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Ni no Kuni: Der Fluch der weißen Königin
Follow Publisher: Bandai Namco
Entwickler: Level 5 / Studio Ghibli
Altersfreigabe: 12+
Release: 01. Februar 2013

Ni no Kuni: Der Fluch der weißen Königin

Site Score
9.0
Good: Massig viel Content auch abseits der Story, Verschmelzen von Anime und RPG
Bad: Zwangweises repetitives Grinding, fragwürdige deutsche Übersetzung
User Score
10.0
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Rating: 10.0/10 (1 vote cast)

Anime + Rollenspiel – Kombination der Superlative?

Im Dezember des Jahres 2010 geschah das bis dato Undenkbare: Das weltbekannte Studio Ghibli, welches für seine zeitlosen Anime-Meisterwerke bekannt ist, kooperierte mit dem nicht weniger bekannten RPG Entwicklerstudio Level 5, um ein Spiel zu kreieren. Jenes wurde für den Nintendo DS veröffentlicht und wurde besonders in Japan mit Auszeichnungen nahezu überhäuft. Dank dieser und auch der internationalen Erfolge beschloss man die Reihe auf eine Konsole zu bringen. So erblickte nach Jahren harter Arbeit Ni No Kuni: Der Fluch der weißen Königin im Februar dieses Jahres in Europa das Licht der Welt; exklusiv auf der PS3. Wir haben uns die Reise des Protagonisten Oliver zu Gemüte geführt und möchten nun kundtun, wie uns jene zugesagt hat. 

Ein Junge, der seine Mutter liebt.

Primär muss man auf jeden Fall anmerken, dass der Titel stark polarisiert. Jene, welche die Werke von Studio Ghibli kennen (Anm. Prinzessin Mononoke, Chihiros Reise ins Zauberland, Das wandelnde Schloss uvm.) wissen, dass man seine Werke entweder liebt oder als kindisch abtut. Genauso wird es auch vielen bei Ni No Kuni ergehen. So strahlt das Level 5-RPG eine wohltuende Wärme aus, welche vom kindlichen Stil nur noch mehr in Szene gesetzt wird.

Held des Spiels ist der 13 jährige Oliver, der scheinbar ein normales Leben eines jungen Teenagers lebt. Gemeinsam mit seinem Freund stellen sie so manche Sachen an, die ihnen ihre Eltern sicherlich nicht erlauben würden. Doch wie es das Schicksal will, fällt Olivers Mutter ihrem schwachen Herzen zu Opfer und geht leider viel zu früh von dieser Welt. Der Junge, völlig verzweifelt und verlassen von all jenen die er liebt, drückt sein verbliebenes Familienmitglied – sein Stofftier Tröpfchen – so stark wie er nur kann. Da geschieht das Wunder; eine Träne fällt auf das Plüschtier und es erwacht magischer Weise zum Leben und hält Oliver recht schnell vor, dass er eine Heulsuse sei und gefälligst aufhören sollte, so viele Tränen zu vergießen.

Tröpfchen seines Zeichens eine magische Fee verrät Oliver, dass seine Mutter zwar in dieser Welt nicht mehr ist, aber die Hoffnung immer noch lebt, sie in seiner Welt zu retten. Zudem wird Oliver aus heiterem Himmel gesagt, dass er gar ein Zauberer sei, dem so gut wie nichts unmöglich zu sein scheint. Der kleine Junge steht nun vor der größten Entscheidung seines Lebens, nämlich der, Tröpfchen in seine magische Welt zu folgen oder die Konsequenzen dieser Welt zu ertragen und standhaft zu bleiben. Oliver entscheidet sich für die erste Option und eine magische, herzerwärmende Reise beginnt! 

Pokémon mit Herz und Taktik.

Obgleich die Story eine sehr große Priorität einnimmt, hat sich Level 5 doch immens bemüht ein Kampfsystem zu schaffen, welches sowohl die Herzen berührt als auch taktisch fordert.

Im Zentrum der Kämpfe stehen eindeutig die Vertrauten, welche von unserem Helden gesteuert werden. Jene könnte man auch als Pokémon bezeichnen, denn auch sie haben drei Entwicklungsstufen und sind mindestens genauso herzig. Das war es aber auch schon im Endeffekt mit den Gemeinsamkeiten, denn die Taktik, die Ni No Kuni: Der Fluch der weißen Königin ausmacht, war in den Pokémon Teilen nur ansatzweise enthalten.

Im Verlauf des Spiels trifft Oliver auf weitere Protagonisten, die sich seiner Sache anschließen, denn wie es so kommt, ist nicht nur Olivers Mutter in Gefahr, sondern die ganze Welt schwebt in höchster Gefahr und es liegt nun an unserem jungen Held und seinen Vertrauten das Unmögliche zu schaffen und die Welt vor dem Untergang zu bewahren.

Wie schon erwähnt, besteht eine Party dann aus maximal drei Mitstreitern, welche jeweils 3 Vertraute in petto haben können. Wie schon in Pokémon kann man auch hier verschiedenste Monster fangen und zu den eigenen Vertrauten umwandeln, doch geschieht dies oft nur unter bestimmten Voraussetzungen, welche durchaus zum Nachdenken anregen. Insgesamt können im späteren Spielverlauf insgesamt 400 dieser Kreaturen gespeichert und abgelegt werden und je nach Belieben verwendet oder liegen gelassen werden.

Zudem ist das Spiel auch sehr itemlastig, sodass sowohl unsere Mitstreiter als auch jeder Vertrauter eine Waffe und diverse Rüstungen oder Embleme tragen kann, welche diverse Faktoren verstärken. Interessant ist auch, dass nicht alle Monster zu den Akteuren passen. Zwar kann Oliver jeden Vertrauten beliebig im Kampf einsetzen, aber die Effektivität variiert nach Typ und Kombinationsmöglichkeit der Beiden.

Prinzipiell basiert das Spiel auf einem Level-System, wo mit Voranschreiten immer neue Fähigkeiten freigeschaltet werden. Bei unseren drei Akteuren werden die einfach nacheinander aufgelistet und es sind alle abrufbar; für eine gewisse Menge MP (mana Points) versteht sich, aber nicht so bei den Vertrauten. Je nach Evolutionsstufe haben sie eine verschiedene Menge von Skill-Feldern, die auch wenn sie zahllose Fähigkeiten hätten, eben auf jene Slots beschränkt sind, also heißt es gute Planung und Anpassung an die jeweiligen Kampfverhältnisse.

Abseits des Levels kann man die Kreaturen aber auch anders verstärken; im guten alten Tamagotchi Stil. Je nach Art des Vertrauten haben sie entweder eine Vorliebe für Schokolade oder Babanenpudding – ja, die Ni No Kuni: Der Fluch der weißen KöniginVariante von Bananen – und wenn man den richtigen Monstern das richtige Futter gibt, wachsen sowohl die Zuneigung als auch so manche Attributspunkte, denn diverse Süßigkeiten verstärken den Angriff, während andere die Flinkheit erhöhen.

Diese Besonderheiten des Systems erfährt man auf jeden Fall im Tutorial des Spiels, welche quasi in die ersten paar Stunden der Story verwoben sind. Was man aber wohl am schnellsten merkt, ist eine weitere Besonderheit des Spiels, was einen durchaus überraschen könnte: Die Spielmechanik ist prinzipiell in Echtzeit aufgebaut, nur wenn man sich im Skill-Fenster bewegt, wird das Spiel pausiert, damit man in Ruhe auswählen kann. So muss man sich oder seine Vertraute steuern, die Taktik den Mitstreitern vorgeben und Gegnerattacken antizipieren, um vom Magie- oder Angriffsmodus in die Verteidigung umzuschalten.

Wer jetzt denkt, dass man einfach einen Vertrauten opfern kann, um die Lebenspunkte von beispielsweise Oliver zu erhalten, der irrt gewaltig, denn der junge Zauberer und seine maximal 3 Kreaturen teilen sich sowohl HP (Health Points) als auch MP (Mana Points). Hinzu kommen noch viele weitere taktische und fordernde Faktoren, die aber von jedem Spieler selbst entdeckt werden sollten. 

Aufträge wohin man nur schaut.

Neben der exzellenten und mitreißenden Story, bietet das Spiel frohlustigen Wanderern und Rollenspiel-Enthusiasten die Möglichkeit, genau jene Leidenschaften bis zur Grenze aus zu leben. Aufträge und Monsterjagden gibt es in Hülle und Fülle und auch dem freien Erkunden ist nach einer gewissen Spielzeit nichts einzuwenden. Zu Beginn ist es nicht wirklich zu empfehlen, da sowohl die Transportmittel als auch die Erfahrung fehlen, um mit den zahllosen Monstern zurecht zu kommen.

Dies heißt aber nicht, dass man nur der Hauptstory folgen sollte. Man wird sogar gezwungen in die Welt hinauszuziehen – solange man sich der Herausforderung des jeweiligen Areals gewappnet fühlt – um Erfahrung und Items zu sammeln. Das Spiel ist insofern anspruchsvoll, da es den Player zum Grinden antreibt und selbst wenn es einem die süßesten Monster vorsetzt, könnten gerade jene tödlicher sein als alles bisher Gekannte. 

Ein wahrer magischer Begleiter!

Eine weitere Besonderheit des Spiels ist auf jeden Fall der magische Begleiter. Zauberer à la Harry Potter mögen so manch magische Bücher haben, doch stehen sie dem magischen Begleiter von Oliver in Längen nach. Jenes Buch ist im Spiel jederzeit aufrufbar und götzt mit zahllosen Informationen und wunderbaren Geschichten, womit das Reisen sowie die Authentizität von den Orten und Personen noch extra unterstrichen werden. So ziemlich alles was das Spiel betrifft, sei es Ausrüstung, alle Lebewesen, Alchemie-Rezepte und viele weitere Dinge sind in diesem Buch abrufbar. Auch die hervorragende deutsche Übersetzung ist hierbei hervorzuheben, selbst die Geschichten verlieren keinen Deut an Wert und geben genau die Emotionen wider, für die sie ausgelegt wurden. 

Spielbare Ghibli Faszination auf dem TV

Mir, als Studio Ghibli-Fan, fällt es schwer, objektiv eine Meinung über den Grafikstil des Titels abzugeben, aber man muss ohne Umschweife sagen, dass er passt wie die sprichwörtliche Faust aufs Auge. Der von Level 5 im Studio Ghibli Design entworfene Cell-Shading Look liefert genauso wie die vom Anime-Studio selbst gemachten Anime-Sequenzen eine wahnsinnig ergreifende und berührende Atmosphäre. Jene ist sowohl in der Originalsprache Japanisch als auch in Englisch wiedergebbar, eine deutsche Vertonung gibt es nicht, aber dafür ein vollständig übersetztes Game. Mancherlei verliert durch die Übersetzung an Bedeutung, wie beispielsweise der Titel. Wie man aus dem Englischen „Wrath of the white Witch“ in „Der Fluch der weißen Königin“ übersetzen kann, ist mir bis heute ein Rätsel, aber sei’s drum.

Das Spiel macht es durch sein geniales Setting mehr als nur gut, über diverse Lokalisierungsungereimtheiten  hinweg zu sehen. Musikalisch gesehen, bietet das Spiel auch eine wahre Offenbarung für den Gehörgang. Der gesamte Soundtrack stammt vom Tokyo Philharmonic Orchester, welches die herzerwärmende Stimmung immer genau auf den Punkt bringt – Respekt! 

Abschließende Worte

Ni No Kuni: Der Fluch der weißen Königin ist in seiner Gesamtheit auf der Playstation 3 einzigartig. Das Spiel strotzt vor Herz und Gefühl und die Kämpfe sind fordernd und abwechslungsreich. Das Vertrauten- und Itemsystem regt zum taktischen Jonglieren an und bringt noch eine gewisse Brise Ungewissheit in das Game. Die Geschichte von dem kleinen Jungen dessen Träne sein Stofftier zum Leben erweckt weiß zu gefallen und berührt selbst den, der am wenigsten mit so einer Emotion rechnen würde. Das zwangsweise repetitive Grinden in diversen Gebieten, um Level zu steigen mag so manch Leuten gegen den Strich gehen, aber es ist absolut nachvollziehbar, dass man nicht so einfach durch die Story durchrauschen kann. Ich kann es jedenfalls kaum erwarten, mehr von dieser genialen Kooperation zwischen Studio Ghibli und Level 5 zu sehen. 

Punktebewertung:

Gameplay: 9,5

Grafik: 9,0

Sound: 9,5

Gesamt: 9,0

Beurteilung in Worten: Ni No Kuni weiß zu begeistern und ist in seiner Komposition ein Meisterwerk. 

– Massig viel Content auch abseits der Story

– Verschmelzen von Anime und RPG

– Geniale Synchronisation und Soundtracks

– Das Vertrauten-System

– Die Liebenswürdigkeit 

– Zwangweises repetitives Grinding

– Teilweise fragwürdige deutsche Übersetzung

– Fehlende deutsche Sprachausgabe 

Eure Meinung dazu?

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