Neuigkeiten››
Liket uns auf Facebook und abonniert unseren Youtube-Kanal um die neuesten Informationen zu Videospielen zu verfolgen! They Are BillionsBloodstained – Ritual of the NightRage 2Days GoneThe Division 2
Metro Exodus
Follow Entwickler: 4A Games
Publisher: Deep Silver
Altersfreigabe: 18+
Release: 15. Februar 2019

Metro Exodus

Site Score
9.5
Good: Abwechslungsreiche Areale, Gegner geben sich Ratschläge, Sehr tiefgründige Charakterdialoge
Bad: Gesichtsloser, wortloser Protagonist, Fast 45 Sekunden Ladezeit am Anfang
User Score
(0 votes)
Click to vote
VN:F [1.9.22_1171]
Rating: 0.0/10 (0 votes cast)

Teil 3 von Dimitris schauriger Gute Nacht-Geschichte

Die Abenteuer des jungen Artyom erstrecken sich mittlerweile über drei Romane des russischen Schriftstellers Dmitry Glukhovsky, dessen Metro-Buchreihe nicht nur in kostenfreier online-Form verfügbar gemacht wurde, sondern auch in der nahezu namensgleichen Ausführung auf den Konsolen und dem PC genießbar sind. Nach einer Pause von knapp sechs Jahren erscheint nun endlich die heiß ersehnte Fortsetzung des postapokalyptischen Russen-SciFis – eine lange Zeit, in der sich auch in der Videospiel-Industrie sehr viel getan hat. Man darf gespannt sein, wie sich diese technischen Fortschritte auf die Marke ausgewirkt haben!

Ein Schnellreise-Ticket durch Russland, bitte!

Nach Artyoms beeindruckender Schlacht im Sektor D6 der Moskauer Metro-Stationen ist der schweigsame Twenteenager zu einem tapferen Soldaten der Spartan-Gruppe herangewachsen, der von seinen Kollegen als Held gefeiert wird. Trotz all den Errungenschaften bevorzugt der junge Krieger es im Alleingang durch die zerstörten Ruinen der russischen Hauptstadt zu schleichen, um dort mit seinem Radioempfänger nach einem Signal von Überlebenden zu suchen. In Folge dessen stößt er gemeinsam mit seiner Ehefrau Anna auf ein verdecktes Signal, welches auf einen weiteren unterirdischen Bunker auf der anderen Seite Russlands hinweist. Im Rahmen einer turbulenten Aktion schließen sich eine Handvoll von Artyoms Spartaner-Truppe inklusive dem ranghöchsten Offizier zusammen, um dem Signal auf die Spur zu gehen.

Im Vergleich zu den beiden Vorgängern auf der letzten Konsolengeneration greift 4A Games in Metro Exodus nicht mehr auf starre, lineare Levelstrukturen zurück, sondern macht von riesigen frei begehbaren Arealen Verwendung. Man startet in den Ruinen Moskaus und kämpft sich anschließend Zugfahrt um Zugfahrt durch die unterschiedlichsten Gebiete des facettenreichen, Post-apokalyptischen Russlands. Die Atmosphäre der eher ruhigen Erkundungsausflüge wird durch sehr actionlastige Passagen abgewechselt, wodurch man ein sehr ausgeglichenes Stimmunsportfolio geboten bekommt. Artyom erweist sich zwar nach wie vor als eher zurückhaltender Protagonist, dafür sind die Mitstreiter und auch die Gegnergruppierungen umso markanter und interessanter. Da jedes Areal einen eigenen Clan und Anführer besitzt, hat man es immer mit neuen Personen zu tun, wodurch sich der Fortschritt immer interessant gestaltet. Mal kämpft man sich durch die vereiste Einöde, um die eigene Zug-Konstellation zu verbessern, später kämmt man die heißen Dünen und Wälder nach Ressourcen und Informationen ab und wird dabei immer mit neuen Gegnern und Kreaturen konfrontiert.

Interessant ist dabei, dass der ehemals beinharte Shooter mit den zwei Schwierigkeitsgraden Easy und „Leser“ ergänzt wurde. Letzterer spricht jene Gamer an, die eigentlich nur die Story erleben wollen und sind eine Anspielung auf die drei bereits erschienen Romane des Autors. Eingefleischten Fans bleibt es natürlich nach wie vor offen den Ranger Hardcore-Modus zu wählen, in welchem das HUD zur Gänze deaktiviert und die Munition rar gesät wurde.

Gameplay

Egal ob man die Vorgänger gespielt hat oder als Neuling zur Reihe stößt, Metro Exodus begeistert auf voller Linie.

Mit der Änderung des Gameplays von linearen Levels zu einem quasi Open World-Spiel, hat sich auch Artyoms Ausrüstung und Item-Bedienbarkeit geändert. Er wischt sich nach wie vor über das Visier der Gasmaske, wenn ihm Verunreinigungen die Sicht trüben, überprüft über seinen Kompass am Arm, in welche Richtung das nächste Ziel ist und wechselt bei Bedarf den Filter auf seiner Gasmaske. Die Tastenbelegung wurde dahingehend ein wenig vereinfacht, sodass die am häufigsten genutzten Aktivitäten über die Richtungstasten abgewickelt werden können. Das ist vermutlich ein bisschen gewöhnungsbedürftig (vor allem, wenn man Metro: Last Light erst Tage zuvor wieder gespielt hat), man gewöhnt sich aber recht schnell daran. Das Spiel ist dabei nach wie vor sehr intuitiv aufgebaut worden; Atmet Artyom schwerfällig, braucht er seine Gasmaske, geht ihm in der Dunkelheit das Licht der Taschenlampe aus, muss er dies durch seinen händisch betriebenen Akku wieder aufladen. Für alles gibt es eine Taste um in der toxischen Umgebung zu überleben. Das hört sich am Anfang vielleicht ein wenig umständlich an, im Laufe des Abenteuers gehen diese natürlichen Abläufe aber so schnell in Fleisch und Blut über, dass man sie sich gar nicht mehr wegdenken möchte.

Der Fokus von Metro Exodus liegt, wie das auch bei den beiden Vorgängern der Fall war, im lautlosen Vorbeischleichen an Gefechtssituationen. Das Spiel belohnt Artyom sogar, wenn man die Widersacher nicht ermordet, sondern diese lediglich K.O. schlägt. Passend dazu steht es dem Spieler frei Areale auf unterschiedlichen Schleichwegen, Tunneln und Passagen zu begehen und Lichter auszuschalten, um Gegnern die Sicht zu nehmen und sich selbst besser in der Dunkelheit zu positionieren. Artyom greift dabei auf ein kleines Arsenal von unterschiedlichen Waffen zurück, die allesamt in einer Grundausstattung im Spiel zu finden sind. Da es sich um die Nachkriegszeit handelt und den russischen Bewohnern viel Zeit zum Tüfteln geblieben ist, haben die bewaffneten Bürger zahlreiche, überblickbare Mengen an Erweiterungen gebaut, welche die Funktionen der Waffen verbessert und vielseitiger macht. Passend dazu kann Artyom jederzeit seinen Rucksack von den Schultern reißen, die ein oder andere Modifikation am Schießeisen vornehmen und anschließend gleich wieder los ballern. Findet er irgendwo eine Werkbank, hat er die Möglichkeit sein Equipment zu reinigen und somit dessen Effektivität wieder herzustellen oder seine Ausrüstung mit gefundenen Gegenständen zu verbessern. Bis zu drei Waffen führt der wortlose Russe mit sich, kann aber auch Messer, Granaten oder auch nur Müll werfen, um die Gegner auszuschalten oder lediglich abzulenken.

Da man sein Hauptquartier im Zugabteil hat und an vereinzelten sicheren Orten nur vorübergehend sein Lager aufstellt, hat 4A Games das Konzept der Patronen als Währung verworfen und stattdessen Schrott und Chemikalien als gängigstes Arbeitsgut eingeführt. Mit diesen repariert der Protagonist sämtliche Utensilien und stellt aus den gefundenen Ressourcen sogar neue Munition her. Wer zudem laufend der Bevölkerung hilft und die Umgebung aufmerksam durchforstet, erhält essentielle Ausrüstungsgegenstände, die den Ablauf vereinzelter Missionen um ein Vielfaches erleichtern. An der Stelle ist es eine nützliche Geste, dass Artyom seine  Waffe auf Knopfdruck auch zur Seite schwenken kann, um Zivilisten die Angst vor der Waffe zu nehmen und mit ihnen auf Augenhöhe zu sprechen. Im besten Fall wird man mit einem Autoschlüssel oder Zutritt zu einem sonst unzugänglichen Bereich belohnt. Das erleichtert das Durchforsten der Steppen ungemein, sodass man nicht nur zu Fuß, sondern gelegentlich mit dem Boot, einem Mini-Zug und auch einem Auto durch die postapokalyptische Landschaft ziehen kann.

Neben den altbekannten Tagebuch-Einträgen von Artyom gibt es in Metro Exodus auch zahlreiche Notizen von anderen Überlebenden, die ihre Eindrücke vom verwahrlosten Russland schildern. Es ist dabei wichtig diese Schriftstücke zu lesen, da sie oftmals versteckte Sammelplätze wichtiger Items enthüllen, die man ansonsten übersehen würde, weil diese nicht auf der  Karte markiert werden. Man erhält somit einen vagen Hinweis, wo sich angehamsterte Lager befinden, muss sich aber im zerstörten Terrain und in den chaotischen Innenbauten durchsuchen, da die besagten Gegenstände nicht sonderlich auffällig sind. Diese Tatsache und die laufende Gameplay-Abwechslung gibt Metro Exodus einen sehr Dying Light-ähnlichen Touch – was eine sehr positive Sache ist!

Grafik

Mit dem sechs Jahre großen Abstand zu seinem Vorgänger hat sich am Videospielmarkt technisch so einiges getan – auch bei der Metro-Reihe. Die Filmsequenzen sind logischerweise um ein Vielfaches detaillierter und die Charaktere agieren sowohl ingame als auch in den Cutscenes wesentlich natürlicher. Der Tag- und Nacht- sowie Wetterwechsel sieht in den unterschiedlichen Breitengraden zudem einfach nur hervorragend aus. Regenschauer bei der vereisten Wolga und spontan auftauchende Sandstürme in der kaspischen Wüste sind ein guter Grund den eingebauten Foto-Modus des Öfteren einzuschalten, um sich mit einem Bild zu verewigen. Bei einer derart abwechslungsreichen Umgebung nimmt man auch gerne die knapp 45 Sekunden Ladezeit am Anfang des Spieles in Kauf, bis die offene Spielwelt bis zur Gänze geladen wurde.

4A Games hat dabei zahlreiche bekannte Gegner wie die Watchmen oder die Spinnen neu designt und eine Handvoll neuer Gegner entworfen, die den Spieler überraschend überfallen und gelegentlich zum Äußersten zwingen werden. An dieser Stelle gesellen sich auch zahlreiche „unmutierte“ neue Gegner wie Hunde und Schlangen zum umfangreichen Sortiment. Es ist an dieser Stelle zu erwähnen, dass es sehr schade ist, dass Artyom nach wie vor keine Stimme bekommen hat und selbst in der Reflektion eines Spiegel nichts von ihm zu sehen ist. Die wortlose Killer-Masche des schleichenden Kriegers wirkt an dieser Stelle nach wie vor etwas „roh“.

Metro Exodus hat sehr viele versteckte, kleine und große Überraschungen. Natürlich schafft man es im Eilzugstempo die Story so schnell wie möglich durchzuspielen, die Geschichte bietet einem jedoch um so vieles mehr! Anstatt sich sofort in das nächstbeste Areal zu stürzen, kann man sich noch ewig lange mit den Bewohnern des Zuges unterhalten, mehr von ihrer Vergangenheit in Erfahrung bringen und im besten Falle sogar einigen ihrer Lieder lauschen.

Sound

Das sanfte Klicken des Geiger-Zählers und das entfernte Heulen der mutierten Geschöpfe sind nur einige der wenigen Töne die den Spieler während dem Durchforsten der postapokalyptischen Landschaft konfrontieren. Doch die idyllische Stille täuscht, denn die verwüsteten Areale Russlands haben es faustdick hinter den Ohren! Das Beeindruckendste an dem Spiel ist dabei nicht nur der ausgesprochen atmosphärische Soundtrack sondern die Konversationen. Metro Exodus ist ein zum Leben erwecktes Buch und das merkt man sehr deutlich! Die Fülle an Gesprächen, die man mit den einzelnen Hauptcharakteren und teilweise mit den unbedeutendsten Spielfiguren führen kann, ist beachtlich. Sie gewähren dabei einen tiefer gehenden Einblick in die allgemeine Politik und über die Ansichten des Lebens der fiktiven Nachkriegszeit Russlands. Diverse Tonband-Aufnahmen oder die Radio-Sendungen sind nur die Kirsche auf dem Zuckerguss dieses ausgesprochen leckeren Gaming-Happens und die spontanen Gesangs- und Gitarren-Einlagen vereinzelter Spielfiguren die Krönung des Spiels.

Es ist an dieser Stelle auch zu erwähnen, dass das Spiel nicht in seinen ruhigen Momenten, sondern auch während den hektischen Schießereien überraschen kann. Die Gegner unterhalten sich im Laufe eines Schusswechsels beispielsweise mit einander und geben sich Hinweise wo der Spieler sich gerade befindet („Hinter dem Fass auf der linken Seite“ oder „Er versteckt sich hinter den Paletten“). So detailliert habe ich es bisher in noch keinem anderen Spiel zu hören bekommen!

Abschließende Worte

Egal ob man die Vorgänger gespielt hat oder als Neuling zur Reihe stößt, Metro Exodus begeistert auf voller Linie. Ebenso wie Uncharted: Unter Dieben damals Film und Videospiel hervorragend verband, so sieht man hier die nahtlose Kombination eines packenden Romans mit einem Videospiel. Die Story bildet dabei ein unikates Kapitel in der gesamten Reihe und kann mit einer Vielzahl von Höhepunkten begeistern. Das Open World-Setting bringt ebenfalls frischen Wind in die Metro-Welt und die neuen Gameplay-Features runden diese Erfahrung hervorragend ab. Man kann getrost behaupten, dass es der bislang beste Ableger der Reihe ist und angesichts der technischen Verbesserungen andere Entwickler sich in Sachen storylastiger First Person Shooter so einiges von 4A Games abschauen können!

– Packende & vielseitige Story

– Herrliche Gefechte

– Erfrischende Gameplay-Neuerungen

– Abwechslungsreiche Areale

– Gegner geben sich Ratschläge

– Sehr tiefgründige Charakterdialoge

– Gesichtsloser, wortloser Protagonist

– Fast 45 Sekunden Ladezeit am Anfang

Geektor


"Meister der Grimassen", "vollkommen durchgeknallter Gamer" und ähnliche Namen wurden Geektor bereits zugesprochen. Aber wenn es jemanden gibt, mit dem man gerne objektiv über Videospiele und deren Entstehungsgeschichte diskutiert, dann ist es mit hoher Wahrscheinlichkeit dieser vollkommen durchgeknallte Meister der Grimassen!
Making Of-Video zu Metro Exodus erschienen

Making Of-Video zu Metro Exodus erschienen

Mit diesem Video initiiert der Entwickler 4A Games eine Entwicklertagebuch-Videoreihe zu dem kommenden Shooter Metro Exodus. In diesem gehen die ukrainischen Entwickler unter anderem auf die einzelnen... Read More »

Metro Exodus – Fakten