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Call of Juarez: Gunslinger
Follow Publisher: Ubisoft
Entwickler: Techland
Altersfreigabe: 16+
Release: 22. Mai 2013

Call of Juarez: Gunslinger

Site Score
8.0
Good: Tolles Western-Setting, Upgrades des Waffenarsenals, Anspruchsvolle Feuergefechte
Bad: Fast vollständig fehlender Mehrspielermodus, Zu linearer Spielverlauf
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Spiel mir das Lied von Silas

Nach der Enttäuschung durch Call of Juarez: The Cartel überzeugt der Nachfolger auf voller Linie. Silas Greaves, der einsame Kopfgeldjäger führt mit Galgenhumor durch zahlreiche Erlebnisse mit legendären Banditen wie Billy The Kid oder Jesse James. Das Entwicklerstudio Techland präsentierte mit Call of Juarez: Gunslinger einen würdigen Ableger der Spielreihe auf welchen Fans der Serie seit Call of Juarez: Bound in Blood gewartet haben. In Gunslinger gilt es mit Silas Greaves den Wilden Westen von unerwünschten Störenfrieden zu säubern, während sein zukünftiges Ich in einem herunter gekommenen Saloon von seinen Streifzügen erzählt – unseren Eindruck des neuesten Ablegers der Call of Juarez-Reihe des polnischen Entwicklerstudios lest ihr in diesem Bericht. 

Zurück im Wilden Westen

Der Spezialtrupp aus LAPD, FBI und Drogenfahndern in Call of Juarez: The Cartel lies das Herz von Serienfans bluten. Neben unvorteilhaft designten Charakteren, platten Sprüchen der Nebendarsteller und der schlecht programmierten Gegenspieler war es allen voran das falsche Setting was Fans der Serie erzürnte. Bei Call of Juarez: Gunslinger hingegen lief das Entwicklerstudio Techland wieder zu Bestleistungen auf und besinnte sich auf die ursprünglichen Werte der Reihe.

Der Kopfgeldjäger Silas Greaves ist ein etwas in die Jahre gekommener Antiheld des Wilden Westen mit Poncho und Cowboyhut. Das Jahr 1910 bietet auch für Silas nicht mehr die Vorzüge, die es früher einmal gab, denn nun heißt es erst fragen und dann schießen. Deshalb schreitet er in einen zwielichtigen Saloon und trifft auf eine Gruppe interessierter Zuhörer, die nur zu gerne ausgeschmückte Geschichten über die legendärsten Banditen des Wilden Westen hören wollen. Der interessierte Dwight, der misstrauische Jack, der alte Steve und der skeptische Ben gönnen sich ein aufregendes Kartenspiel, während Molly, die Barfrau die Herren verköstigt. Im Zuge des Spiels überkommt Greaves eine Welle der Nostalgie und er beginnt über seine Jagd auf Billy the Kid zu philosophieren. Nach der Einkesselung von hunderten Apachen, einer Zugfahrt mit mordlustigen Banditen und zahlreichen Duellen gegen berüchtigte Spießgesellen wie die drei Dalton Brüder, Pat Garret oder Jesse und Frank James findet Silas endlich Bob Bryant, einen der Männer der geholfen hat seine Brüder zu töten.

Call of Juarez: Gunslinger ist ein äußerst würdiger Ableger der Reihe und zeigt, dass das Entwicklerstudio Techland aus der letzten Pleite gelernt hat. In drei unterschiedlichen Modi und zehn humorvollen Storymissionen wird der Wilde Westen durch die Erzählungen von Silas Greaves, nicht nur zur Begeisterung von Settingfans wiederbelebt. Grundsätzlich gilt es Wellen von Gegnern zu erledigen, während man ständig nach einer Deckung sucht um nicht wegen des zielsicheren Kugelhagels elendiglich in der Einöde zu verrecken. Neben der hauptsächlichen Storyline können im Arcade- und Duell-Modus insgesamt ungefähr 15 Stunden an Spielzeit verschossen werden. 

Gameplay

Das herunterladbare Spiel ist eine perfekte Hommage mit ein paar Einschusslöchern an den Wilden Westen. Die abenteuerlichen Erzählungen von Silas Greaves und die Zwischenmeldungen seines Publikums sind das eindeutige Highlight des Westernshooters. Er führt mit seinen ausgeschmückten Erläuterungen, Rücksprüngen im Geschehen und humorvoll kommentierten Gedächtnislücken durch den linearen Verlauf der zehn Kapitel vorbei an Geisterstädten, Zügen und Minen voll von schießwütigen Rothäuten und Kuhtreibern. Auch die anderen Kartenspieler schildern ihre Vermutungen, wobei es zu interessanten Wendungen im Spielverlauf kommt. Deshalb kann es schon einmal passieren, dass man von einem Stamm von Apachen in einem Banditenlager angegriffen wird. Wegen des fortgeschrittenen Alters von Greaves fällt es ihm häufig schwer alle Details seiner Geschichten wiederzugeben, weshalb er plötzlich charmant kommentiert Leitern, Bäume oder Durchgänge in der Umgebung erscheinen lässt, um wie gewünscht fortfahren zu können.

Anfänglich bildet nach der Wahl des Schwierigkeitsgrades Normal oder Schwer ein einfacher Revolver das gesamte Waffenarsenal. Allerdings kann die Auswahl an Schießeisen mittels der Munitionskisten, die in den Levels verteilt wurden verändert, auf zwei aufgestockt oder mit neuem Durchschussmaterial bestückt werden. Auch die erledigten Gegner geizen nicht mit ihren Waffen oder der dazugehörigen Munition, wodurch der Weg bis zur nächsten Versorgung verkürzt werden kann. Neben den durchschusskräftigen Colts findet man in Gunslinger auch die ein oder andere Stange Dynamit bzw. ein explosives Fass, die eine Gruppe von Gegner nur zu gerne durch die Lüfte katapultiert. Die Eliminierung der zahlreichen Banditen oder Indianer hilft beim Sammeln von Erfahrungspunkte, die je nach Kreativität der eingesetzten Schusstechnik besser oder schlechter ausfallen können. Zwischen zwei Wellen von Gegnern bieten sich Kürbisse und Bierflaschen für Zielübungen an um zusätzliche Erfahrungspunkte zu generieren. Die Tierliebe in Call of Juarez: Gunslinger gegenüber Kühen und Pferden verdient fasst eine Medaille, denn es kann ihnen kein Haar gekrümmt werden. Aber anscheinend endet die Zuneigung gegenüber wehrlosen Geschöpfen bei Hühnern, denn deren Abschuss bringt wichtige Erfahrungspunkte. Nach zahlreichen Todesschüssen steigt man aufgrund der Erfahrungspunkte ins nächste Level auf in welchen es einen Fähigkeitspunkt zu verteilen gilt. Die hart erarbeitete Leistung kann an den erfahrenen Trapper, den kaltblütigen Ranger oder den wagemutigen Revolverhelden vergeben werden. Diese drei Charaktere repräsentieren Klassen mit denen verschiedenste Upgrades freigeschaltet werden können. Neben der Option eine Dynamitstange in einen hochexplosiven Regen zu zerteilen warten Verbesserungen für Kimme und Korn darauf ausprobiert zu werden. Die Menügestaltung wurde stilgetreu aus drei verschiedenen Colts mit jeweils zwei Munitionsmagazinen designt, die sich im Spielverlauf über Bestückung freuen. Grundsätzlich kann die eigene Wahl der Klasse immer verändert werden, allerdings müssen einige Fähigkeitspunkte in eine Entwicklungsoption gepumpt werden, um beispielsweise eine goldene Schrottflinte sein eigen nennen zu können. Trotz zahlreicher Gegner sollte deshalb die Selektion der gewünschten Fähigkeit wohl überlegt sein. Ein Trost für die verschmähten Verbesserungen ist die Option nach dem ersten Durchlauf alle Fähigkeiten für den nächsten zu behalten und diese erweitern zu können. Im Zuge des ersten Sieges über alles Böse des Wilden Westens wird man für würdig empfunden auch den Schwierigkeitsgrad Wildwest bestreiten zu dürfen.

Trotz der todbringenden Schießeisen ist es permanent notwendig vor den zielsicheren Gegnern unter anderem hinter sperrigen Holzkisten oder einem Stapel Bretter Deckung zu suchen. Die Intelligenz der Gegner lässt allen voran bei den Apachen manches Mal zu wünschen übrig, wenn diese wie Cowboys herumtänzeln während sie einem das Leben aushauchen. Aber durch ihre zielsichere Schusstechnik und den ständigen Bewegungsdrang verzweifelt man schon mal bis zu einem sinnvollen Treffer. Glücklicherweise heilen die Retourkutschen der Anderen ganz von selbst ohne lästige Medipacks. Wenn einem wieder einmal wie aus Zauberhand eine Gruppe von Banditen umkreist, ist der Tod nicht mehr fern. Vor allem, wenn bei jedem feindlichen Treffer das Sichtfeld mit Einschusslöchern bedeckt wird. Kurz bevor man die Radieschen von unten betrachtet, sieht man die todbringende Kugel fokussiert auf einen Zufliegen, derer man mit ein bisschen Geschick ausweichen kann und somit das Schicksal verändert. Diese Option ist leider nur begrenzt möglich und muss sich nach der Nutzung erst aufgeladen. Dadurch kann man ohne dem Aufsuchen eines Versteckes schnell Gefahr laufen, doch noch zum Opfer zu werden was Silas auch mit einem unterhaltsamen, aber sarkastischen Kommentar bewertet. Ohne Strategie gerät man häufig in derartige Situation, deshalb gilt Planung ist alles, vor allem bei den Munitionsressourcen. Ein weiterer Rettungsring für ausweglose Situationen ist der Konzentrationsmodus. Dieser kann ebenfalls nach vollständigem Aufladen aktiviert werden und startet die Zeitlupe, wodurch die Gegner in einem alarmierenden Rot-Ton eingefärbt werden. Die gebotene Konzentration und die ähnlich gestalteten Quicktimeevents verhelfen einem die ein oder andere ausweglose Situation wieder zu beherrschen.

Auf Quests wurde zwar nicht vollständig verzichtet, allerdings geraten Kurzmeldungen wie „Finde Pat Garett“ in den Hintergrund, während man den Ausführungen von Greaves lauscht. Zudem machen es einem die polnischen Entwickler durch die anwählbare Sternmarkierung zur Wegweisung auch recht einfach den roten Faden der Geschichte zu finden. Neben den Wellen von Gegnern gilt es zahlreiche Duelle gegen berühmt, berüchtigte Gestalten wie Pat Garret oder Jim Reed zu bestreiten. In diesem speziellen Modus muss mit beiden Analogsticks der Duellpartner schnell fokussiert werden, was die Steuerung etwas gewöhnungsbedürftig macht. Wenn während der Fokussierung ein Herzschlag zu hören ist sollte rechtzeitig gezogen und geschossen werden, um weder unehrenhaft zu Töten noch selbst einen Sarg gezimmert zu bekommen. Außerdem gilt es gleichzeitig der Kugel des Gegenspielers auszuweichen, was die Sache nicht einfacher macht, vor allem weil eine konkrete Beschreibung des Ablaufes gänzlich im Spielverlauf fehlt. Um dem Spielgeschehen etwas mehr Tiefgang zu verleihen, als man es von genretypischen Ablegern gewohnt ist, ist es notwendig die Nuggets der Wahrheit bzw. Geheimnisse zu sammeln. Die gefundenen Goldklumpen schalten die Hintergrundgeschichte eines Spielcharakters frei, welche im Startmenü in Form einer Spielkarte begutachtet werden kann.

Neben der in etwa acht bis zehn stündigen Story steht ihr mit Silas vor der Wahl den Duell- bzw. Arcade-Modus zu bestreiten. Im Duellmodus können wie in der Story Zweikämpfe mit legendären Banditen bestritten werden. Wobei es hier immer gilt gleichzeitig zu fokussieren und rechtzeitig den Colt zu ziehen. Insgesamt darf man sich über 15, immer anspruchsvolle werdende Duellpartner und trickreiche Mexican Standoffs freuen. Im Arcade-Modus hingegen stehen einem nach dem positiven Abschluss aller Levels nach einander zehn verschiedene Settings der Story zur Verfügung. In denen der einzige Auftrag lautet Wellen von Gegnern Einhalt zu gebieten. Zu Beginn jedes Levels wählt man eine der drei Klassen, die auch schon in der Story zu Verfügung stehen und erhält ein individuelles Waffenarsenal. Jeder Typ hat zudem für diesen Modus abermals eigene Fähigkeiten die wiederum mit Erfahrungspunkten freigeschalten werden. Wobei man nach dem positiven Abschluss der hauptsächlichen Geschichte ähnlich nostalgisch wie Silas im Arcade-Modus an die vergangenen Erlebnisse zurückdenkt. Abverlangt wird in diesem Modus nicht nur Zielsicherheit, sondern auch Schnelligkeit, denn möchte man den verlockenden Bonus bekommen, muss man ein schnelles Eisen beweisen und innerhalb der Zeitvorgabe das Ziel erreichen. Jedes der Levels verfügt über drei Sterne, die je nach individueller Leistung vergeben werden und sich als äußerst anspruchsvoll erweisen.

Multiplayer

Der Multiplayer Onlinemodus von Call of Juarez: Gunslinger beschränkt sich mit Bedauern auf eine Bestenliste bei welcher die persönlichen Erfolge im Zuge der Arcade- oder Duell-Spielerlebnisse eingetragen und mit anderen Spielern verglichen werden können. Schade, denn es wäre eine Freude gewesen unbekannten oder bekannten Duellpartnern zu zeigen wie man schneller schießt, als der eigene Schatten. 

Grafik

Unter der Mithilfe der Chrome Engine 5 haben die Leute von Techland ein detailreiches und genrespezifisches Cel Shading Western Meisterwerk gezaubert. Neben Schauplätzen wie nebeligen Sümpfen, Geisterstädten, Minen und herrenlosen Dampfern sind es zudem die surrealistisch wirkenden Blutfontainen, die aus den Gegnern quellen, wodurch Gunslinger durchaus zu einem Shooter Highlight wird. Trotz der außerordentlichen Leistung was die Liebe zum Detail betrifft wirken manche Felsen verpixelt oder im Inneren einer Höhle erscheinen Sonnenstrahlen aus gewissen Blickwinkeln wie Regen. Allerdings beeinträchtigt, dass das fröhliche Schnetzeln nur nebensächlich.

Die Umgebung ist zwar aufgrund des linearen Verlaufes äußerst begrenzt, diesen Aspekt bessern beispielsweise die durchwegs imposant gestalteten Wetterbedingungen wieder auf. Denn es wirkt schon fast episch, wenn abends ein Bandit am beleuchteten Fenster einen Kugelhagel in die Dunkelheit verballert. Die Nebenbuhler sowie das Waffenarsenal sind ebenfalls grundlegend dem Westernmotto getreu liebevoll gestaltet worden, denn beispielsweise gehen Apachen ohne Kriegsbemalungen niemals aus dem Tipi. Während man häufiger Gegnern mit identischem Aussehen den Kopf wegschießen darf, spendet einem die goldene Schrottflinte mit Gravur etwas Trost. Allerdings kann es zudem vorkommen, dass sich ein Heuballen in einer Holzkiste spawnt und etwas irritierend auf die persönliche Treffsicherheit wirkt. 

Sound

Die englische Sprachausgabe und der deutsche Untertitel sind bei weitem kein Nachteil für den Western Shooter. Denn die Übersetzung der Spieldialoge ist den polnischen Entwicklern so hervorragend gelungen, dass selbst ohne Englischkenntnisse jedes ursprüngliche Wort von Greaves verrückten Geschichten lückenlos verfolgt werden kann. Die realistischen Schussgeräusche, die belustigenden Todesschreie der Gegner oder das Kampfgeschrei der Indianer erzeugen ebenfalls einen anhaltenden Unterhaltungsfaktor und ziehen den Spieler noch tiefer in den Bann des Wilden Westens. 

Abschließende Worte

Das polnische Entwicklerstudio Techland hat mit dem neuesten Teil der Call of Juarez-Reihe einen Meilenstein der Serie geschaffen, durch den alle Verfehlungen von Call of Juarez: The Cartel in Vergessenheit geraten. Trotz einiger Wermutstropfen wie unter anderem der fehlende Mehrspielermodus oder die gewöhnungsbedürftigen Duelle ist zu sagen, dass Call of Juarez: Gunslinger, vor allem durch die eigensinnigen Heldengeschichten von Silas Greaves, die hervorragende Vertonung und den detailreichen Cel Shading-Graphikstil nicht nur Hobbycowboys aus ihren Satteln wirft. Zudem dürfte auch der äußerst faire Preis von 14,99 Euro zu unzähligen Downloads des Spieltitels führen. Obwohl der unterhaltsame Western Shooter nicht viele Wünsche übrig lässt, haben wir uns trotzdem durchgehend gefragt wie ein Held des Wilden Westens ohne ein Pferd auskommen kann. Aber am Ende ist die einzige Frage die zählt wählt man den Weg der Vergebung oder der Vergeltung, wenn man schießwütig durch die einsame Prärie streift. 

Punktebewertung

Sound: 8,5

Grafik: 7,5

Gameplay: 8,0

Story: 8,0

Gesamt: 8,0

Kurzbewertung: Greaves Story macht den mittelmäßigen Shooter zu einem Must Have für Genrefans. 

– Tolles Western-Setting

– Upgrades des Waffenarsenals

– Anspruchsvolle Feuergefechte

– Humourvoll erzähltes Spielgeschehen

– Perfekte Übersetzung der englischen Synchro

– Fast vollständig fehlender Mehrspielermodus

– Zu linearer Spielverlauf

– Ständige Wiederkehr identer Gegnerwellen

– Steuerung zeitweise umständlich 

tinkabell


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