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Kinect Sports Rivals-Präsentation beim Microsoft Day

Im Zentrum des Technologie-Universums: Die Sportinsel!

Gestern fand in der Wiener Hofburg der Microsoft Day statt. Dort wurden nicht nur aktuelle und demnächst erscheinende Hardwares des amerikanischen Computerriesen genauer vorgestellt, sondern auch einige Videospiele präsentiert – Kinect Sports Rivals erhielt aufgrund des bevorstehenden Release daher unsere gesamte Aufmerksamkeit. Nick Burton, Spieleentwickler bei Rare und Mitentwickler der verbesserten Kinect Steuerung für Xbox One, erzählte uns von den Neuheiten der Kinect Sports-Fortsetzung, sowie von den einzelnen Funktionen der neuen Kamera.

Im folgenden Video seht ihr die gesamte Spielpräsentation, eine Aufnahme zur Kinect-Demo gibt es jedoch leider nicht. Nick zeigte uns anhand dieser Tech-Demo, dass die Kamera dazu in der Lage ist einzelne Finger zu erkennen, Gesichter genau zu identifizieren und sogar im Raum auf bestimmte Stellen zu zoomen und den Winkel der Kameraansicht zu ändern.

Anschließend durfte ich ein Interview mit Nick Burton führen. Dabei gingen wir genauer auf seine Erfahrung mit der Kinect-Entwicklung und deren Einbindung in Kinect Sports Rivals ein. Darüber hinaus wollten wir wissen, was wir von dem Sportspiel erwarten dürfen.

Joystick Junky (JJ):

Du warst intensiv an der Entwicklung von Kinect für Xbox One beteiligt. Was waren die härtesten Herausforderungen die Hardware besser zu gestalten als auf der Xbox 360?

Nick Burton (NB):

Immer wenn man mit einer neuen Hardware konfrontiert wird, versucht man als Entwickler das Bestmögliche aus ihr heraus zu holen. Wir mussten allerdings umdenken und zuerst herausfinden was die Gamer eigentlich wirklich haben wollten. Uns war klar, dass das Interesse an Motion Games an erster Stelle lag, aber die genaueren Feinheiten mussten noch bestimmt werden. Oftmals sahen wir User wie sie versuchten nach Sachen im virtuellen Raum zu greifen oder Objekte von sich wegzuschieben. Uns war daher klar, dass Kinect für Xbox One auch die Finger erkennen muss.

JJ:

Was macht die Technologie der Kinect Kamera der Xbox One besser als beim Vorgänger und wie bemerkt man diese Improvisation im Spiel Kinect Sports Rivals?

NB:

Da gibt es so einige Neuerungen, man muss sich aber natürlich nach wie vor ein wenig auf die Steuerung einlassen. Hat man diese ein, zwei Mal probiert, funktioniert sie wirklich einmalig. Zuvor war es nicht wirklich immer sicher ob das Gerät die Bewegungen 1:1 erkennen und umsetzen würde. Kinect für Xbox One ist an dieser Stelle technisch wesentlich robuster. Die Kamera registriert nicht nur Körperbewegungen, sondern selbst kleine Movements, die man zum Beispiel mit dem kleinen Finger macht. Und das aus drei Metern Entfernung! Noch dazu in einer Umgebung in der sich viele Leute befinden.

(Während der Präsentation schoss Nick ein Foto von sich während dem er in die Luft sprang. Anschließend bewegte er die ingame Kamera auf dem Screen durch den virtuellen Raum und betrachtete den Schnappschuss aus mehreren Blickwinkeln).

Man kann jetzt im Stehen, Sitzen oder Liegen spielen und Kinect erkennt das alles. Ich persönlich finde es toll, dass ich in Kinect Sports Rivals Jetski fahren und dabei aufstehen und mich niedersetzen kann. Und der Spielcharakter macht das nach. Beeindruckend ist auch wie die Kamera beim Klettern erkennt nach welchen Bouldersteinen ich greife.

JJ:

Bei der Veröffentlichung von Kinect für Xbox 360 gab es unzählige Heimentwickler, die mit selbstgemachten Projekten im Internet aufsehen erregten. Bei Kinect für Xbox One ist das kein bisschen der Fall und das obwohl die Hardware wesentlich ausgereifter ist. Wieso ist das deiner Ansicht nach so?

NB:

Wenn man eine neue Hardware auf den Markt bringt, benötigt das Publikum eine bestimmte Eingewöhnungszeit, bis es das neue Gerät besser kennen lernt. Die Xbox 360 war beim Release der Kinect schon einige Jahre auf dem Markt, sodass sich die Leute besser mit der Steuerungseinheit auseinander setzen konnten. Die meisten Heim-Entwickler tüfteln jetzt erst an neuen Spielemöglichkeiten, die von der improvisierten Bedienungsart Verwendung machen. Besonders jetzt wo Kinect auch für Windows 8 angekündigt wurde, bin ich mir sicher, dass wir in näherer Zukunft mit mehr beeindruckenden Sachen rechnen dürfen. Immerhin wurden viele der früheren Inhalte auch zuerst auf dem PC entworfen und anschließend auf die Xbox 360 oder Xbox One portiert.

JJ:

Du hast in der Präsentation vorhin erwähnt, dass Kinect die Bewegung des Spielers speichert, um sie anderen Gamern gegenüber möglichst real nachzustellen. Auch wenn man Kinect Sports Rivals gerade eben nicht zockt. Das erinnert ein wenig an die Aufnahme der Ganganalyse einzelner Menschen wie in dem Roman Little Brother von Cory Doctorow, in dem der Staat genau die selbe Technik über öffentliche Kameras anwendet, um anschließend die Menschen in der Gesellschaft genauer und schneller erkennen zu können.

NB:

Es ist nicht die exakte Bewegung des Spielers, sondern nur die Art und Weise wie er spielt die gespeichert wird. Wie schnell man durch die Ziellinie läuft, wie genau man einen Ball ins Out schießt oder mit der Bowlingkugel „Alle Neune“ getroffen hat. Nicht die exakte Körpersprache des Spielers.

Was die Ganganalyse betrifft, kann ich dich beruhigen, denn solche Daten erfassen wir nicht und speichern diese auch nicht auf Festplatte der Xbox One. Prinzipiell ist jede Hardware mit der richtigen Software dazu in der Lage die Ganganalyse des Benutzers aufzunehmen, es ist lediglich die Frage ob dieser die Aufnahme zulässt. Die Xbox One, und Microsoft im Generellen, nimmt das Thema Privatsphäre sehr ernst. Alles was wir machen, sämtliche Daten die wir auf irgendeine Art und Weise sammeln, müssen vor der Verwendung von einem eigenem Team genehmigt werden, bevor wir auf diese überhaupt Zugriff erhalten. Und das nur, um sicher zu gehen dass die Privatsphäre eines Users nicht verletzt wird. Sofern wir aber Daten vom Spieler aufzeichnen wird auch explizit darauf hingewiesen. Oder zumindest bitten wir um die Erlaubnis.

JJ:

Fokussiert sich Rare in Zukunft des Öfteren auf die Verwendung von Kinect-Integration bei Xbox One-Titeln?

NB:

Wer weiß? Spaß bei Seite, wir wissen es um ehrlich zu sein selbst nicht hundertprozentig. Viele Leute nehmen an, dass mit den Möglichkeiten, die in Kinect Sports Rivals gezeigt werden, sämtliche Fähigkeiten der Kinect ausgereizt wurden. Rare will an dieser Stelle jedoch eine Erweiterung der Xbox One Gameplay-Erfahrung bieten. Wir arbeiten daran Funktionen, wie dem Einscannen des Spielers in das Spiel, auch bei anderen Titeln zum Einsatz zu bringen. Es gibt zahlreiche Ideen bei uns im Studio und wir können uns noch nicht wirklich entscheiden in welche Richtung wir uns weiter bewegen wollen.

JJ:

Wieviele unterschiedliche Sportarten wird es in der endgültigen Fassung des Spieles geben?

NB:

Sechs unterschiedliche Sportarten. Waveracer, Klettern, Schießen, Fußball, Tennis und Bowling. Die letzten drei Sportarten haben wir deswegen wieder in unser Sortiment aufgenommen, weil wir den Gamern zeigen wollten, dass wir sehr wohl in der Lage sind mit Kinect ein besseres Gameplay-Erlebnis als auf der Vorgängerkonsole anzubieten. Was in späterer Folge noch für Sportarten angekündigt werden… Ich weiß welche es sein werden, allerdings kann ich darüber noch nichts Genaueres sagen.

JJ:

Wenn du die Möglichkeit hättest ein Spiel für Xbox One mit Kinect Unterstützung zu entwickeln, welches wäre es?

NB:

Das ist wirklich schwierig. Es gibt so viele unterschiedliche Ideen, die ich gerne verwirklichen würde. Man muss als Spieleentwickler leider immer darauf achten, dass die entwickelten Softwares auch solche sind, die Leute wirklich kaufen würden. Ich würde aber sehr gerne die Scan-Funktion mehr in aktuelle Spiele integrieren. Wenn ich mich selbst einscannen könnte und das Spiel oder ein Freund mein Aussehen über das Internet ändern würden, dann würde das so viele neue Möglichkeiten mit sich bringen. Besonders dann, wenn man einzelne Spielcharaktere ganz nach meinem Äußeren kreieren würde.

Joystick Junky – Das Onlinemagazin für Gamer, Geeks und Nerds bedankt sich an dieser Stelle bei Microsoft für die Einladung zu dem Event und der Ermöglichung des Interviews mit einer spannenden Persönlichkeit der Videospielindustrie.

Geektor


"Meister der Grimassen", "vollkommen durchgeknallter Gamer" und ähnliche Namen wurden Geektor bereits zugesprochen. Aber wenn es jemanden gibt, mit dem man gerne objektiv über Videospiele und deren Entstehungsgeschichte diskutiert, dann ist es mit hoher Wahrscheinlichkeit dieser vollkommen durchgeknallte Meister der Grimassen!

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