Rare macht die virtuelle Welt zur deiner Realität!

Knappe vier Jahre ist es her, dass Microsoft und Rare gleichzeitig mit dem Release der ersten Version von Kinect auch Kinect Sports für die Xbox 360 auf den Markt brachten. Das Sportspiel sollte die Stärken der Bewegungssteuerung demonstrieren sowie ein gutes Partygame darstellen und Spieleschmieden dazu motivieren mehr Titel für die neue Steuerungsmöglichkeit zu entwickeln. Wirklich viele begeisterte und vor allem überzeugte Gamer gab es zu dem Zeitpunkt leider nicht, daher wurde gemeinsam mit der Xbox One auch eine neue Version der Kinect veröffentlicht. Das erste Spiel lässt auch nicht lange auf sich warten; Rare möchte mit Kinect Sports Rivals erneut beweisen, dass die technisch verbesserte Hardware-Erweiterung das Zeug dazu hat, Gamer endlich in den Bann der Motion-Games zu ziehen. 

Die Insel auf der du dich als Sieger beweisen musst!

Erneut begibt man sich als sportlicher Gamer vor die Konsole und stellt sich in Kinect Sports Rivals sechs unterschiedlichen Sportarten: Fußball, Bowling, Tennis, Zielschießen, Klettern und Jetski fahren. Im Gegensatz zu den beiden Vorgänger auf der Xbox 360 bietet das Spiel aber erstmals einen Storymodus, in welcher der Athlet der beste Wettkämpfer von drei rivalisierenden Teams auf der Rivals Insel werden möchte. Eigentlich stellt dieser Teil des Spiels mehr ein überlanges Tutorial dar, welches den Spieler auf bestimmte Feinheiten der Steuerung hinweist und einzelne Charaktere, Teammitglieder und den eigenen Trainer vorstellt. Nach dem Absolvieren des recht kurzen Storymoduses sind sämtliche Sportarten frei verfügbar.

Die NPCs und gleichzeitig führenden Häupter der einzelnen Teams sind teilweise etwas zu begeistert von ihrer Gruppe und neigen oftmals dazu von ihrer favorisierten Sportart zu schwärmen. Anhand deren Art zu reden könnte man fast meinen, das Spiel sei an eine sehr junge Altersgruppe gerichtet. Eine Altersgruppe für die 69,99€ als UVP für ein Spiel doch eine Spur zu teuer ist. Vor allem, wenn Nintendos Wii U gemeinsam mit Wii Sports U an der Stelle ein wesentlich zugänglicheres und preislich optimaleres Produkt bietet. 

Gameplay

Die Sprachausgabe betrachtend, kann man davon ausgehen, dass diese ausschließlich für den deutschen Markt bestimmt ist.

Bevor man sich in das eigentliche Sport-Happening wirft, hat man als Gamer noch einiges an administrativen Sachen zu erledigen. Kinect Sports Rivals ist nämlich ein ausgesprochen soziales Spiel (oder versucht es zumindest zu sein), daher wurde es in zwei Parts geteilt; dem HUB und dem eigentlichen Spiel. Zuerst wird der Körper und das Gesicht des Spielers gescannt, damit dieser 1:1 im Spiel vertreten werden kann. Wirklich akkurat ist die Aufnahme allerdings nicht. Kinect versucht sich bei schlechter Datenaufnahme auf mangelnde Beleuchtung oder zu wenig räumlichen Abstand auszureden, bei einer 400 Watt-Direktbeleuchtung und knapp vier Quadratmeter Nutzfläche (dies war zumindest zum Zeitpunkt unserer Testung der Fall) bleibt da nur sehr wenig Spielraum nach oben, um die Qualität des Scanvorgangs zu verbessern. Wurde die Spielfigur erstellt, können grobe Proportionen und einzelne Details noch hinzugefügt werden – man will seinem virtuellen Alter Ego schließlich so ähnlich wie möglich sehen! Über dem HUB lassen sich anschließend Fotos von dem Spielcharakter in unterschiedlichen Siegesposen mit Freunden und auf Facebook teilen, sowie Punkte, Fans und Errungenschaften vergleichen. Wieso das HUB separat vom Spiel gehalten wurde ist aufgrund seiner simplen und seltenen Verwendung unverständlich.

Bevor jede Sportart willkürlich ausgewählt werden kann, muss man sich zuerst der Indoktrination des Sporttrainers unterziehen und ein paar Tutoriallevels bestehen. Anschließend hat man die Möglichkeit die Sportarten Fußball, Bowling, Tennis, Zielschießen, Klettern und Jetski fahren einzeln auszuwählen. Damit Neueinsteiger die Steuerung auch wirklich gut auf die Reihe bekommen, werden sämtliche Bewegungsabläufe von aussagekräftigen Videos vorgestellt. Die Realität sieht dann etwas anders aus, denn trotz hellster Beleuchtung und massig Spielraum registriert Kinect nicht immer die Bewegungen des Benutzers. Trotz dunkler Kleidung auf hellen Möbeln verwechselt die Konsole die Beine mit dem Sofa und schenkt manchmal sogar der vorbeischleichenden Katze mehr Aufmerksamkeit als dem Spieler. Hat die Steuereinheit während dem Spielen Probleme mit der Erkennung, werden Bewegungen zwar nach wie vor registriert, das eigentliche Spielgeschehen im Hintergrund wird jedoch in Dunkelheit gehüllt. Das ist besonders bei Mehrspieler-Wettkämpfen etwas frustrierend, da diese nicht wiederholt werden können und man ausschließlich aufgrund der mangelnden Erkennung versagt.

Funktioniert das Spiel endlich mal, macht sich ein gutes Gefühl breit, wenn man eine Spielrunde verdient gewonnen hat.

Kinect Sports Rivals hat aber auch seine gute Seiten, denn wenn die Steuerung gelegentlich funktioniert, dann macht das Spiel so richtig Spaß. Offene und geschlossene Hände beim Jetski fahren werden genau erkannt und Kurven wirklich astrein gekratzt, Tafeln beim Zielschießen problemlos getroffen und Boulderteile beim Klettern binnen Sekunden erfasst. Ein gutes Gefühl macht sich breit, wenn eine Spielrunde verdient gewonnen wurde. Dafür ist auch die halbwegs akkurate Sprachbedienung zuständig, denn sämtliche Menüs lassen sich auch ohne Controller oder Handbewegung und ausschließlich mit der Stimme auswählen (vorgegebene Optionen werden auf der unteren Seite des Screens eingeblendet). Dies ist auch bei der Itemaktivierung während dem Spielen der Fall, wobei die zeitverzögerte Registrierung in heiklen Situationen mitunter für unangenehme Erfolge sorgt.

Am Ende einer Spielrunde werden anschließend verdiente Erfahrungspunkte, Fans und gesammelte Münzen zusammen gezählt und zu den HUB-Wertungen hinzugefügt. Im Laufe des Abenteuers weckt man das Interesse neuer Sponsoren, welche die Spielfigur mit neuen Ausrüstungsgegenständen und Kleidungsstücken belohnen – einen Großteil muss man jedoch im Shop für das erspielte Kleingeld kaufen. Wiederspiel-Potential haben die einzelnen Sportarten in jeder Hinsicht aufgrund der Power Ups (schnellere Jetskis, mehr Punkte bei Bowling,…) und dem verstärkten Fokus des Spiels auf das Brechen von Rekorden anderer Spieler in der Freundesliste.

Etwas wirklich Unangenehmes bei dem Sportspiel sind die ausgesprochen langen Ladezeiten. Diese machen einen Großteil des Spiels aus und können mit fast schon zwei Minuten Wartezeit dazu genutzt werden, um die Toilette zu besuchen oder sich noch einmal schnell etwas zum Essen oder Trinken zu holen. Meist kommt man aber noch rechtzeitig zur unüberspringbaren und stets gleichen Introszene zurück, welche die Sportart und das Level kurz vorstellt.

Multiplayer

Es ist kaum zu übersehen, dass der Schwerpunkt von Kinect Sports Rivals das Brechen von Highscores und Bestzeiten anderer Spieler in der Freundesliste darstellt. Man tritt dabei etappenweise gegen die Geistdaten des Rivalen an und versucht gegen sie und die oftmals umständliche Steuerung anzukämpfen. Da man immer nur einen Versuch hat sein Können zu beweisen, sind die Ergebnisse nicht immer den Wünschen entsprechend.

Wirklich erfreulich an dem Sportspiel ist die Tatsache, dass man die Rekorde der Rivalen selbst ohne Xbox Live-Goldmitgliedschaft brechen und gegen deren Geistdaten kämpfen kann. 

Grafik

Bereits bei den Vorgängern konnte die Kinect Sports-Reihe mit einer kindlichen aber dennoch passenden Grafik begeistern. Rivals legt an dieser Stelle noch einen Zahn zu und entzückt mit Wassertropfen am Bildschirm während dem Jetski fahren und einem grandiosen Ausblick bei den Klettereinlagen. Das sind aber nur sehr wenige grafische Highlights, denn wesentlich mehr als das bekommt man als Teilnehmer im Sportresort leider nicht zu sehen.

Durch das Voranschreiten im Abenteuer werden zwar laufend neue Events freigeschalten, dabei handelt es sich jedoch nur um eine schwache Änderung der Strecke oder einigen umgesteckten Zielen – die Maps und Umgebungen bleiben innerhalb der Sportarten immer die selben. Enttäuscht wird man auch von der unüberspringbaren und kontinuierlich gleichen Introszene jeder einzelnen Spielrunde, welche die Strecke aufs Neue vorstellt. 

Sound

Mit Liedern wie Gold Dust von DJ Fresh, Runaway Train von Soul Asylum, Wake Me Up von Avicii und vielen anderen aktuellen Radiohits versuchen die Entwickler unterschiedlichen Musikstile in das Spiel zu integrieren und Geschmäcke anzusprechen. Abseits dessen darf man Tönen lauschen, die teilweise an Adventure-typische Soundtracks (wie beispielsweise von der Uncharted-Reihe) erinnern.

Wenn man die Sprachausgabe des Spiels betrachtet, kann man davon ausgehen, dass diese ausschließlich für den deutschen Markt bestimmt ist. Mit Aussagen wie “Sonst könnte jeder einen auf dicke Hose machen”, “Ausrüstungen die mehr Bums haben” oder “Mein lieber Scholli!” grenzt sich das Spiel eindeutig vom österreichischen Sprachgebrauch ab. Dies wäre prinzipiell kein Problem, da die ausgewählten Synchronstimmen auch wirklich glaubwürdig sind, leider mangelt es bei Kinect Sports Rivals bei der Lippenbewegung im großen Maße. Oftmals ist der Mund der Figuren geschlossen während dem die Stimme des Charakters noch ertönt. 

Abschließende Worte

Kinect Sports Rivals wäre Rares große Chance gewesen Microsoft dabei zu helfen dem Casual Gaming-Markt zu beweisen, dass die neue Kinect-Steuereinheit der Xbox One ihr Geld auch wirklich Wert ist. Unglücklicherweise schadet das Spiel dem Image von Kinect wesentlich mehr als es ihm helfen könnte. Die Gesichts- und Körperscanfunktion sind nette Ansätze den Spieler 1:1 in das Sportgeschehen integrieren zu wollen, allerdings scheitert es trotz gegebenen Voraussetzungen an den technischen Mitteln der angeblich stark verbesserten Bedienungseinheit. Ewig lange Ladezeiten und oftmalige Probleme mit der Bewegungserkennung sind neben der mangelnden Levelvielfalt und den zu oft wiederholenden Inhalten ein Grund dem überteuerten Xbox One-exklusiven Spiel aus dem Weg zu gehen.

– MP ohne XBL-Goldmitgliedschaft spielbar

– Fordernde Sportarten

– Menünavigierung via Sprachsteuerung

– Itemaktivierung via Sprachsteuerung

– Vielseitige Musikwahl

– Sportintros bei jeder Spielrunde

– Sehr lange Ladezeiten

– Trennung des HUB vom eigentlichen Spiel

– Kinect-Erkennung oftmals fehlerhaft

– Mit 70€ UVP viel zu teuer!

– Absolut nicht Lippensynchrone Sprecher

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