf den Fähigkeitenbaum) benötigt, aber auch zum Öffnen von Türen und für stärkere Angriffe.

Sobald die Energie zur Verfügung steht, kann also jederzeit gespeichert werden. Anfangs lädt sich die Seelenverbindung noch etwas langsamer auf, was dazu führt, dass oftmals längere Abschnitte erneut gespielt werden müssen. Erweitert man seinen Fähigkeitenbaum ausreichend, ist es später sogar möglich nach beinahe jedem Hindernis einen Speicherpunkt zu setzen, was das Spiel nicht nur erleichtert sondern auch die Motivation steigert. Einzusammeln gibt es außerdem Kartensteine, die noch unentdeckte Gebiete anzeigen, wenn sie wiederherstellt werden, und Schlüsselsteine mit denen sich bestimmte Tore öffnen lassen. Um sich das Lichtgeist-Leben ein wenig zu erleichtern, empfiehlt es sich also den Wald zwischen den drei Elemente-Levels immer wieder abzusuchen. Vor allem bevor der Horuberg betreten wird, da er das letzte Kapitel darstellt und sich jede zusätzliche Hilfe erleichternd auswirkt. Dies ist ebenfalls für bestimmte Achievements relevant, da nach Beendigung nicht mehr auf den Spielstand zugegriffen werden kann. Eine kleine Unterstützung findet man auch im Pausenmenü mit Statistiken zur Kartenaufdeckung, Wiederbelebungen, Spielzeit oder der Anzahl der gesammelten Gegenstände.

Nach circa 10 Spielstunden ist man nicht nur von der Entwicklung der Charaktere gerührt, sondern auch ein bisschen traurig, dass der liebenswerte Plattformer schon wieder zu Ende ist. Der Storyverlauf ist relativ schlicht und verliert trotz der teilweise vorhersehbaren Handlung nicht an emotionalem Effekt. Jede Figur bekommt eine kleine, nachvollziehbare Hintergrundgeschichte, welche schließlich gut im Gesamtkonzept zusammenspielen. Dabei schafft es Ori and the Blind Forest unterschiedlichste Themen anzusprechen. Von Liebe, Freundschaft und Verlust bis hin zu Vergeltung und Güte. Die gefühlvollen Filmszenen können nach Spielende im Hauptmenü noch einmal angesehen werden.

Grafik

Der einzigartige Zeichenstil lässt einen sofort in die magische, märchenhafte Welt von Ori eintauchen. Im klassischen 2D-Plattformerdesign sorgt der layerartige Aufbau für ein Tiefengefühl. Nicht selten springt im Vordergrund plötzlich der Schatten eines Wesens oder einer Pflanze vor das eigentliche Sichtfeld. Die Spielebene steht jedoch in gutem Kontrast zum Hintergrund, sorgt also für Klarheit über die Beschaffenheit der Oberflächen. Die Szenarien, die von Moon Studios geschaffen wurden, sind kreativ und faszinieren bis zum Schluss. Trotz der nahtlosen Übergänge unterscheiden sich die einzelnen Bereiche des Waldes in ihrem Aussehen und ihrer Atmosphäre. Ob Lavaströme, Eiszapfen, dunkle Forste, unter Wasser oder in luftigen Baumwipfel – in diesem Wald ist von allem etwas dabei. Ebenso liebevoll wie die Umgebung, wurden die Hauptcharaktere entwickelt, die mit ihrer Authentizität überzeugen können. Etwas einbüßen musste dafür die Vielfalt an Gegnern, da sich diese im Großteil des Waldes doch sehr oft wiederholen.

Sound

Ebenso wie die Grafik, wissen auch die sanften Klänge des Orchesters zu bezaubern. Sie tragen maßgeblich zur Stimmung der einzelnen Szenen sowie der Atmosphäre in den Waldgebieten bei. Dabei hat jeder Abschnitt eine eigene Melodie erhalten, die nochmals deren Individualität unterstreicht. Abgesehen von den hektischen Endsequenzen, wurde im Gesamten mit angenehmen, entspannenden Tönen gearbeitet, was das Aggressions- und Stresslevel bei Versagensfrust ein wenig mildert. Nur selten ist die Musik aufdringlich oder nervig, sie hält sich meist im dezenten Hintergrund und stützt das vorherrschende märchenhafte Ambiente. Die Entwickler hielten sich bei der Vertonung geschickt an eine erfundene Sprache, die zwar ein Gefühl für die Situation der Charaktere vermittelt, aber es nicht riskiert die Atmosphäre durch schlechte Synchronisation zu zerstören.

Abschließende Worte

In diesem Spiel kann man sich verlieren wie in einem Fantasiebuch. Das Spielkonzept wurde klassisch und simpel gehalten, überzeugt aber mit dem damit einhergehenden Spaß. Ori and the Blind Forest bietet sich für ein paar schöne Spielstunden an, in denen man einfach mal auf die Zeit vergessen und sein Controller-Geschick auf die Probe stellen möchte. Die bezaubernde Grafik und die schönen Klänge zählen eindeutig zu den Stärken des Plattformers. Viel Geduld und eine gute Portion Motivation sollte man für den Jump’n’Run-Titel allerdings mitbringen, den so niedlich die Levels auch aussehen, umso kniffliger können sie auch sein. Dafür lässt das Spiel auch keine Gelegenheit aus emotional zu berühren und Mitgefühl für die Figuren zu erwecken.

– Interessante und vielseitige Levels

– Berührende Geschichte und Charaktere

– Märchenhaftes Design

– Schöne, angenehme Musik

– “Made in Austria”

– Manche Orte nur einmalig erkundbar

– Anfangs schnell frustrierend

– Keine wirklichen Gameplay-Neuerungen

– Abstürze beim Spielstart

– Nach ca. 10 h war es leider schon aus

theG33kGirl


Eure Meinung dazu?

Indies und die Industrie: Gespräch mit Thomas Mahler

Indies und die Industrie: Gespräch mit Thomas Mahler

Außergewöhnlicher Entwickler. Mysteriöses Spiel. Es kommt selten vor, dass man in der aktuellen Zeit sehr wenig über den Entwickler eines Blockbuster-Titels im Internet findet. Moon Studios ist eines ... Read More »

Frischer Trailer zu Ori and the Blind Forest erschienen

Frischer Trailer zu Ori and the Blind Forest erschienen

Moon Studios veröffentlicht einen neuen Trailer zu Adventure-Plattformer Ori and the Blind Forest. In diesem sind unzählige neue Gameplayszenen aus dem Spiel zu sehen. Ori and the Blind Forest erschei... Read More »

Erste Spielminuten zu Ori & The Blind Forest erschienen

Erste Spielminuten zu Ori & The Blind Forest erschienen

Die Entwickler von Ori and the Blind Forest veröffentlichen ein knapp 10 Minuten langes Gameplayvideo zu dem Xbox One-exklusiven Plattformer und enthüllen gleichzeitig die ersten Spielminuten des heru... Read More »

ComicCon Floor-Demo zu Ori and the Blind Forest

ComicCon Floor-Demo zu Ori and the Blind Forest

Dan Smith, Producer bei Moon Studios und zuständig für die Entwicklungsarbeiten von  Ori and the Blind Forest hat das Adventurespiel auf der ComicCon vorgestellt und den Leuten von GameSpot ein paar H... Read More »

Ori and the Blind Forest für Xbox One angekündigt

Ori and the Blind Forest für Xbox One angekündigt

Eine der beeindruckendsten Neuankündigungen auf der Microsoft-Pressekonferenz war zweifellos Ori and the Blind Forest, das von Moon Studios entwickelt wird. In diesem wird Ori ein Waldgeist von einer ... Read More »

Ori and the Blind Forest – First Look

Ori and the Blind Forest – First Look

Von der E3-Präsenation zum GC-First Look Es ist nicht einmal ein halbes Jahr her, dass sich die Entwickler von Moon Studio mit dem Indie-Plattformer Ori and the Blind Forest auf der Microsoft-Presseko... Read More »

Ori and the Blind Forest – Fakten