Survival Horror findet ein neues Gesicht!

Seit Jahren müssen Fans von Survival Horror-Spielen mit ansehen, wie jede bekannte Reihe aus dem Genre (Resident Evil, Silent Hill und auch Ableger der Alien-Reihe) sich immer mehr dem actionlastigen Storytelling hingibt. Dies war auch bei dem letzten Videospiel-Ableger des Alien-Universums der Fall, mit dem einzigen Manko, dass das Spiel in seiner Gesamtbetrachtung eine Katastrophe war. Der Titel war sogar so schlecht, dass die geplante Wii U-Version gänzlich gestrichen wurde und sich die Entwickler mehr auf die Fehlerbehebung der PC-, PlayStation 3- und Xbox 360-Version konzentrierten – die nach wie vor als Tiefpunkt der gesamten Reihe gelten.

Nun haben die britischen Entwickler Creative Assambly, ein Tochterunternehmen von Sega, die Aufgabe erhalten dem bekannten Namen ein alt-/neues Image zu verpassen. Mit Aussagen wie “die Entwickler kehren wieder zu den  Survival Horror-Wurzeln zurück” lockte Sega die Gamer zum Kauf des neuesten Ablegers der Alien-Saga. Als Verfolger der Reihe und Fan von Survival Horror-Spielen ist man bei solchen Meldungen recht skeptisch, immerhin versprachen Konami und Capcom in Vergangenheit bereits ähnliches bei ihren firmeneigenen Zugpferden, nur um ein weiteres Mal zu enttäuschen. 

Dead Space trifft auf die Alien-Reihe

Selten bekommt man die Gelegenheit sich von seiner längst verschollenen Mutter zu verabschieben. Dies ist zumindest bei Amanda Ripley der Fall, die ihre, seit 15 Jahren totgeglaubte, Mutter Ellen Ripley aufgrund eines Zwischenfalls beim Raumschiff Nostromo nie wieder zu Gesicht bekommen hat (eine Geschichte, die der Original-Alienfilm behandelt). Durch einen Besuch der Raumstation Sevastopol mit einigen Mitarbeitern der Weyland-Yutani Gesellschaft soll die junge Mechanikerin mit diesem tragischen Kapitel in ihrer Lebensgeschichte abschließen und endlich Frieden finden. Jedoch verläuft nichts wie geplant, denn bereits bei der Ankunft meldet sich die Funkstation des Raumschiffs nicht zu Wort. Bei dem manuellen Andocken wird sie auch noch von ihren Kollegen getrennt und findet sich anschließend alleine an Board der völlig zerstörten Raumstation wieder. Unbewaffnet und unwissend wer oder was für den Ausbruch des Chaoses verantwortlich ist, macht sich die junge Dame auf den Weg, die letzten Hinweise auf den Verbleib ihrer Mutter zu finden und es lebend aus dem Durcheinander zu schaffen.

Alien: Isolation ist der handfeste Beweis, dass das Survival Horror-Genre richtig umgesetzt nach wie vor einen Platz in der Welt der Videospiele besitzt. Selbst wenn das Spielprinzip im Hinblick auf die vergangenen Ableger der Alien-Reihe mehr und mehr in den Hintergrund geraten ist, stellt der neueste Teil ein grandioses Combeack dar – immerhin ist Amanda Ripleys Abenteuer für Fans von Gruseltitel ein fabelhaftes Erlebnis! Besonders die Tatsache, dass der Spieler sowohl dem übermächtigen Alien als auch Überlebenden sowie Robotern zum Opfer fällt, macht den First Person Shooter zu etwas Außergewöhnlichem. Ähnlich wie bei Dead Space sind aber nicht nur die Charaktere ausschlaggebend für die hervorragende Atmosphäre in dem Spiel. Die gesamte Raumstation Sevastopol trägt unglaublich viel zu der gruseligen Stimmung bei und ändert sich im Laufe der gesamten Geschichte des Öfteren ganz den Situationen entsprechend. Ähnlich wie der Horrortitel aus dem Hause Visceral Games bildet sie nicht nur den Schauplatz für Gefechte und Verfolgungsjagden der außerirdischen Bedrohung, sondern erzählt in Form von Audiologs auch eine eigene Geschichte über den menschlichen Drang zu überleben oder von geldgierigen Firmenbesitzern. 

Gameplay

Anders als in vielen anderen Shootern, sind die Gegner in Alien: Isolation keine zu bezwingenden Gegner, da diese – bis auf die wenigen, menschlichen Widersacher – der Spielfigur um ein Vielfaches überlegen sind. Man verbringt somit einen Großteil der Zeit damit durch die Gänge der Raumstation zu schleichen und sich vor dem Mutteralien und Robotern zu verstecken. Kriecheinlagen in Ventillations-, Kabel und Abflussschächte sind dabei keine Seltenheit, wobei dies nicht mit Sicherheit gleichzustellen ist. Immerhin sind die Gegner in dem Schleichshooter sehr gewifft und achten auf jede einzelne Bewegung der Protagonistin – manche mehr und manche weniger. Damit auch Amanda einen Vorteil gegenüber den feindlich gesinnten Figuren besitzt, erhält sie bereits zu einem frühen Zeitpunkt in der Story einen Bewegungsmelder, mit dessen Hilfe, sie herannahende und entfernende Objekte orten kann. Dies stellt auch das wichtigste Item im gesamten Spiel dar, denn obwohl man Zugriff auf Nahkampf-, Schusswaffen und diverse Gegenstände wie EMPs, Rauchbomben und Signalfeuerwerke hat, ist das noch funktionierende Gerät der 70er Jahre das notwendigste Utensil. Die Spieler starten dabei ohne jegliche Bewaffnung an Board des Schiffes und müssen sich mit Hilfe von aufgesammelten Werkzeugen durch die chaotisch hinterbliebene Raumstation kämpfen. Gelegentlich findet man Blaupausen bestimmter Gegenstände (Beispielsweise Erste Hilfe-Packs), die mittels herumliegender Items zusammengebaut werden können. Je nach dem Schwierigkeitsgrad liegt eine unterschiedliche Menge an wiederverwertbarem Kram in der Gegend.

Es ist ein herrliches Gefühl sich an dem außerirdischen Wesen vorbei zu schleichen, in der Hoffnung nicht entdeckt zu werden.

Obwohl die Geschichte recht linear ist, besitzen viele Bereiche am Raumschiff der Sevastopol verschlossene Türen, welche lediglich darauf warten vom Spieler mit dem richtigen Item geöffnet zu werden. Im Laufe der Handlung findet man eine Zange, Lötkolben und ähnliche Utensilien, die den Spieler nicht nur ein Vorankommen in der Story ermöglichen, sondern es diesem schmackhaft machen bei bereits besuchten Orten noch einmal vorbei zu schauen. Dabei wird man kontinuierlich von Überlebenden des stattfindenden Unglücks, falsch programmierten Droiden und dem Mutter-Alien gejagt. Letzteres ist ein unbesiegbarer Gegner, der sowohl das Highlight des Spiels darstellt, allerdings auch für mehrere Frustmomente sorgt. Denn obwohl man als Survival Horror-Fan jede Sekunde, die man auf der Flucht vor der Monströsität verbringt genießt, kann das oftmalige Sterben und die auf Amanda fokussierte Hartnäckigkeit mitunter den letzten Nerv kosten. Besonders wenn die KI der Menschen wirklich schlecht ist und den Spieler nicht mal beim Vorbeigehen wahrnimmt, das Alien aber sogar mit seinem Schweif in der Lage dazu ist, den Spieler unter einem Tisch zu riechen. Es ist dennoch ein herrliches Gefühl sich an dem außerirdischen Wesen vorbei zu schleichen, in der Hoffnung nicht entdeckt zu werden und auch die plötzlichen Tode durch das Alien sind wahre Highlights in dem Spiel.

Besitzern einer PlayStation Kamera wird empfohlen diese während dem Spielen eingeschaltet zu lassen, denn mittels einer Einstellung zu Beginn der Story kann man durch Geräusche im Wohnzimmer die Aufmerksamkeit der Gegner wecken. Das stellt eine zusätzliche Hürde dar und bietet ein komplett neues, wenn auch sehr simpel eingefügtes, Spielgefühl. Die Kamera erkennt auch, wenn man den Kopf neigt und ermöglicht es der Spielfigur bei Ecken und Kanten hervor zu blicken ohne entdeckt zu werden. Interessant ist auch die Verwendung des Lichtes vom PlayStation 4-Controller. Sobald die Präsenz des Aliens zu spüren ist, ändert sich die sonst weiße Farbe zu einem Alien-typischen Grün und verstärkt dadurch die Atmosphäre um ein Vielfaches.

Wem die Verfolgungsjagden und Schleichpassagen in der Story nicht genügen, der darf sich im Survivor Mode über eigens zusammengewürfelte Areale freuen, in denen man dem übernatürlichen Wesen entkommen muss. 

Grafik

Das Hecheln des Aliens lässt einem das Blut in den Adern gefrieren, während dem man sich im Ventillationsschacht befindet.

Gas gesamte Spiel wurde im Stile der 70er Jahre gehalten, sodass Einrichtungsgegenstände, vereinzelte Videos und auch der Kleidungsstil der Charaktere sowie Werbeplakate und das Flackern der Computerbildschirme stark an die damalige Zeit erinnert. Nach dem ersten Update wurden auch die starken Ruckler in den ingame Szenen und Filmsequenzen entfernt, die auffallende Asynchronität der Lippenbewegung bleibt jedoch nach wie vor ein Manko.

Die vorgerenderten Filmsequenzen erinnern beim Spielen automatisch an Szenen aus dem Gamecube-Ableger von Resident Evil, bieten aber ein wesentlich hochwertigeres Maß an Details. So sieht man die Schweißperlen an den Gesichtern der Charaktere herunterrinnen (vielleicht ein bisschen zu viel davon) und selbst die einzelnen Hautporen machen sich gelegentlich erkennbar. Die Umgebung der Raumstation gestaltet sich zwar nicht ganz so interaktiv, wie man es aus der BioShock oder Dead Space-Reihe kennt, es besteht dennoch die Möglichkeit Boxen und Truhen zu öffnen und sogar Leichen nach Gegenständen zu durchsuchen.

Ein wahrlich großes Manko an Alien: Isolation sind die unglaublich langen Ladezeiten zwischen den einzelnen Levels und zu Beginn einer Spielrunde. Dabei wird ständig der selbe verschwommene Ladescreen mit vereinzelnten Tipps zu dem Gameplay eingeblendet, welche man allerdings aufgrund des hellen Hintergrunds und der weißen Schrift mitunter nur schwer lesen kann. 

Sound

Einen richtigen Höhepunkt in Alien: Isolation stellt der Soundtrack und die englischsprachigen Synchronstimmen dar. Man bewegt sich in den dunklen und kaum beleuchteten Gängen, lauscht dem sanften Piepen des Bewegungsmelders und hofft nicht vom Alien oder den Cyborg-Gegnern entdeckt zu werden – untermalt werden derartige Szenen von stimmiger Stille und anschließenden Tonkulissen, die selbst den Filmen Konkurrenz machen könnten. Das Hecheln des Aliens lässt einem das Blut in den Adern gefrieren, während dem man sich im Ventillationsschacht befindet – ein Gefühl wie es Survival Horror-Fans in der Welt der Konsolenspiele bereits seit langem nicht mehr erleben durften.

Abschließende Worte

Die Entwickler bei Creative Assambly haben mit Alien: Isolation einen wirklich guten Shooter fabriziert und können mit diesem nicht nur Fans der Film-Reihe sondern auch Survival Horror-Gamer mit gruseligen Einlagen begeistern. Es ist die allgemeine Atmosphäre des Raumschiffes, das Biepen des Bewegungsmelders und die kontinuierliche Angst dem Alien zu unterliegen, was die Spannung in dem Spiel zu einem wahren Erfolgsrezept werden lässt. Besitzer der PlayStation Kamera können noch zusätzliche Features aus dem Spiel herausholen, aber auch ohne kann man sich den unzähligen Gefahren in dem Alien-Titel widmen und den Shooter genießen.

– Stimmige Hetzjagd mit dem Mutter-Alien…

– Herrlich gute Atmosphäre

– Auch menschliche & Robotergegner

– Detaillierte Levels

– Richtig gutes Survival Horror-Spiel

– Flair der 70er wird gut vermittelt

– Gute englische Synchronstimmen

– … das mit unter anstrengend sein kann

– Sehr lange Ladezeiten

– KI der Überlebenden nicht die beste

– Mangelnde Lippensynchro in Ingame-Szenen

Eure Meinung dazu?

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