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Undertale
Follow Entwickler: Toby Fox
Publisher: Toby Fox
Altersfreigabe: 0+
Release: 15. September 2015

Undertale

Site Score
9.5
Good: Ausgezeichnete Handlung mit Twists, Exzellenter Soundtrack
Bad: Pacingsprobleme im Mittelteil, Grafikstil ist Geschmackssache
User Score
10.0
(5 votes)
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Rating: 10.0/10 (5 votes cast)

Dieses Spiel kam mehr als überraschend!

Undertale ist eines jener Spiele, die man eigentlich nicht auf dem heutigen Spieleradar wahrnehmen würde. Eine im Game Maker produzierte Software im bescheidenen 8Bit-Look, welches von einem Einmann-Team durch eine Kickstarter-Aktion ins Leben gerufen und fertiggestellt wurde. Dennoch hat es seit seiner Veröffentlichung im Herbst dieses Jahres genügend Aufsehen erregt, weshalb viele Gamer das Spiel derzeit zum Indie-Game of the Year 2015 kühren. Doch was macht Undertale so magisch anziehend?

Über Kriege, Menschen, Monster und ein Geheimnis…

Einst lebten die Menschen und eine Monsterrasse in Frieden und Harmonie zusammen auf unserem Planeten. Als jedoch eines Tages ein Krieg zwischen ihnen ausbrach und die Menschen die Monster mithilfe einer magischen Barriere siegreich in ein unterirdisches Höhlenkomplex einsperrten, übernahm unsere Rasse die Herrschaft über den Planeten. Die Handlung beginnt viele Jahre später damit, dass der Protagonist durch eine kleine Öffnung in die Höhlen fällt, in denen diese Monster leben.

Undertale thematisiert viele populäre Elemente aus zahlreichen großen RPG-Klassikern wie Chrono Trigger, Vagrant Story oder gar Terranigma und bleibt dabei stets ein eigenständiges Spiel mit erinnerungswürdigen Momenten. Wenn es den Spieler in seinen Bann zieht, dann macht es dies schnell, hart oder völlig unerwartet. Es wird gelacht, geweint oder darüber nachgedacht – ähnlich, wie bei den MOTHER-/ Earthbound-Ablegern. Undertale schockiert, hinterfragt, philosophiert und fordert den Spieler auf einer spielerischen und geistlichen Ebene heraus, wie es nur wenige Videospiele heutzutage tun. In diesem Projekt steckt so viel Liebe zu zigtausenden Details drinnen, welche man nur nach mehrmaligem Durchspielen entdecken kann. Alles, was in diesem Spiel an Gameplayfeatures vorhanden sind, hat eine Bedeutung für den Plot. Zudem zeichnet es alles auf, was man innerhalb eines Spieledurchgangs erlebt hat. Will man das Spiel kurz vor dem Ende plötzlich abbrechen und von Anfang an neu starten? Das Spiel wird dies kommentieren. Nennt man seinen Charakter einfach nur ‘AAAAAA’ oder nach bestimmten Spoiler-Charakteren im Spiel? Es folgt eine Reaktion seitens des Systems. Letzteres schaltet sogar einen Hard Modus frei. Außerdem beherbergen viele Kämpfe kleinere Geheimnisse und können auch auf unterschiedliche Art und Weise gelöst werden.

Gameplay

Undertale thematisiert viele populäre Elemente aus zahlreichen großen RPG-Klassikern und bleibt dabei stets ein eigenständiges Spiel mit erinnerungswürdigen Momenten. 

Undertale ist ein klassisches jRPG in einem gemischten 8Bit/16Bit-Grafikstil, in welcher der Spieler von Ort zu Ort reist, Rüstungsteile sammelt und die Handlung dadurch voran treibt. Man spricht mit NPCs und handelt mit ihnen oder erfüllt für diese auch kleinere Nebenaufgaben. Worin sich das Indie-Spiel aber von anderen jRPGs unterscheidet ist sein Kampfsystem, welches dem Spieler vier Möglichkeiten gibt einen Kampf zu bestreiten: Per ‘ATTACK’, ‘ACT’, ‘ITEM’ und ‘MERCY’. Gewöhnliche Schläge werden mit Hilfe eines Timing-Minispieles ausgeführt. Je genauer man in der Mitte innerhalb der Schlagleiste trifft, desto mehr Schaden teilt man aus. ‘ACT’ ermöglicht es den Kampf mit Worten oder Gesten kampflos zu beenden und ‘MERCY’ das Monster zu verschonen oder aus dem Kampf zu fliehen. Es sei aber an dieser Stelle gesagt, dass ausschließlich getötete Monster EXP hinterlassen und das eigene Level steigern.

Der eigentliche Schlagabtausch erfolgt in Form eines Shoot’em Up-Minifenster, nachdem man die eigenen Aktion für eine Runde getätigt hat. Dabei verwandelt sich der Spieler in ein rotes Herz, welches gegnerischen Angriffen in einer Bullet Hell-ähnlicher Szene ausweichen muss. Das Kampfsystem besticht ebenfalls durch die Tatsache, dass absolut jede Monsterrasse im Spiel ein eigenes, spezielles Angriffsmuster besitzt und deshalb auf seine eigene Art und Weise besiegt werden muss. Zusätzlich können die Fähigkeiten mehrerer unterschiedlicher Monsterrassen überlappen, so dass man bis zu drei unterschiedlichen Monstern ausweichen muss.

Die handlungsrelevanten Entscheidungen und Antwortmöglichkeiten können dabei langanhaltende positive und negative Konsequenzen mit sich bringen. Anders, beispielsweise in Telltales The Walking Dead-Spielen oder anderen cinematischen AAA-Produktionen, kann sich dabei nicht nur der Grundton des Spieles gravierend ändern, sondern auch ob es zusätzliche Kämpfe zu bestreiten gilt. Die  drei unterschiedlichen Enden geben daher unikate Einblicke in die Geschichte von Undertale und regen zum oftmaligen Wiederholen des Spiels an.

Grafik

Der Grafikstil orientiert sich an klassischen C64- und NES-Spielen, welche die Kämpfe Dank aktueller Techniken und vielerei grafischer Effekte sehr modern wirken lässt. Entwickler Toby Fox versteht es sehr gut den Spieler in seine Welt zu entführen.

Mit seinem eigens komponierten Soundtrack liefert Toby Fox ebenfalls ein wahres Meisterwerk an Emotionen, Leitmotiven und Atmospäre ab.

Das Indiespiel besitzt einen melancholischen, aber fröhlichen Anime- und Cartoon-Ton und stilisiert wichtige Schlüsselszenen oder bestimmte Charaktereigenschaften äußerst einprägsam, kreativ und provokant für den Spieler in einem 640×480 Spielefenster, welches man notfalls mit der F4-Taste in Vollbildmodus-Größe maximieren kann.

Einerseits ist Undertale witzig, verrückt und klischéehaft gestrickt, aber andererseits sehr philosophisch, psychologisch, provozierend und überraschenderweise viel zu düster für den gewählten Grafikstil. Einer der größten Kritikpunkte des Abenteuers ist sein merkwürdiges Pacingsproblem im Mittelteil. Es passiert nicht allzu selten, dass man nicht einmal zwei Schritte macht und schon wieder mit zahlreichen Texten wahrlich erschlagen wird. Dies entwickelt sich vor allem kurz vor dem Finale zu einem kräftezehrenden Problem, welches man besser hätte lösen können. Zudem dürfte das Spiel für Ottonormalspieler viel zu schwer sein. Das Spiel ist zwar weit entfernt davon eine Bullet Hell zu sein, wer jedoch lediglich die Handlung genießen möchte, der muss auch ein größere Portion Geschick mitbringen. Insgesamt müssen Spieler gut fünf bis sechs Stunden Zeit für den ersten Durchgang investieren.

Sound

Mit seinem eigens komponierten Soundtrack liefert Toby Fox ebenfalls ein wahres Meisterwerk an Emotionen, Leitmotiven und Atmospäre ab. Der 8Bit/ 16Bit/ Rock/ Beat/Symphonie-jRPG-Mischmasch strotzt nur so von leicht einprägsamen Tracks. Besondere Anerkennung gilt vor allem den zahlreichen Battle Tracks, die zu den Besten im jRPG-Genre gehören.

Abschließende Worte

Es ist wirklich schwer etwas über die Genialität von Undertale zu schreiben, ohne dabei näher auf die Handlung und ihre besonderen Momente einzugehen. Die Stärke des Spiels liegt darin, dass es die Erwartungen an altbekannten Klischees zerschmettert und dem Spieler die Macht gibt eigene Entscheidungen zu treffen, welche dann im Endeffekt durchaus gravierende Auswirkungen auf das Spielerlebnis und die unterschiedlichen Enden besitzen.

Aufgrund der anfangs simplen Erzählweise der überraschend komplizierten Monstergeschichte versucht Toby Fox den Spieler so lange es geht irre zu führen, so dass man viele der Dialoge bei einem erneuten Durchgang aus einer anderen Sichtweise erlebt. Die Ähnlichkeit  zu dem klassischen Rollenspiel Earthbound ist kaum zu leugnen, immerhin soll dieses eine Homage für die langjährigen Fans darstellen. Undertale gehört schon jetzt zu den Besten der Besten und ist mit einem Neupreis von 10€ ein hochkarätiges Schnäppchen.

– Ausgezeichnete Handlung mit Twists

– Sehr atmosphärisch und emotional

– Kampfsystem sprengt seine eigenen Grenzen

– Exzellenter Soundtrack

– Entscheidungen haben tatsächliche Konsequenzen

– Mehrere Endings

– Pacingsprobleme im Mittelteil

– Grafikstil ist Geschmackssache

– für ungeübte Spieler viel zu schwer

Profilbild von Miles
Miles


Miles ist ein Oldschool Gamer Extraordinaire, Liebhaber & Sammler von Videogame Soundtracks und neuerdings auch Stammkunde bei diversen offiziellen und inoffiziellen Gaming Clothing Stores. Wenn er nicht gerade Sklave seines eigenen Konsumwahnes ist, spielt er mit Freunden auf Nintendo & Sony Konsolen/Handhelds aktuelle Spiele und Klassiker.

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Undertale – Fakten