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Rage 2
Follow Entwickler: id Software
Publisher: Bethesda Softworks
Altersfreigabe: 18+
Release: 14. Mai 2019

Rage 2

Site Score
7.0
Good: Flüssiges Handling im Gefecht, Solides Fortschrittsystem, Fetzige Schießereien
Bad: Mangelhafte Atmosphäre, Trotz pinken Touch eher matschgrau, NPCs stehen nur in der Gegend herum
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Bethesda lädt zur doppelten Ladung postapokalyptischer Wut ein!

Knapp acht Jahre ist es her, dass id Software auf der vergangenen Konsolengeneration den Open World-Shooter Rage veröffentlicht hat. Mit diesem versuchte das texanische Unternehmen, welches durch Spiele wie Doom und Quake zu großem Ruhm gelangt ist, ein gänzlich neues Kapitel aufzuschlagen, erntete allerdings eher mäßige Begeisterung seitens der Fachpresse und der Gamer. Nun lädt Bethesda nach der letztjährigen Ankündigung der Fortsetzung erneut in die postapokalyptische Welt ein und verspricht eine geballte Ladung Action und für gute Unterhaltung zu sorgen. Dementsprechend heißt es nun; Motoren starten, Spaß-Kanonen laden und ab in die zerstörte Zukunft!

Archen & Fähigkeiten – Gotta catch ‘em all!

Am meisten macht es Spaß mit den zusammengestückelten Karren durch die Gegend zu eiern und spontan auszusteigen, um ein paar Bösewichten die Daseinsberechtigung zu nehmen.

30 Jahre nachdem die Welt von einem alles zerstörenden Asteroiden getroffen wurde, befindet sich die mittlerweile von einzelnen Fraktionen regierte Welt in einem nicht endenden Machtkampf. Die Oberhand hat dabei der quasi-Roboter Diktator General Cross, der das Ödland mit seinen entstellten Untertanen auf der Suche nach Archen durchforstet und dabei jeden Widerstand mit eiserner Faust niederringt. Im Rahmen seiner “Säuberungs-Maßnahmen” macht er auch den Geburtsort des Protagonisten, einen Ranger namens Walker, dem Erdboden gleich und schürt somit dessen Wut und Entschlossenheit, die restlichen, noch überlebenden Anführer der zerstörten Welt zu vereinen. Walker, ganz nach der Wahl des Spielers entweder ein Mann oder eine Frau, klappert somit jede erdenkliche Festung und Hochburg der einzelnen Fraktionen ab und bekämpft Ganoven und Monster, um sich selbst und gleichzeitig den Widerstand zu stärken. Dreh- und Wendepunkt sind dabei die im Vorgänger aktivierten Archen, welche zum Zeitpunkt des Asteroiden-Absturzes nicht nur als Zufluchtsort, sondern gleichzeitig als Speicher spezieller Nano-Technologien dienten.

Mit dem großen zeitlichen Abstand seit dem Erscheinen des Vorgängers ist es von Vorteil, dass man den ersten Teil nicht gespielt haben muss, um die Geschichte von Rage 2 zu verstehen. Dies wäre ohnehin auch nicht zwingend notwendig, denn der Tiefgang der Story stand offensichtlich nicht im Fokus der Entwickler. Der schleppende Anfang, mit der eher Zweck erfüllenden Handlung, wird aber spätestens beim Betreten der offenen Welt von der in Wellen kommenden Action abgelöst. Ab dann heißt es von Lager zu Lager zu ziehen und Banditen sowie Mutanten mit Waffengewalt und Nano-Technologien zu bezwingen. Mit dem “Befreien” der besetzten Örtlichkeiten wird die chaotische Welt ein Stückchen ruhiger und das eigene Arsenal an Fähigkeiten und Waffen erweitert. Diese Ruhe ist aber gleichzeitig auch das größte Manko an Rage 2, immerhin hechtet man auf der Suche nach Fähigkeiten, lediglich durch die offene Spielwelt und hinterlässt leere Räuberverstecke, die es sich anschließend nicht mehr zu besuchen lohnt. Vereinzelte, spontan erfolgende Überfälle, Wettrennen und Straßenkämpfe mit den motorisierten Untersätzen sorgen zwar für kurzweilige Unterhaltung, der ständige Wechsel zwischen geballter Action und gähnender Leere ist auf die Dauer allerdings nicht sonderlich motivierend. Das verwundert auch überhaupt nicht, denn im Grunde genommen gilt es lediglich drei Anführer zu finden, deren Vertrauen zu gewinnen, indem man Missionen für sie absolviert und anschließend General Cross zu bezwingen. Abseits vereinzelter, weniger Storymissionen gibt es kaum Momente in denen die vorgestellten Charaktere länger als fünf Minuten in Erinnerung bleiben – und wären die drei Anführer nicht permanent auf der Karte zu sehen, würden diese ebenso recht schnell in Vergessenheit geraten. Rage 2 besitzt zwar auch kleiner Missionen, die über Tafeln im Spiel angenommen werden können, hierbei handelt es sich allerdings nur um durchschnittliche Aufgaben wie bestimmte Lagerräume von Mutanten zu befreien oder eine Räubertruppe aus einem Gebiet zu verjagen.

Gameplay

Anfangs lediglich mit einer Pistole und anschließend auch mit einem Sturmgewehr bewaffnet, kämpft man sich durch die mutierten Scharen von General Cross und kommt erst nach dessen Belagerung in den Genuss einer Ranger-Rüstung, der dem Spieler übernatürliche Fähigkeiten gewährt. Mit einem immer größer werdenden aber dennoch überblickbaren Arsenal an Tötungsinstrumenten verbringt man den Großteil der Spielzeit damit die Zahl der Gegner auf jede mögliche Art und Weise zu dezimieren, beziehungsweise weitere Nano-Technologien, Waffen und fahrbare Untersätze zu sammeln. Man muss nicht dazu sagen, dass das Ausschalten der Ödland-Bewohner, mit dem im Laufe des Spieles immer breiter werdenden Waffenarsenal, sehr unterhaltsam ist. Jede Ortschaft hat neben dem Hauptziel, sämtliche Gegner auszuschalten, noch versteckte Truhen in petto, die ein genaueres Untersuchen der Räumlichkeiten voraussetzen und dafür mit Geld und Erfahrungspunkten belohnt. id Software hat dem zu schnellen Fortschritt des Spielers mit einer einfach überlegten Hürde Einhalt geboten; fortgeschrittenere Fähigkeiten lassen sich erst durch das Absolvieren von Missionen und dem Befreien von Örtlichkeiten einer von drei Fraktionen freischalten, was dem Spieler “Projekt-Punkte” bringt. Da diese Locations bunt gemischt auf der riesigen Karte verstreut sind, müssen schwer erreichbare Teile der Spielwelt erkundet werden, um auf sämtliche der Nano-Technologien zugreifen zu können. An dieser Stelle ist es ein wenig bitter, dass viele der Abilities in den höheren Levels lediglich durchschnittliche Verbesserungen bereits existierender Fähigkeiten darstellen (z.B.: weniger Schaden durch gegnerische Angriffe, langsamere Raketen).

Der herkömmliche Gegner des postapokalyptischen Ödlands trägt jedoch nicht nur einen generisch gefärbten Seitenscheitel oder einen Mohawk, sondern auch eine Schussweste, welche den Träger vor dem verfrühten Tod beschützt. Das Fadenkreuz des Spielers verrät an dieser Stelle zusätzlich beim Anvisieren ob der Gegner diese trägt oder nicht. Der Wechsel von gelb zu rot deutet an, dass man die Rüstung des Getroffenen zerstört hat (diese fällt der Person sogar herunter und bleibt am Boden liegen), sodass man sich somit auch ein wenig taktisch in der Gegnermasse voranarbeiten kann. Man übt sich recht schnell im Kombinieren von Techniken mit unterschiedlichen Waffen und wird somit seinem Ruf als unbezwingbarer Ranger gerecht. Je mächtiger man wird, desto einfacher werden die Kämpfe, sodass man mit der Zeit nach abgedrehten Herausforderungen sucht. In der Regel genügt es einem dann nicht mehr vereinzelte Tankstellen und verlassene Hallen von Gegnern zu säubern, daher kommt einem die fiktive Fernsehshow namens Mutant Bash TV: Slippery Nipple Blasting Range wie gerufen. In dieser gilt es Welle für Welle größer und stärker werdende Gegner zu bezwingen, um anschließend Geld für weitere Verbesserungen zu erhalten. Zur alternativen Event-Abwechslung zählen an dieser Stelle noch Rennfahrten mit einer Vielzahl unterschiedlicher Vehikel an zahlreichen Strecken im Ödland.

Rage 2 wäre nur halb so interessant, wenn es nicht ein beachtliches Portfolio an unterschiedlichen Waffen und Fähigkeiten hätte. Zu den herkömmlichen Schießeisen wie einer von Beginn an erhältlichen Faustfeuerwaffe, einem Maschinengewehr und einem dreiteiligen Bumerang gesellen sich auch kreative Exemplare der postapokalyptischen Schmiedkunst. Beispielsweise fetzt die Hyper-Cannon mit massiver Schusskraft durch die Gegner, sollte aber eher auf lange Distanzen eingesetzt werden. Der Smart Rocket Launcher verfolgt die Mutanten und Banditen, wie der Name schon vermuten lässt, automatisch und zerlegt auch die größten Gegner in kleinste Teile. Der Protagonist findet dabei sämtliche Waffen in quer über die Karte verstreute Archen und muss davor oftmals größere Gegnergruppierungen bezwingen, ehe er in den Genuss dessen Verwendung kommen kann. Im Pausenmenü sind dabei sämtliche Waffen und deren ungefähre Verstecke aufgeführt, sodass ein Lokalisieren dieser Werkzeuge mehr oder weniger zu einem gemütlichen Spaziergang im Park wird. Weil durchschnittliches Herumballern viel zu langweilig wäre, befördert das Drücken der L1- und R1-Taste den Spieler in den Overdrive-Modus und ermöglicht diesem in der Extase noch mehr Schaden anzurichten, ohne von den Kugeln der Gegner großartig in Mitleidenschaft gezogen zu werden. Zudem ändern sich mitunter die Fähigkeiten der Waffen marginal, sodass man diese Fähigkeiten auch zum taktischen Vorteil nutzen kann.

Grafik

Das postapokalyptische Ödland ist durchgehend geprägt von einem rosaroten Farbton, der sich in Filmsequenzen, Straßenmarkierungen, Neon-Schildern und anderen Punkten im Spiel deutlich bemerkbar macht. Man merkt allerdings schnell, dass Rage 2 ohne diesen schrillen Neontouch recht durchschnittlich erscheint. Denn ohne dem oft und dick aufgetragenen Pink ist die Welt durchgehend matschbraun und – wie man sich eine von Bomben und dem Krieg zerstörten Welt nun mal vorstellen würde – grau. Das merkt man auch, wenn man kurz für die Dauer eines frisierten Screenshots den Foto-Modus aktiviert und der Neon-Touch schwindet. Dabei sind die Städte und kleineren Ortschaften der postapokalyptischen Welt interessant gestaltet worden; am meisten macht es Spaß mit den zusammengestückelten Karren durch die Gegend zu eiern und spontan auszusteigen, um ein paar Bösewichten die Daseinsberechtigung zu nehmen. Traurig ist an dieser Stelle nur, dass die schön designte Umgebung nicht sonderlich gut genutzt wird. Zu oft kommt es vor, dass man einen Ort noch genauer untersuchen möchte, es aber abseits der Collectibles nichts mehr zu sehen gibt. So verkommen ganze Städte zu sterilen Hochburgen, die von nicht redenden und nur herumstehenden NPCs bewohnt werden und den Anschein erwecken, lediglich für ästhetische Zwecke ins Spiel integriert worden zu sein. Die Tatsache, dass die herkömmlichen Bewohner dieser Welt so unnatürlich agieren, ist mitunter auch der Grund, warum die gebotene Atmosphäre in Rage 2 nie so wirklich überzeugt.

Storytechnischer Tiefgang stand offensichtlich nicht im Fokus der Entwickler.

Für einen eigentlich recht rasanten Open World-Shooter sorgen die Entwickler von id Software überraschend oft dafür, dass der Spielfluss laufend aufs Neue unterbrochen wird. Beispielsweise pausiert das gesamte Spielgeschehen selbst in hitzigen Gefechten, wenn man eine der versteckten Truhen öffnet – dann verlagert sich die gesamte Aufmerksamkeit des Spielers von dem coolen Kampf plötzlich auf die eigentlich recht durchschnittliche Währung oder herkömmlichen Crafting-Ressourcen. Zwar nur für ein paar Sekunden, bis man den Fund mit einem Tastendruck bestätigt, da dies aber öfters während einem Gemetzel passiert, kann das schon mal unangenehm auffallen. Derartige Ungereimtheiten kommen leider auch in Form von kurzen Ladezeiten beim Wechseln zwischen den einzelnen Menüpunkten zur Geltung. Dort stechen auch stellenweise überladene Textpassagen und eine sonderbare Kennzeichnung von gelesenen und ungelesenen Nachrichten hervor und lassen die Log-Unterteilung wie einen pinken Weihnachtsbaum erstrahlen, dessen einzelne Glühbirnen lediglich durch umständliches Ausschrauben ausgeschaltet werden können.

Sound

Passend zu den actionlastigen Schießereien gesellen sich verspielte Punkrock-Einlagen zu der Trackliste der motivierenden Töne, die den postapokalyptischen Revolverhelden noch mehr einheizen – abgefahrene Unterhaltung wird auch hier groß geschrieben. Leider waren bereits bei der eröffnenden ersten Filmsequenz Ausfälle im Soundtrack und bei der Sprachausgabe bemerkbar, welche sich quer durch storyrelevante Szenen zogen und den Spielgenuss somit unnötig trübten. Unabhängig davon kann man mit der Sound-Kulisse des Spiels im Grunde genommen zufrieden sein, da sie das Ödland-Setting und die hitzigen Gefechte solide untermalen.

Abschließende Worte

Der texanische Entwickler id Software schafft mit Rage 2 eine wesentlich bessere Version des postapokalyptischen Ödlands, als dies im Vorgänger der Fall war. Fetzige Schlachten mit einer Vielzahl ausgefallener Waffen machen den Shooter zu einer sehr unterhaltsamen aber leider auch mit vielen Mankos bestückten Fortsetzung. Trotz des gigantischen Day One-Patches ist das Spiel beispielsweise nach wie vor mit Unmengen an Sound-Bugs befüllt, die einem den Spielspaß vermiesen können. Dabei hat der Titel ein sehr gutes Fortschritt-System gekoppelt mit einem grandiosen Gameplay, lediglich die sehr flache Story und der wellenartige Wechsel zwischen geballter Ladung Action und der gähnenden Leere des postapokalyptischen Ödlands ist manchmal sehr unausgeglichen. Im Grunde genommen ein grandioser Action-Knüller, der mit den restlichen Inhalten abseits seines Kerngebiets – dem “Let’s just have fun and shoot’n’destroy everything” – zu kämpfen hat.

– Flüssiges Handling im Gefecht

– Solides Fortschrittsystem

– Fetzige Schießereien

– Story sehr oberflächlich

– Mangelhafte Atmosphäre

– Trotz pinken Touch eher matschgrau

– NPCs stehen nur in der Gegend herum

– Ausfälle bei Soundtrack & Synchro

Geektor


"Meister der Grimassen", "vollkommen durchgeknallter Gamer" und ähnliche Namen wurden Geektor bereits zugesprochen. Aber wenn es jemanden gibt, mit dem man gerne objektiv über Videospiele und deren Entstehungsgeschichte diskutiert, dann ist es mit hoher Wahrscheinlichkeit dieser vollkommen durchgeknallte Meister der Grimassen!
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