Ein Klassiker feiert fast schon das 25. Jubiläum! Jetzt auch am 3DS!

Das von dem französischen Entwickler Delphine Software entwickelte Kultspiel Another World feierte im Jahr 2011 sein 20-jähriges Jubiläum und kommt nun mit drei Jahren Verspätung als Nintendo 3DS-Port in den Nintendo eShop zurück, um an glorreiche Zeiten anknüpfen zu können.

Der Redhead-Physiker in einer anderen Welt

Aus heutiger Sicht ist es natürlich recht schwer zu beschreiben, was Another World zur damaligen Zeit so sehr zu einem Kultspiel gemacht hat. Ursprünglich auf dem legendären Amiga-System erschienen, erzählt der Downloadtitel die Geschichte eines jungen und sehr begabten Physikers namens Lester Knight Chaykin, welcher während einer stürmischen Nacht in seinem Labor an einem Forschungsprojekt arbeitet. Dabei kommt es zu einem Unfall mit unvorhersehbaren Folgen. Ein Blitz schlägt in die Arbeitskonsole eines Teilchenbeschleunigers ein, welcher Lester in einer Parallelwelt transportiert.

Ab diesem Zeitpunkt steuert der Spieler Lester durch einen fremden Alienplaneten, nicht wissend, was ihn als nächstes erwarten wird.

Gameplay

Another World ist einer dieser klassischen Adventure beziehungsweise Jump & Run Spiele, wo jeder falsche Schritt den sofortigen Tod bedeutet. Ähnlich, wie bei Prince of Persia, der Oddworld Abe-Reihe, Heart of Darkness und dem, im Verlgeich zu den anderen Klassikern, recht modernen LIMBO, müssen die Spieleraktionen gut überlegt, Puzzles gelöst und auch die eigene Geschicklichkeit getestet werden.

Jeder falsche Schritt kann den sofortigen Tod von Lester bedeuten.

Das Spiel war zu der damaligen Zeit ein Meilenstein auf seine eigene Art. Die interaktive, cinematische Handlung erstreckt sich über drei große Locations und erzählt Lesters verzweifelten Überlebenskampf in einer bedrohlichen Welt. Seine Aktionen sind jedoch weitaus beschränkter, als man es sich anfangs vorzustellen vermag und fokusieren sich in vielen Situationen auf schnelle Reaktionen und Sprungpassagen.

Wer hier Abe’s Oddysee oder gar Prince of Persia-ähnliche Kletterpartien erwartet, der wird enttäuscht. Lesters Hauptwaffe ist eine Pistole, welche auch für defensive Maßnahmen eingesetzt werden kann. Another World ist ein Spiel mit permanentem Trial & Error-Gameplay. Um in den nächsten Spieleabschnitt zu gelangen, muss meist eine exakte Prozedur durchgeführt werden, so dass sich die Handlung weiterentwickeln kann. Bei einem Fehler oder frühzeitigen Tod wird der Abschnitt nochmals von letztem Speicherpunkt begonnen und je niedriger der Schwierigkeitsgrad gesetzt wird, desto näher befinden sich die besagten Checkpoints.

Grafik

Das Spiel wurde nahezu zur Gänze unverändert gehalten. Neben der Ursprungsgrafik bekommt man auf Knopfdruck die verbesserte Version zu sehen, welche man durchaus mit der ersten, tatsächlichen Version von 1991 verwechseln könnte, bis man plötzlich herausfindet, dass es eine noch weitaus simplere Version zu bestaunen gibt. Man darf sich bei Another World keine komplett überarbeitete Grafik erwarten, viel mehr sprechen wir hier von einer Enhanced Version, welche ein wenig mehr Details einbringt und den Locations einen schöneren Touch gibt.

Vielleicht ist dies auch ganz gut so, denn es beherbergt eine natürliche und mystische Pixel-Faszination, welche das bedrohliche Setting sehr gut einfängt. Man will die simplen Gegenden erforschen und erfahren wie sich die Handlung mit ihrem doch recht heftigen Ende weiterentwickeln wird.

Sound

Das Spiel hat so gut wie keine Musikstücke und die Atmosphäre wird einzig und allein durch die klassischen Soundeffekte getragen. Es ist ein Stilmittel, welches man dem Spiel nicht absprechen sollte und zu der, schon oben angesprochenen, Atmosphäre beiträgt.

Abschließende Worte

Kann der Nintendo 3DS-Port mit seiner recht kurzen Spieldauer von ein einhalb bis maximal drei Stunden begeistern? Nein. Für acht Euro verlangt die 20th Anniversary Edition wirklich viel von seinen Käufern. Obwohl das Spiel eine omnipräsente Wechseloption zwischen der 1991 und der schöneren 2011-Grafikversion bietet, bleibt doch ein recht bitterer Nachgeschmack zurück einen lieblosen Port gespielt zu haben. Zudem bietet Another World keine 3D-Option und enthält in seiner jetzigen Verkaufsversion ein bis zwei kleinere Bugs, die den Spieler dazu zwingen das komplette Spiel nochmals neu zu starten. Und dabei ist es kein schlechtes Spiel, ganz im Gegenteil. Es besitzt noch immer den gleichen mysteriösen Charme, den es vor Jahrzehnten ausgestrahlt hat. Wer den Klassiker immer schon einmal antesten wollte, der sollte möglichst zu einer anderen Portierung greifen, deren Preis-/ Leistungsverhältnis ein wenig besser erscheint.

– Originalgetreue Umsetzung des Amiga-Klassikers

– Zeitlose Retro-Grafik und Atmosphäre

– Wechselbare Grafikversionen

– Gute Rücksetzpunkte

– Kein 3D-Effekt, AW hätte sehr davon profitiert

– Spielzeit selbst für JnR-Experten viel zu kurz

– Viele Trial & Error-Passagen

– Fruststellen für ungeübte Spieler

Eure Meinung dazu?

Vergleichsvideo zu Another World veröffentlicht

Mit der Neuveröffentlichung des Amiga-Klassikers Another World war klar, dass die Entwickler das Spiel nicht in der ursprünglichen Grafik an die Gamer bringen würden. Daher wurde der Downloadtitel optisch überarbeitet und feiert nun einen Release in „gestochen scharfer“ Retrografik. Zur Demonstration der Optik wurde ein Vergleichsvideo veröffentlicht, welches die aktuelle Version mit dem Amiga-Ableger gegenüber stellt....