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Kingdom Come: Deliverance – Hands On
Follow Publisher: Warhorse Studios
Entwickler: Warhorse Studios
Altersfreigabe: -
Release: 2016

Kingdom Come: Deliverance – Hands On

Site Score
9.0
Good: NPCs besitzen Tagesabläufe, Unikates Kampfsystem, Reale Geschichte & Bauten
Bad: Jetzt schon als Dreiteiler ausgelegt, Noch in frühem Entwicklungsstadium
User Score
10.0
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Dem realistischen Schwertkampf auf der Spur

Viele Entwickler haben bereits Videospiele entworfen, die sich intensiv mit dem Schwertkampf auseinander gesetzt haben. Nicht wenige sind daran gescheitert oder konnten nur mit einem mäßig erfolgreichen Ergebnis brillieren. Jedoch nicht Kingdom Come: Deliverance, wenn man dem ersten Trailer und der Präsentation von Tobias Stolz-Zwilling, seines Zeichens PR Manager bei Warhorse Studios, Glauben schenken darf.

Dieser bot uns auf der unlängst stattgefundenen GamesCom in Köln einen Einblick in die Entwicklung des First Person-Open World-RPGs. „Bei der kommenden GamesCom soll der Titel sämtlichen Games die Show stehlen“ meinte dieser. Den derzeitigen Inhalten zufolge, ist das Spiel am besten Weg diesem Vorsatz gerecht zu werden!

Gameplay real, Story noch realer!

Wir schreiben das 15. Jahrhundert im Königreich Böhmen kurz nach dem Tod von Karl dem IV. Da sein Sohn kein würdiger Nachfolger ist, schnappt sich sein ungarischer Halbbruder die Krone und zieht auf der Suche nach Silber und ähnlichen Schätzen durch das böhmische Königreich. Der Spieler schlüpft in die bedeutungslose Rolle von Henry, dem Sohn eines örtlichen Schmieds. Dieser kehrt nach einem Auftrag seines Vaters in sein Dorf zurück und muss feststellen, dass es von den Schergen des geputschten Königs ausgeraubt und dem Erdboden gleich gemacht wurde. Als ein absoluter Niemand macht er sich wild entschlossen auf den Weg, seine Familie und seinen Vater zu rächen.

Die Geschichte von Kingdom Come: Deliverance ist laut den Entwicklern nur der Anfang einer dreiteiligen Reihe und soll sich quer durch das späte Mittelalter ziehen. Die Story dreht sich dabei nicht um den Protagonisten, sondern mehr um die reale Weltgeschichte, in welcher der Spieler lediglich eine NPC-ähnliche Position einnimmt. Viele Handlungen erfolgen somit auch ohne die Hilfe des Spielers und sämtliche Charaktere besitzen ein eigenes vorprogrammiertes Leben. Somit ist es möglich, dass der örtliche Fischer tagsüber in seinem Laden als Verkäufer tätig ist und nachtsüber in der Kneipe herumlungert. Wird er im Rahmen einer Schlägerei verletzt, erinnert er sich daran und besucht das Etablissement nicht wieder. Die Mitarbeiter von Warhorse Studios garantierten auch, dass die einzelnen Spielfiguren nach jedem neuen Start des Abenteuers andere Rollen einnehmen, damit jeder Gamer eine unikate Spielerfahrung hat.

Gameplay

Wie man bereits in den ersten Trailern sehen konnte, ist Kingdom Come: Deliverance ein First Person-Schwertkampf-Rollenspiel. Um sich von bisherigen Titeln unterscheiden zu können, haben die Entwickler ein einzigartiges Kampfsystem entwickelt, welches zu Beginn schwer zu meistern ist, dafür aber eine realistische Schwertführung an den Tag legt. Man richtet sich dabei an einen virtuellen, fünfzackigen Stern auf der Brust des Gegners und attackiert in Richtung sämtlicher Zacken oder tätigt nach einigen Übungsrunden bereits die ersten Finten. Um das Spiel noch glaubwürdiger zu gestalten, besitzt die Gegner keine Lebensleisten; einen Sieg erringt man erst, wenn der Widersacher aufgibt oder blutend am Boden liegt. Die Gesundheit und Ausdauer der eigenen Spielfigur wird durch zwei Balken dargestellt. Sinkt die Ausdauer im Rahmen einer Aktion zu sehr, wird auch die Lebensleiste in Mitleidenschaft gezogen. Ähnlich wie bei einem Boxkampf wird man mit schwindender Ausdauer immer anfälliger für Gegenangriffe. Das soll den Spieler dazu bringen nicht nur blindlings auf seinen Gegner einzuprügeln, sondern taktisch vorzugehen und gegebenenfalls selbst auszuweichen sowie zu parieren.

Jede Spielfigur ist an 36 unterschiedlichen Stellen verwundbar. Daher ist es wichtig sich ordentlich auszurüsten und Kampfkombinationen der Gegner rechtzeitig zu erkennen. Insgesamt sind 16 Schichten Kleidung verfügbar, wobei diese auf die mehrere Körperteile aufgeteilt sind. Hitze, das Gewicht der Materialien und mangelnde Luft bilden ausschlaggebende Faktoren für das Wohlbefinden der Spielfigur. Befindet er sich zu lange in den gleichen Klamotten oder versucht blutüberströmt in eine Siedlung zu gehen, beschweren sich Bewohner über dessen Geruch und verstoßen diesen unter Umständen sogar aus dem Dorf.

Um das Spiel nicht nur geschichtlich sondern auch vom Inhalt betrachtet möglichst realitätsgetreu zu halten, wurden zahlreiche Gebäude und Dörfer der damaligen Zeit 1:1 nachgebaut.

Die eigenen Tätigkeiten haben eine große Auswirkung auf den Spielverlauf. Überfällt er einen Händler auf seiner Reise, gibt es an dessen Destination einen Mangel an Waren im Dorf. Auch die Preise für diese steigen dadurch an. Noch schlimmer ist jedoch, dass die Bewohner der Dörfer die gestohlenen Waren wiedererkennen und Gerüchte über den Protagonisten verbreiten. So kann es durchaus auch vorkommen, dass dem Spieler der Zutritt zum Dorf verwehrt wird, wenn dieser durch ein Gerücht gebrandmarkt wurde. Hat man sich als Dieb einen Namen gemacht, wird zwar vielleicht die Beziehung zu den Dorfbewohnern schlechter, der Ruf unter den Banditen kann aber im Gegenzug dazu steigen.

Trotz dem intensiven Realitätsbezug hat Henry in späterer Folge auch die Möglichkeit magische Kräfte zu erwerben. Prinzipiell entwickelt sich die Spielfigur ganz nach den Kenntnissen des Spielers. Somit hat man beim Anvisieren mit einem Bogen keinen unterstützenden Cursor, dafür lernt man selbstständig wie richtig gezielt wird. Ähnlich soll dies auch beim Schlösserknacken, Schmieden und Reiten der Fall sein. Ob es eine Armbrust geben wird (die zeitlich zu der Epoche passen, aber das Spiel zu leicht gestalten würde) konnten die Entwickler noch nicht mit voller Gewissheit sagen. Auch von heilenden Zaubertränken ist man noch nicht ganz überzeugt, da das Schlafen und die Aufnahme von Nahrungsmittel eine zentrale Rolle spielen.

Das kommende Jahr verbringt Warhorse Studios auf jeden Fall damit das Spiel zu vergrößern, die Feinmechanik des Kampfsystems zu verbessern und den Titel konsolentauglich zu machen. Die Frage ob die Einbindung von Virtual Reality-Gadgets (Project Morpheus oder Oculus Rift) und die Inkludierung von PlayStation Move oder Kinect eine zentrale Rolle bei der Entstehung spielen würden, wurde eindeutig verneint. Zwar haben die Entwickler des Öfteren mit VR-Themen experimentiert, von einer direkten Einbindung in das Spiel sei man jedoch noch weit entfernt, weswegen sich man lieber auf das Voranbringen des Grundspiels fokussiere.

Multiplayer

So sehr ein Mehrspielermodus auch zu dem Rollenspiel passen würde, den Entwicklern zufolge ist Kingdom Come: Deliverance eine reine Einzelspieler-Erfahrung, einen Multiplayer wird es somit nicht geben.

Grafik

Alleine die Tatsache, dass die vorgestellten Trailer von Kingdom Come: Deliverance allesamt in Ingamegrafik zu sehen waren, zeugt davon, dass die Entwickler mit der CryEngine umgehen können. Um das Spiel nicht nur geschichtlich sondern auch vom Inhalt betrachtet möglichst realitätsgetreu zu halten, wurden zahlreiche Gebäude und Dörfer der damaligen Zeit 1:1 nachgebaut. Würde man die Karte des Spiels mit einer aktuellen Satellitenaufnahme vergleichen, könnte man sich von der Ähnlichkeit überzeugen. Durch die Unterstützung von Historikern will man dafür sorgen, dass nicht nur die Kleidung und der Baustil, sondern auch Flora und Fauna den früheren Gegebenheiten entsprechen.

Nicht nur die NPCs in dem Spiel besitzen eine eigene KI, auch die Tiere wurden mit einer künstlichen Intelligenz ausgestattet, sodass Hühner dem Spieler aus dem Weg gehen oder Pferde dem Wegverlauf folgen, sofern man auf ihnen reitet.

Sound

Im Rahmen der kurzen Demo, in der ich Hand auf eines der ersten Gefechte legen konnte, waren lediglich die unterschiedlichen Laute des Waffenaufpralls zu hören. Alleine die Vielfalt der dort zu hörenden Töne war überraschend groß. Gelegentlich gesellten sich sogar vereinzelte Schaulustige dazu und bejubelten den Kampf oder lachten die Spielfigur bei misslungenen Angriffen aus. Im Rahmen einer Präsentation gab es noch einen kurzen Ausflug in vereinzelte Dörfer zu sehen, in denen die Bewohner allesamt mit unterschiedlichen, englischsprachigen Stimmen ausgestattet waren. Das alleine zeugt davon, dass Kingdom Come: Deliverancebereits im frühen Entwicklungsstadium inhaltlich sehr weit fortgeschritten ist.

Abschließende Worte

Eine kurze Präsentation und das Hands On waren ausreichend, um davon zu überzeugen, dass aus Kingdom Come: Deliverance in nächster Zukunft ein sehr großer Hit werden könnte. Der intensive Realitätsbezug und die Liebe zum Detail hinsichtlich der Bauten, der Pflanzen und der Kleidung macht das Mittelalter-First Person-Rollenspiel zu einem Unikat. Zwar trübt die Tatsache, dass die Story des Spiels bereits vor dem Release als Dreiteiler vorgesehen ist, ein wenig das makellos erscheinende Bild, mit dem kniffligen Kampfsystem und den eigenständig denkenden NPCs dürfte das Spiel aber so manchen Rollenspiel-Fans zahlreiche Stunden der Freude bescheren.

– NPCs besitzen Tagesabläufe

– Unikates Kampfsystem

– Reale Geschichte & Bauten

– Beeindruckende Grafik

– Realitätsnahe Kleidung, Flora & Fauna

– Jetzt schon als Dreiteiler ausgelegt

– … benötigt viel Eingewöhnungszeit

– Noch in frühem Entwicklungsstadium

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Geektor


"Meister der Grimassen", "vollkommen durchgeknallter Gamer" und ähnliche Namen wurden Geektor bereits zugesprochen. Aber wenn es jemanden gibt, mit dem man gerne objektiv über Videospiele und deren Entstehungsgeschichte diskutiert, dann ist es mit hoher Wahrscheinlichkeit dieser vollkommen durchgeknallte Meister der Grimassen!

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