Neuigkeiten››
Liket uns auf Facebook und abonniert unseren Youtube-Kanal um die neuesten Informationen zu Videospielen zu verfolgen! Metro ExodusResident Evil 2Travis Strikes Again: No More HeroesSuper Mario PartyThe World Ends with You: Final Remix
Travis Strikes Again: No More Heroes
Follow Publisher: Nintendo
Entwickler: Grasshopper Manufacture
Altersfreigabe: 16+
Release: 18. Jänner 2019

Travis Strikes Again: No More Heroes

Site Score
8.0
Good: Erneut abgedrehte Charaktere, Wortwitze & deutsche Übersetzung, Solider Coop-Modus
Bad: Kamera im Multiplayer manchmal ungenau, Umständliches Aufladen des Beam Katanas
User Score
(0 votes)
Click to vote
VN:F [1.9.22_1171]
Rating: 0.0/10 (0 votes cast)

Eine kleine Auszeit vom Helden-Dasein

Eigentlich war es ein ungewollter Zufall, dass dem 2007 für Nintendo Wii erschienenen Action Abenteuer No More Heroes im Jahre 2010 eine Fortsetzung mit dem Namen No More Heroes: Desperate Struggle spendiert wurde. Grasshopper Manufacturers kreativer Leiter Goichi Suda, der für abgedrehte Stand Alone-Spiele wie Killer 7 oder Killer is Dead bekannt ist, schaffte es mit dem durchgeknallten Amerikaner Travis Touchdown einen speziellen Nischenmarkt gefunden zu haben, welcher regelrecht nach Nachschub durstete. Allerdings gab dieser am Ende der Nintendo Wii-Ära bekannt, dass die Konsole mit zwei Ablegern bereits ausreichend versorgt war, wodurch die Hoffnung auf einen dritten Teil vorerst starb. Mit dem Release und eher mäßigen Erfolg von Nintendos Wii U zögerte sich auch in dieser Konsolen-Periode ein potentieller Nachfolger hinaus. Dank dem kreativen Design und finanziellen Durchbruch der Hybridkonsole Nintendo Switch scheint sich nun das Blatt wieder zu wenden, sodass kreative Köpfe erneut für die Nintendo-Plattform entwickeln wollen. So auch Goichi Suda, der mit Travis Strikes Again: No More Heroes zwar keinen direkten Nachfolger aber dafür einen Zwischentitel entworfen hat – immerhin hat sich der US-Haudegen nach den Geschehnissen des zweiten Teils zur Ruhe gesetzt und genießt die Auszeit nach dem Ranglistenkampf der Assassinen. Das Interesse und der finanzielle Erfolg des Nintendo Switch-Spiels sind laut Angaben von Grasshopper Manufacture ausschlaggebend dafür ob ein No More Heroes 3 jemals das Licht der Welt erblicken wird, daher ist nun zu erproben, wie gut sich das Spiel inhaltlich ins Rampenlicht rücken kann.

Selbst die größten Helden holt eine dunkle Vergangenheit ein

Alkoholisiert und irgendwie frühpensioniert genießt Travis Touchdown das Verlassen der UAA (United Assassins Association) gemeinsam mit seiner Katze in seinem Wohnwagen in einem abgelegenen Wald der südamerikanischen Pampa. Er verbringt die warmen Tage mit dem gewohnten Zocken von Videospielen in Boxershorts und Herumlümmeln zwischen Bierdosen und den Krümelresten des zuletzt verschlungenen Burgers. Doch die Dauer der Erholung währt nur kurz, denn eines Abends erhält er unangenehmen Besuch vom maskierten Bad Man, der zum Knüpfen neuer Freundschaften sein meistgenutztes Werkzeug mitgenommen hat: einen Baseballschläger, den er gekonnt auch zum Einsatz bringt, um Travis noch verbleibenden Tage zu dezimieren.

Im Rahmen eines kurzen Gefechts stellt sich auch der Grund für dessen Unmut heraus: er will seine Tochter Bad Girl rächen, die Travis im ersten Ableger im Rahmen der UAA-Ranglistenkämpfe ermordet hat. Aus dem Gerangel entwickelt sich ein Wortgefecht, was damit endet, dass die beiden in Travis sagenumwobene Dämonen-Spielkonsole Death Drive Mk II gesaugt werden, welche vom mysteriösen Entwickler Dr. Juvenile entwickelt wurde und eigentlich nie offiziell erschienen ist. Da es sich um ein nicht marktgerechtes Exemplar handelt, ist die Konsole noch voller Bugs und nur Travis kann diese mit Hilfe von Bad Man beseitigen. Klingt bescheuert und ist natürlich auch so! Zwischenzeitlich stellt sich zudem heraus, dass die zum Spielen verwendeten sechs Death Balls, also die Spielecartridges der Konsole, zusammen gelegt einen Wunsch gewähren. Das Chaos-Duo macht sich somit gemeinsam auf die Suche nach den Kugeln und stürzt sich in das gewagte Abenteuer von Travis Strikes Again: No More Heroes.

Gameplay

Sechs Death Balls gilt es zu finden und sechs Bosse zu massakrieren. Ähnlich wie bei den kleinen Missionen der beiden Vorgängern besitzt Travis Strikes Again: No More Heroes eine Ausgangswelt, welche in diesem Fall der Wohnwagen des Otaku ist. Von hier aus betritt man die einzelnen Levels über die Death Drive Mk II, liest sich Travis lustige Einträge seines Ramen-Blogs durch, wechselt gelegentlich freigekaufte T-Shirts und wirft sich auf den Schpeltiger, um im Rahmen von Text-Adventures neue Spielbälle für die Dämonen-Spielekonsole zu finden. Jedes Spiel ist dabei unikat designt worden und stellt eine Hommage an die Retro-Videospielwelt dar. Demnach spielt man gelegentlich aus der Vogelperspektive oder aus der Seitenansicht – je nach Situation bewegt sich die Kamera näher zu dem Spieler oder zoomt hinaus, um Travis beim Zerlegen der Gegner zu verfolgen.

Mit Beam-Katana und Baseball-Schläger bewaffnet tollen Travis und Bad Man etappenweise durch die Massen von Bugs, welche sehr stark an die Heaven Smiles aus Killer 7 erinnern aber im Vergleich zu dem Klassiker eine wesentlich höheren Vielfalt besitzen und sich dementsprechend auch unterschiedlich verhalten. Mit leichten und starken Angriffen (X- & Y-Taste) attackiert man dabei die Gegner und brezelt gelegentlich durch das Drücken der linken Schultertaste in Kombination mit den Richtungstasten eine Spezialtechnik in die Menge. Ein sich füllender Kreis über dem Kopf der seitlich eingeblendeten Spielfigur zeigt zudem wie oft in Folge der Gegner getroffen wurde. Gelegentlich hält der Avatar des Spielers eine Fahne in die Luft, welche signalisiert, dass eine verheerende Attacke initiiert werden kann. Anschließend steigt der Zähler im Kreis um eine Nummer und wartet erneut darauf mit den Treffern der Gegner gefüttert zu werden. Bis man von einem der Bugs getroffen wird und bis zum Erreichen der dritten Stufe lässt sich dieses Verfahren beliebig oft wiederholen, um die Intensität der Angriffe zu steigern. Für das Erledigen von Gegnern erhalten die Spielfiguren laufend Erfahrungspunkte, die zum Anheben des Spielfigur-Levels und somit gleichzeitig der Lebensleiste und Kraft verwendet werden können.

Neben Geld, Unreal-Icons und Azteka-Münzen, die man zum Kaufen von coolen Indie-Spiel-Shirts verwendet, findet man im Levelverlauf der einzelnen Death Ball-Areale auch laufend Skill Chips. Es handelt sich dabei um spezielle Attacken, die jederzeit ausgetauscht und sogar einer beliebigen Spielfigur zugewiesen werden können. Da es eine wirklich gigantische Auswahl an unterschiedlichen Techniken gibt, ist man durchaus motiviert Levels öfters durchzuspielen, um die Zwischen- und Endbosse noch effizienter und unter Umständen sogar auf einem höheren Schwierigkeitsgrad zu bezwingen.

Klassische Spielemente, wie das Aufladen des Beam-Katanas sind trotz der geänderten Kamerasicht ebenfalls noch vorhanden. Dazu drückt man den linken Analogstick und bewegt den rechten Stick, bis der zufriedenstellende Ton des vollen Akkus ertönt. Dies gestaltet sich im Laufe eines Gefechtes etwas komplizierter als das klassische Schütteln des Controllers, wer sich aber ein wenig mit dem Kampfsystem auseinandersetzt, wird sich schnell mit dieser Adaptierung anfreunden können.

Multiplayer

Komplett neu im Feld der Goichi Suda-Spiele ist die Implementierung eines Multiplayers, dessen Daseinsberechtigung durch die Anwesenheit zweier Protagonisten und dem Baustil der Nintendo Switch durchaus berechtigt ist. Innerhalb weniger Sekunden kann sich jederzeit ein zweiter Spieler der Prügelorgie widmen und auf den zweiten bewaffneten Charakter mit einem eigenen Level und sogar individuell speicherbaren Technik-Tastenbelegung zugreifen. Was mit einem Spieler recht einfach ist, kann unter Umständen mit einem zweiten Spieler etwas knifflig werden. Immerhin unterscheiden sich Bad Man und Travis Touchdown aufgrund ihres türkisen und hellgrünen Schimmern nur sehr wenig voneinander, was die beiden Protagonisten im Gemetzel etwas schwer identifizierbar macht. In vereinzelten Levels gestaltet sich auch die Kamera als nicht sonderlich vorteilhaft, dessen willkürliches Verhalten zeigt sich aber glücklicherweise nur gelegentlich von dieser schlechten Seite. Das kooperative Handgemenge bleibt nichtsdestotrotz eine unterhaltsame und ausgesprochen positive Ergänzung zum Spiel in Erinnerung.

Grafik

Mit sechs separaten Spielen in einem Ableger und dementsprechend ebenso vielen unterschiedlichen Spielwelten bleibt sehr viel Raum um sich kreativ auszutoben. Für einen Menschen wie Goichi Suda ein gefundenes Fressen, denn jeder dieser sechs Death Balls bietet separate Spielmodi und Grafikstile, die allesamt eine Gemeinsamkeit besitzen; dass sich Travis und Bad Man gelegentlich mit ihren Prügel-Instrumenten an den auftauchenden Bugs austoben dürfen. Abseits dessen bekommt man ein Arcade-, Puzzle- & Rennspiel geboten, welches mit komplett vom Hauptspiel abweichenden Grafikdesign versehen wurde. Teilweise macht das Spiel Gebrauch von realen Aufnahmen und borgt sich sogar Charaktere früherer Spiele der Spieleschmiede aus, um für unterhaltsame Rückblicke zu sorgen.

Neben den einzelnen Levels stehen natürlich abermals die Endbosse und unikaten Charaktere im Mittelpunkt, die das Spiel mit ihren verrückten Aussagen und ihrem unikaten Aussehen bereichern. Besonders die Weisheiten des gesprächigen Ratgebers Bugxtra sind an dieser Stelle sehr witzig ausgefallen. Travis Strikes Again: No More Heroes versteckt vereinzelte Figuren und Details wesentlich geschickter als dies in den Vorgängern der Fall war. Im Regal neben der Konsole kann man sich nicht nur durch den Ratgeber der einzelnen Death Ball-Spiele schmökern, sondern erhält neben fiktiven Bewertungen auch Tipps zu versteckten Items und Charakteren. Es lohnt sich somit einmal mehr die simpel designte Welt besser im Auge zu behalten.

Abseits der Prügelorgien der einzelnen Missionen und der Chill-Pause im Wohnwagen reist man in den Text-Abenteuern mit dem Schpeltiger durch die gesamte Welt, um die neuen Softwares zu erhalten. Es handelt sich dabei um ein einfaches Lese-Spektakel, welches man natürlich überspringen kann, allerdings entgehen einem dann zahlreiche lustige Konversationen und Cameos früherer Spielfiguren. Fans von Devolver– und Cosmocover-Indie-Spielen werden des Weiteren erfreut sein unzählige ingame-Shirts erstehen zu können, welche Travis und Bad Man anschließend im Handgemenge dann auch tragen. Titel wie Hotline Miami und Mother Russia Bleeds fügen sich somit geschickt in ein weiteres hochkarätiges Spiel ein.

Sound

Der grafischen Abwechslung ebenbürtig verhält es sich auch im Bereich der Soundtracks: abwechslungs- und facettenreich. Travis Strikes Again: No More Heroes besitzt eine sehr breite Palette an unterschiedlichen Soundtracks, die manchmal aufgearbeitete Titel bekannter Melodien sind und gelegentlich komplett neu sind. Das Spiel macht auch sehr viel Verwendung von vielen seiner markenspezifischen Tönen (Melodie vom aufgeladenen Lichtschwert ist der Ton beim Erscheinen des Firmenlogos). Positiv anzumerken ist auch die Übersetzung der Konversationen in die deutsche Sprache. Die Gespräche sind gefüllt mit Wortwitzen und lassen Travis mehrmals „die vierte Mauer“ zur realen Welt und zum Spieler brechen. Es kommt zudem nicht nur einmal vor, dass sich das Spiel selbst auf die Kippe nimmt und die Entwicklung früherer Titel kritisiert.

Abschließende Worte

Üblicherweise erhält man bei einem Lückenfüller zwischen zwei Hauptablegern eine stark abgespeckte oder zumindest eine nicht ganz so fetzige Version des üblichen Abenteuers – dies ist bei Travis Strikes Again: No More Heroes nicht der Fall. Die Story des Spiels entfaltet sich zwar nicht ganz so, wie man es beispielsweise von einem dritten Teil der Reihe erwartet hätte, dennoch überzeugt die kurze Pause vom Trubel der UAA in sämtlichen Facetten. Dieser Abschnitt von Travis Touchdowns und Bad Mans Abenteuer lebt von verrückten Interaktionen der beiden Figuren mit der Spielwelt und dem Spieler. Es gibt so viele kleine, versteckte Details für Fans des überdrehten Amerikaners und Zockern von Indie-Spielen, dass man mit dem Titel sozusagen eine geballte Ladung Indie-Action ins Gesicht geschossen bekommt.

– Sechs originelle Ausflüge

– Individuelles Design für jedes Spiel

– Erneut abgedrehte Charaktere

– Wortwitze & deutsche Übersetzung

– Solider Coop-Modus

– Speicherbare Skill-Tastenbelegung

– Zahlreiche Indie-Titel-Referenzen

– Sehr origineller Soundtrack

– Kamera im Multiplayer manchmal ungenau

– Umständliches Aufladen des Beam Katanas

Geektor


"Meister der Grimassen", "vollkommen durchgeknallter Gamer" und ähnliche Namen wurden Geektor bereits zugesprochen. Aber wenn es jemanden gibt, mit dem man gerne objektiv über Videospiele und deren Entstehungsgeschichte diskutiert, dann ist es mit hoher Wahrscheinlichkeit dieser vollkommen durchgeknallte Meister der Grimassen!
Video + Travis Strikes Again bekommt Season Pass

Video + Travis Strikes Again bekommt Season Pass

Überraschend aber nicht unerwartet kündigt Grasshopper Manufacture für sein kommendes Actionspiel Travis Strikes Back: No More Heroes einen Season Pass an, welcher das Spiel mit zwei zusätzlichen Char... Read More »

Erstes Gameplayvideo zu Travis Strikes Again erschienen

Erstes Gameplayvideo zu Travis Strikes Again erschienen

In der neuesten Ausgabe der Nintendo Direct wurde unlängst das erste Gameplayvideo zu Grasshopper Manufactures neuem Lebenszeichen von Travis Touchdown präsentiert. Es handelt sich um die ersten Szene... Read More »

Travis Strikes Again: No More Heroes – Fakten