Mario im Katzenkostüm?! `Nuff said.

Ok, ein bisschen mehr können wir euch doch noch über das Spiel berichten, wenn ihr unbedingt wollt. Immerhin können auch Luigi, Toad und Princess Peach im (natürlich farblich passenden) Samtpfoten-Anzug, durch die Welt springen und klettern. Und wenn sich genug Spieler vor der Mattscheibe versammeln, dann können sogar bis zu vier Gamer gleichzeitig zocken. Doch alles der Reihe nach.

Diesmal begeben sich die Klempnerbrüder, sowie Toad und die Prinzessin, durch eine mysteriöse gläserne Röhre, in eine neue Welt und versuchen dort eine Hand voll niedlicher Feen zu retten, die gefangen genommen wurden – und zwar von niemand geringerem als … (SPOILERALERT!) … BOWSER!!! Was für ein Schock! 

Gameplay

Die einzelnen Welten des Spiels, halten bereits die erste Überraschung bereit (abgesehen von der Enthüllung Bowsers als Bösewicht). Man kann sich nämlich auf der Karte innerhalb einer Welt frei bewegen und dabei sogar Münzen aufsammeln und ?-Blöcke auslösen. Der Entdeckerdrang wird hier sofort geweckt, denn auch das ein oder andere Geheimnis gibt es so zu finden. Die Levels selber werden in Form von niedlichen kubischen Icons, wie man sie aus Super Mario 3D Land kennt, dargestellt. Hat man ein Level absolviert wird auf der Karte ein Stückchen eines Pfads sichtbar, an dessen Ende das nächste Level erscheint. 

„In den einzelnen Levels werden sich vor allem Spieler von Super Mario 3D Land in Sachen Leveldesign sofort heimisch fühlen.“

Auch Toad-Häuser und ähnliche Nintendo-Etablisments sind wieder mit von der Partie. Neu ist aber, dass man auf der Karte nun auch auf Zwischengegner trifft, die es in einem Mini-Boss Fight-Level zu besiegen gilt. Eine nette Abwechslung.

In den einzelnen Levels werden sich vor allem Spieler von Super Mario 3D Land in Sachen Leveldesign sofort heimisch fühlen. Es geht wie gehabt darum die Zielflagge zu erreichen und dabei Münzen und Powerups zu sammeln. Außerdem sind in jedem Level drei Sterne und ein Stempel versteckt. Letztere zu finden ist besonders erfreulich, denn diese Stempel stellen kleine Bildchen dar, die für Posts in Nintendos konsoleninternen Social Media-Feed, dem Miiverse, verwendet werden können. So bekommen auch zeichnerisch absolut unbegabte Leute (wie ich) endlich eine Möglichkeit, hübsche Nachrichten zu erstellen. Welche coolen Kreationen damit möglich sind, sieht man am Ende jedes Levels, wo Posts von anderen Spielern zu diesem Level angezeigt werden.

Das man dort überwiegend Kommentare wie „luv it“, „amazing level“ oder „so much fun“ liest, ist weder Zufall noch Fanboy-Talk. Denn was die Entwickler hier abgeliefert haben, ist einfach (Welt-)Klasse. Fast jedes Level wartet mit einer neuen Idee auf. Viele davon werden sogar nur in je einem Level verwendet und trotzdem gibt es ständig etwas Neues zu bestaunen, so groß ist der Ideenreichtum. Dazu gehören neue Verwandlungen, Gegner, Items, Plattformen und Kameraperspektiven, neue Boss-Levels und –fights, Konzepte wie Licht-und-Schattenspiele und noch vieles mehr. Zu meinen persönlichen Highlights gehören unter Anderem das Mario Kart– und das Zelda–Level. Was sich dahinter verbirgt, soll hier nicht verraten werden, weil man es einfach selbst erlebt haben muss.

Der Schwierigkeitsgrad der Levels ist (höchstens) durchschnittlich. 3D-Mario Veteranen werden es sogar leicht finden, aber so ist es auch für Einsteiger und Familien tauglich, was wohl die Absicht von Nintendo war. Denn ein großes Augenmerk wurde auch auf das Spielen zu mehrt gelegt.

Multiplayer

Hier gehen, wie schon erwähnt, bis zu vier Spieler gleichzeitig an den Start. Die Charakterauswahl gleicht der von Super Mario Bros. 2 (nicht die japanische Version) und enthält damit neben Mario und Luigi, auch Toad und Peach. Die Charaktere haben sogar die unterschiedlichen Eigenschaften, die sie auch damals in SMB2 hatten: Luigi spring am Höchsten, Toad läuft am Schnellsten, die Prinzessin kann schweben und Mario kann alles gut aber nichts am Besten.  

„Nintendo schafft es erstmals, ein 3D-Jump’n’Run Multiplayer-tauglich zu machen.“

Cool ist, dass Spieler vor jedem Level spontan ein- und aussteigen können. Übrigens auch im Singleplayer kann man stets vor dem Start eines Levels den Charakter wechseln. Hin und wieder finden sich in den Levels nämlich Überraschungen die nur für einen bestimmten Charakter zugänglich sind.

Haben sich alle Spieler entschieden, kann der Spaß auch schon losgehen. Das Chaos ist hier natürlich wieder vorprogrammiert. Dass die Entwickler eine Wertung eingebaut haben, die nach jedem Level den Spieler mit den meisten Punkten als Sieger kürt, setzt jeder, in früheren Multiplayer-Marios zumindest noch Alibi-halber ausgemachter, Kooperation, definitiv ein Ende. Das macht aber nichts – außer unheimlich viel Spaß. Nintendo schafft nämlich das Novum, ein 3D-Jump’n’Run erstmals Multiplayer-tauglich zu machen. 

Miiverse-Einbindung

Abgesehen von den oben erwähnten Stempeln und Posts zu einzelnen Levels, gibt es noch weitere Miiverse Integrationen. Spielt ihr ein bereits absolviertes Level noch einmal, werdet ihr von drei Mii-Ghosts anderer Spieler „begleitet“. Das ist nützlich um geheime Passagen zu entdecken oder sich den ein oder anderen Trick abzuschauen. Manchmal hat ein Mii sogar ein Geschenk mit dabei, das bei Berührung ein Item ausspuckt – sehr aufmerksam. Die Miis anderer Spieler begegnen euch aber auch auf der World Map und zeigen dort den letzten Post des Spielers in einer Sprechblase. Es entsteht dadurch das Mii-verse-typsiche charmante Gefühl, dass man zwar ein Offline Spiel zockt, aber doch mit anderen verbunden ist und sich als Teil einer großen Community gleichgesinnter fühlt. 

Captain Toad

Eine besondere Erwähnung verdienen die Captain Toad–Levels. Dabei handelt es sich um kleine, kubische Levels in denen ihr mit Captain Toad einfach nur die fünf verstreut herumliegenden Sterne aufsammeln müsst. Der Haken: unser Held hat schweres Gepäck in seinem Abenteurer-Rucksack und kann daher nicht springen. Da die Levels mehrstöckig und verwinkelt sind, besteht die Aufgabe darin, einen Weg zu finden, über den ihr ohne Springen an sämtliche Sterne gelangt. Dazu kann man mit dem rechten Stick oder einfach durch Bewegen des Gamepads, die Kamera frei um die Welt rotieren. So muss man stets die Perspektive verändern, um versteckte Wege und die Sterne zu finden.

Diese Levels sind nicht nur ein herrlicher Tempowechsel, sondern machen einfach sehr viel Spaß. Das Spiel mit der Perspektive wurde von den Designern so geschickt eingesetzt, dass es förmlich nach einer 3DS-Umsetzung schreit. Auch aufgrund der Spieler-Reaktionen im Miiverse wäre ich ganz stark verwundert, wenn wir nicht bald ein eigenständiges Spiel mit Captain Toad im e-Shop sehen würden. 

Grafik

Mario tut das HD-Treatment sichtlich gut. Die Welten sind hübsch gestaltet und wirken sehr plastisch. Vor allem die Verwendung von realistischeren Texturen wie beispielsweise den Steinwänden in den Höhlen-Levels, passen unglaublich gut ins Gesamtkonzept. Auch die Charaktere sehen so knuffig aus wie nie zuvor. Zusammen mit hübschen Effekten wie Licht und Schatten und besonders dem Regen, der die Levels nass erscheinen lässt und auch an der Kamera herab rinnt, bringt Super Mario 3D-World die Mario Reihe grafisch einen deutlichen Schritt voran. 

Sound

Hier hört man wieder viel Bekanntes in teilweise leicht veränderter Form. So soll es auch sein, denn vor allem durch die wohlbekannten Klänge, fühlt man sich bei Mario stets heimisch. Dazu kommen aber auch wieder ein paar neue Melodien, die sich signifikant im Ohr einprägen. 

Abschließende Worte

Super Mario 3D World ist irgendwie das was ich mir als naiver 12-jähriger früher gedacht habe, wie Super Mario in 3D sein würde. Das war natürlich noch vor den ersten 3D-Spielen und ich konnte mir nicht annähernd etwas dermaßen Fantastisches ausdenken. Aber es ist halt „einfach“ Super Mario Bros. – in 3D. Und diese Umsetzung ist absolut gelungen. Der Platz hier reicht nicht annähernd aus, um auf all die Ideen in diesem Spiel einzugehen. Und dass das Spiel auch im Multiplayer funktioniert und dabei unheimlich viel Spaß macht, ist für sich schon eine hervorragende Leistung.

Der neueste Ableger ist zwar kein so großer Schritt für die Mario-Reihe wie Super Mario Galaxy (2!), strotz aber nur so vor Kreativität und demonstriert ein Verständnis von herausragendem Gameplay und Leveldesign, das spielerisch und gänzlich ohne Worte zu zeigen vermag, warum Super Mario selbst nach über 25 Jahren immer noch begeistern kann. 

 

– Kreativität und Ideenreichtum

– hervorragendes Leveldesign

– sehr unterhaltsamer 4-Spieler Multiplayer

– neuwertige World Map

– weiterentwickelte Grafik

– Captain Toad-Levels 

– für Veteranen ziemlich leicht 

Eure Meinung dazu?

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