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Shadows of the Damned
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Follow Publisher: Electronic Arts
Entwickler: Grasshopper Manufacture
Altersfreigabe: 18+
Release: 22. Juni 2011

Shadows of the Damned

Site Score
7.5
Good: Originelle Charaktere, Dynamischer Soundtrack, Sehr lustige Konversationen
Bad: Gewöhnungsbedürftige Grafik, Ungünstig gesetzte Checkpoints, Das ständige ‚Magnifico’!
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7.5
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Mit dem Motorrad in die Unterwelt? Magnifico!

Was passiert, wenn bekannte, japanische Videospielentwickler wie Goichi Suda, Shinji Mikami und Akira Yamaoka an einem gemütlichen Abend zusammen sitzen und bei einem Getränk ihre abgefahrensten, bizarrsten und dennoch unterhaltsamsten Ideen austauschen? Es entstehen Pläne zu einem Spiel wie Shadows of the Damned. Diese drei, hellen Köpfe sind nicht umsonst ganz exquisite Exemplare ihrer Art, denn ohne sie wären Titel wie No More Heroes, Resident Evil 4 und Silent Hill niemals so besonders geworden, wie wir sie heute in Erinnerung haben. Mit Shadows of the Damned bekommen Gamer endlich Sachen zu sehen, die man noch nie und doch schon irgendwo einmal zu Gesicht bekommen hat. Lest weiter um euch von einem Spiel aus den Hallen der Hölle begeistern zu lassen.

Überleben bis zum letzten Drink!

Garcia Hotspur hat ein sehr hartes Leben. Der spanische Dämonenjäger (mit dem verblüffend englisch klingenden Nachnamen) muss nicht nur täglich gegen zahllose Kreaturen aus der Unterwelt kämpfen und um sein eigenes Leben fürchten. Eines dunklen Tages wird seine ausgesprochen unschuldig und dennoch teuflisch gut aussehende Freundin Paula von Mr. Fleming, dem sechsäugige Überdämon und zugleich selbsternannten Herrscher der Hölle entführt. Fest entschlossen seine Lebensgefährtin aus den Fängen des Bösen zu befreien begibt sich der Badboy mit seinem Motorrad auf den Weg in die Hölle – ja, so einfach ist das heutzutage.

Fleißige Gamer werden an diesem Punkt wahrscheinlich demonstrierend aufschreien und meinen, dass dies lediglich ein billiger, action-lastiger Abklatsch von Dantes Inferno sein dürfte. Das stimmt jedoch nicht ganz, denn wer Spiele wie No More Heroes und Killer7 kennt, der weiß, dass von Goichi Suda durchgeknallte und lustige Charaktere zu erwarten sind. Wo sonst wird der Spieler von einem sprechenden Dämonenschädel namens Johnson begleitet, der sich in Motorräder sowie Waffen verwandeln kann und mit seiner ängstlich-komischen Stimme über Penis- und Kacke-Witze lacht? Ihr könnt euch auf alle Fälle auf sehr verrückte Figuren gefasst machen, selbst wenn die Story mit ihnen anfangs nur sehr mäßig ins Rollen kommt.

Die gesamten Ereignisse werden in fünf Akte unterteilt, in denen jeweils mehrere Kapitel vorkommen. Insgesamt müsst ihr euch durch 20 Kapitel kämpfen bis ihr zum Ende der Geschichte und somit zum Schloss des Höllenfürsten höchst persönlich gelangt. Lasst euch von dieser geringen Anzahl jedoch nicht entmutigen, denn ihr werdet gute 20-25 Stunden dafür brauchen um die Unterwelt zu durchqueren und Mr. Fleming ordentlich den Hintern zu versohlen! Wem das noch immer nicht genügt, der darf sein Gamer-Können bei den höheren Schwierigkeitsgraden (das Spiel besitzt drei: Lemon- , Dämon- und Legion Hunter) unter Beweis stellen.

Gameplay

Obwohl die Entwickler versucht haben mit unterschiedlichen Gameplay-Passagen für Abwechslung zu sorgen, scheint genau dies eine Hürde für Shadows of the Damned zu sein. Die 2D Shooter-Levels und das Abschießen von Hellmonkeys mit dem „erigierten Johnsonboner“ (ihr habt euch nicht verlesen) sind zwar sehr unterhaltsam, wirken aber mitunter krampfhaft aufgezwungen. Immerhin verbringt ihr den Rest des Spieles ausschließlich damit, Gegner abzuschießen, die Dunkelheit mit Lichtschüssen auf Lampen und Ziegenköpfen zu vertreiben und Türen mit Erdbeeren, Augäpfeln sowie  Gehirnen zu öffnen. Hier verhält sich das Spiel fast wie No More Heroes, denn während dem man bei Endgegnern die richtig coolen Szenen und Kampfplätze sieht, motivieren die restlichen, dazwischen liegenden Levels mit oftmals wiederholenden Spielelementen nicht immer zum Weiterspielen. Ebenso nervig sind auch die ungünstig gesetzten Checkpoints da ihr im Falle von Garcias Todes lange Filmsequenzen noch einmal von vorne ansehen müsst und diese nicht überspringen könnt.

Anfangs mit nur einer Pistole und einem Zepter bewaffnet heißt es nun zahlreiche Kreaturen der Hölle dahin zurück zu schicken woher sie gekommen sind. Mit leeren Taschen werdet ihr dieses Ziel jedoch nur sehr schwer erreichen. Deswegen ist es sehr ratsam alle weißen Edelsteine aufzusammeln, die die Gegner fallen lassen, wenn sie von euch besiegt werden. Ganz besonders interessant wird es, wenn ihr rote Klunker findet, da diese zum Tunen eurer Waffen verwendet werden können. Zudem erhält ihr bei nahezu jedem größeren Endboss einen blauen Diamanten, der euch entweder mit einem neuen Schießeisen beschert, oder ein bereits bestehendes aufwertet. Im Großen und Ganzen besitzt ihr während dem gesamten Spielverlauf nur drei Waffen, die sich lediglich durch ihre Upgrades von einander unterscheiden. So wird aus einem Maschinengewehr nach dem Verbessern ein Maschinengewehr mit sechs Läufen und anschließend eines das die Gegner automatisch anvisiert – letzteres erhält ihr selbstverständlich erst wesentlich später.

Wer Resident Evil 4 oder den Nachfolger gespielt hat, dem werden einige der Spielelemente bekannt vorkommen. Dies soll aber nicht heißen, dass ihr es sofort ohne Eingewöhnungszeit mit links spielen werdet, sondern eher, dass beispielsweise das Zielsystem oder die Bewegung der Gegner sehr stark an die oben erwähnten Titel erinnert (Shinji Mikami lässt grüßen). Obwohl die Steuerung an eine Vielzahl heutiger Shooter angepasst wurde (X = nachladen, linker Trigger = anvisieren, rechter Trigger = schießen) gibt es dennoch einige Elemente die in der Hektik zu einem plötzlichen Tod von Garcia führen können. Diese sind beispielsweise das Auffüllen der Lebensenergie mit dem linken Bumper, während dem ihr mit Y die Flüssigkeit auswählen müsst, mit der ihr Garcia heilen wollt. Das kann Nerven und Zeit kosten.

Wie es „richtig harte Kerle“ tun, muss der Protagonist Alkohol trinken, um die schrecklichen Erlebnisse in der Unterwelt zu verdrängen beziehungsweise seine Lebensleiste wieder aufzufüllen. Dazu findet er am Weg überall versteckte Sake-, Tequila- oder Absinthflaschen und gelegentlich auch Automaten in denen er seinen Vorrat auffrischen kann. Die Stärke der Heilwirkung ist, wie man es sich nicht anders erwartet hätte, vom jeweiligen Alkoholgrad abhängig.

Sicher ist, dass der Horroreffekt mancher Szenen von Shadows of the Damned im Gegensatz zu seinen spieltechnisch ähnlichen Geschwistern nicht unbedingt durch Gegnermassen erzwungen wird, sondern mehr durch die vorhandene Atmosphäre zum Vorschein kommt. Etwas widersprüchlich ist hierbei jedoch, dass der Nahkampfangriff selbst bei einer Handvoll Feinden lediglich nur eine Figur erfasst und Kämpfe somit um ein Vielfaches länger dauern, wenn man nicht auf Schusswaffen zurückgreifen will.

Falls euch während eurem Höllenlauf etwas zu seltsam vorkommen sollte oder ihr die eine oder andere Kleinigkeit vergesst, findet ihr im Pausenmenü die Lektüre Johnsonpedia, die alle im Spiel erwähnten Gameplaymechanismen kurz noch einmal erklärt und auf wichtige Elemente hinweist.

Grafik

Während der gesamten Spielzeit nur selten grafische Verpixelungen zu sehen. Auffallend hingegen war, dass bei der Animation der Charakterbewegungen ein wenig eingespart wurde, da sich nahezu alle Gegner gleich bewegen. Auch der Protagonist neigt dazu immer wieder die selben Moves zu machen, was auf die Dauer doch etwas monoton wird. Das gesamte Spiel scheint zudem mit einem comicähnlichen Filter überzogen zu sein, der am besten mit dem Stil des ersten Trailers von No More Heroes zu vergleichen ist. Dies ist keineswegs schlecht, sondern nur etwas gewöhnungsbedürftig und anders als man es bisher von Titeln zu sehen bekommen hat, die mit der Unreal Engine entwickelt wurden.

Eines jedoch muss man den drei Produzenten des Spiels auf alle Fälle lassen: Die Levels sind zeitweise originell und können mit Atmosphäre sowie teils verstörenden, teils belustigenden Inhalten Abwechslung ins Geschehen bringen. Das Problem ist, dass diese mitunter sehr geradlinig ausgefallen sind und kaum Raum für Improvisation oder taktisches Vorgehen gegen die Massen an Gegnern erlauben. Backtracking für liegen gelassene Gegenstände kann man an diesem Punkt ebenfalls vergessen – wenn eine Tür geschlossen wurde, lässt sich diese nur in sehr seltenen Fällen wieder öffnen.

2D Sidescrolling-Passagen, die aussehen als wären sie aus Zeitungspapierschnipsel zusammengeworfen worden und Bilderbucherzählungen in denen Johnson und Garcia eine Geschichte vorlesen sorgen für den ein oder anderen Schmunzler. Wirklich begeistern tun diese allerdings nur im geringen Maße (und dann auch nur, wenn man ein Faible für die mangelnden Englisch-Lesekenntnisse des Protagonisten hat).

Wer Spiele mit ausgefallenen Charakteren und zum Teil abstrakten Level-Design sucht, dürfte mit diesem Titel definitiv einen guten gefunden haben. Garcias trifft auf seiner Reise durch die Hölle nämlich auf sehr interessante Gestalten wie den mundharmonika-spielenden, extremitäten-fressenden George und auch den Mensch-Monster-Mischling Christopher – Letzterer ist euch gegenüber freundlich gesinnt, der Andere… das könnt ihr euch denken. Was ich damit sagen will, ist dass Shadows of the Damned mit großer Hingebung für außergewöhnliche Charaktere und interessanten Levels herausragt. Für junge Augen (sprich, Konsolenbesitzer, die das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet haben) ist das Spiel, wie das USK-Zeichen nur all zu gut zur Geltung bringt, nicht gedacht, da stellenweise das Blut spritzt oder gar in Strömen fließt und sogar softpornografische Momente hat, in denen man als Miniaturform über den halbnackten Oberkörper einer stöhnenden Frau klettert, um sich den Weg durch die Dämonenwelt zu bahnen.

Sound

Viele der, in den Menüs eingebauten, Töne lassen erfahrene Gamer in Erinnerungen an Killer7 und No More Heroes schwelgen. Der Großteil der Soundtracks kommt aber aus den Zauberfingern Akira Yamaokas, der das Silent Hill-Flair am Spielgeschehen teilhaben lässt. Neben den bekannten gruseligen Tönen und markanten Songs mit bekannter und angenehmer Frauenstimme,  sorgt ein Mix aus mexikanischen Gitarrensoli für ein dynamisches Erlebnis während den Endbosskämpfen und hin und wieder auch in den einzelnen Levels.

Die Stimmen passen hervorragend zu den jeweiligen Charakteren, wobei die Entwickler doch wissen dürften, dass es wesentlich mehr spanische Wörter gibt als „Magnifico“, um die Begeisterung des Protagonisten zum Ausdruck zu bringen (Garcia sagt das bei nahezu jedem Nahkampf-Kill). Von Machosprüchen und Kacke-Witzen bis hin zu gesellschaftskritischen Anspielungen auf die heutige Jugendkultur bietet Shadows of the Damned genügend Gelegenheiten, um den Spielern einen fetten Grinser auf das Gesicht zu zaubern.

Abschließende Worte

Was gameplaytechnisch anfangs etwas mühsam über die Bühne läuft, entwickelt sich mit der Zeit zu einem richtig durchgedrehten Spiel, mit lustigen Aussagen, verrückten Charakteren aber allerdings einem doch sehr linearen Level-Design und teilweise aufgezwungen wirkenden Gameplayeinlagen. Garcia Hotspur und sein notgeiler Begleiter Johnson schaffen es zwar zeitweise ordentlich Stimmung zu machen, doch die Konversationen zwischen den beiden reichen allerdings nicht aus, um das gesamte Spiel zu einem Renner zu gestalten. Man merkt Shadows of the Damned stellenweise an, dass bestimmte Teile wie Soundtracks, Charakter- und Level-Design anderen bekannten Titeln ähnlich sind und somit einiges an Originalität und Neuheitsfaktor verliert. Dennoch ist dieses Spiel ein Unikat seiner Art.

Punktebewertung:

Gameplay: 7,0

Grafik: 7,5

Sound: 8,0

Gesamt: 7,5

Kurzbewertung: Sicherlich einer der außergewöhnlicheren Titel 2011!

– Originelle Charaktere

– Dynamischer Soundtrack

– Sehr lustige Konversationen

– Abwechslungsreiches Gameplay…

– Gewöhnungsbedürftige Grafik

– Ungünstig gesetzte Checkpoints

– Das ständige ‚Magnifico’!

– … das sich zeitweise selbst behindert!

– Teilweise sehr lineare Level

Geektor


"Meister der Grimassen", "vollkommen durchgeknallter Gamer" und ähnliche Namen wurden Geektor bereits zugesprochen. Aber wenn es jemanden gibt, mit dem man gerne objektiv über Videospiele und deren Entstehungsgeschichte diskutiert, dann ist es mit hoher Wahrscheinlichkeit dieser vollkommen durchgeknallte Meister der Grimassen!

Eure Meinung dazu?

Shadows of the Damned – Fakten